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Susanne Ptak (27.01.2015)
Geschrieben von Judith
Dienstag, der 27. Januar 2015

Interview mit Susanne Ptak

Literatopia: Hallo, Susanne! Im November ist Deine Krimisammlung „Ostfriesennebel“ erschienen. Was erwartet die Leser?

Susanne Ptak: Ich grüße dann mal gleich mit dem typisch ostfriesischen „Moin“, Judith, zurück.  

susanne ptakWie der Titel schon andeutet, erwarten die Leser 5 spannende Geschichten, die in der nebeligen Jahreszeit spielen. Da wird ein Bauer ermordet und drei Frauen, die durch Zufall auf das Mordmotiv stoßen, werden durch den Nebel verfolgt. In Ditzum werden zwei Frauen umgebracht. Unter Verdacht: Der Dorfcasanova, mit dem sie die Nacht vor ihrem Tod verbrachten. Eine Einbruchsserie versetzt die Leeraner Rentner in Angst. Die Polizei tappt im Dunkeln, darum ermitteln die Senioren auf eigene Faust. In Norddeich kommt es zu einer verhängnisvollen Wattwanderung und in Leer wird nach der Ermordung einer jungen Türkin ein Ehrenmord vermutet. Der Nebel liefert die dazu passende, etwas unheimliche Atmosphäre und in zwei Geschichten hat er sogar eine „tragende Rolle“.

Literatopia: Was reizt Dich persönlich an Ostfriesland? Und warum eignet sich dieses Gebiet so gut für Krimihandlungen?

Susanne Ptak: In den USA trägt der Staat New Mexico den Beinamen „Land of Enchantment“ – Land der Verzauberung. Ich glaube, dass Ostfriesland das deutsche Land der Verzauberung ist.  Die Weite, die Nähe des Meeres, Wind und Wetter – all das hat eine ganz eigene Magie, die durchaus auch die kriminelle Fantasie anregt. Und natürlich gibt es hier jede Menge idyllischer Flecken. Idylle dürfte für jeden Krimiautor eine Herausforderung sein. Man führt  den Leser mit ländlicher Ruhe sozusagen an der Nase herum, um diese dann mit einem Verbrechen zu zerstören.

Literatopia: Auch "Grünlandmord", "Wiekenmord", "Rosenmord" und „Hexenmord“ spielen in Ostfriesland. Was verbindet diese Romane?

Susanne Ptak: Im Mittelpunkt aller Romane steht eine Gruppe handarbeitsbegeisterter Freunde, die irgendwie immer in Kriminalfälle verwickelt werden. Nicht zuletzt dadurch, dass zum Freundeskreis die Kommissare Steffen Köster und Werner Harms gehören. Ihren Lebensunterhalt verdienen sich die meisten meiner Protagonisten mit Landwirtschaft und die ist ja nun typisch für Ostfriesland.

Literatopia: Was gehört für Dich zu einem richtig guten Krimi?

Susanne Ptak: In erster Linie natürlich Spannung! Es muss auch gar nicht immer gemordet werden. Eine Entführung oder eine Einbruchsserie können den Herzschlag ebenfalls beschleunigen. Außerdem interessante Ermittler. Auch die müssen nicht immer Sympathieträger sein. So ein richtig grantiger Kommissar hat ja auch was. Ich persönlich bevorzuge Krimis in denen zwischenmenschliche Probleme eskalieren.

ostfriesennebelLiteratopia: Auch anderen Gebieten in Deutschland widmen sich Autoren in sogenannten Regionalkrimis. Was reizt Deiner Meinung nach die Leserschaft an Krimis, die in den ländlichen Gegenden Deutschlands spielen?

Susanne Ptak: Verbrechen in augenscheinlich heiler Welt reizen vermutlich nicht nur Autoren, sondern auch die Leser. Mord in der Großstadt, wo viele Menschen auf wenig Raum leben und sicher auch die eine oder andere zwielichtige Gestalt, das kann man schon irgendwie nachvollziehen. Aber wenn plötzlich in einem kleinen beschaulichen Dorf ein Mörder sein Unwesen treibt - vielleicht ist es genau dieser Widerspruch.

Dazu kommt dass die Autoren die Eigenheiten der Bevölkerung, die dem jeweiligen Landstrich zugesagt werden, mit in ihre Geschichten einfließen lassen. Ich denke, dass die Leser das mögen.

Literatopia: Deine Romane erscheinen überwiegend als eBooks. Was hältst Du persönlich von elektronischen Büchern? Und wünschst Du Dir Deine Romane auch in Papierform?

Susanne Ptak: Ich behaupte jetzt einfach mal, dass sich jeder Autor seine Bücher auch in gedruckter Form wünscht. Es ist doch etwas ganz anderes, ein gedrucktes Buch in der Hand zu halten, besonders wenn es das eigene ist, als es auf dem eReader zu sehen.

Allerdings mag ich meinen eReader sehr! Wären die Dinger nicht erfunden worden, hätten wir wohl in absehbarer Zeit nach einem größeren Haus suchen müssen, weil ich einfach nicht mehr weiß, wohin mit den ganzen Büchern.

Abgesehen davon sind eBooks auch oft preiswerter als Papierausgaben, was für Vielleser sicher ein ganz großes Plus ist.

Literatopia: Du schreibst auch unter dem Pseudonym Ann-Sophie Holtland. Warum ein Pseudonym? Und was schreibt Ann-Sophie Holtland?

Susanne Ptak: Ich beantworte zuerst einmal die zweite Frage. Ann-Sophie schreibt ebenfalls Krimis, allerdings verfügen die Hauptprotagonisten über magische Talente. Da ist zum einen Rebecca Schäfer,  eine Kommissarin im Krankenstand. Sie kann Geister von ermordeten Menschen sehen. Und dann noch ihre Freundin Imke, die man als Hexe bezeichnen könnte. Außerdem gibt es noch die etwas komplizierte Liebesgeschichte zwischen Rebecca und dem Geist Simon, der zu Lebzeiten ihr Kollege war.

rosenmordDas Pseudonym habe ich gewählt, damit nicht am Ende vielleicht Fans der deutlich bodenständigeren Krimis enttäuscht sind, weil sie es plötzlich mit Hexen und Geistern zu tun haben, was ja nicht jeder mag.

Literatopia: Ann-Sophie Holtland ist eine sogenannte Selfpublisherin. Warum hast Du als Verlagsautorin den Schritt gewagt, einen Roman selbst zu veröffentlichen?

Susanne Ptak: Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Mein erstes Buch „Grünlandmord“ habe ich im Februar des letzten Jahres selbst veröffentlich. Klarant-Verlag hat mich dann quasi entdeckt. Ich bin auch sehr gerne Verlagsautorin. Allerdings habe ich im Laufe des letzten Jahres sehr viele nette Kollegen aus dem Selfpublishing  kennengelernt und möchte auch in diesem Bereich ein wenig „mitmischen“. Selfpublishing ist eine ganz eigene Herausforderung und macht mir persönlich Spaß.

Literatopia: Wann hast Du das Schreiben für Dich entdeckt? Und wie lange dauerte es von den ersten Versuchen bis zur Veröffentlichung?

Susanne Ptak: Wie die meisten Autoren schreibe ich schon, seit ich das komplette Alphabet beherrsche. Ich weiß nicht, wie oft ich angefangen habe, ein Buch zu schreiben, aber schon mit 10 Jahren war es mein großer Traum, Schriftstellerin zu werden – oder Landwirtin. Irgendwie konnte ich mich auch nicht so richtig entscheiden, was ich denn nun genau schreiben wollte, obwohl ich schon immer in Richtung Krimi oder aber Fantasy tendierte. Den richtigen Anstoß bekam ich dann, als mir eine Freundin die Bücher der amerikanischen Kollegin Betty Hechtman lieh. Sie schreibt sogenannte „cozy mysteries“, frei übersetzt: Kuschelkrimis. In ihren Büchern ermittelt eine Gruppe häkelbegeisterter Frauen.

Und da hatte ich es! Da ich jedoch leidenschaftlich gerne Wolle verspinne, ermittelt bei mir eine Spinngruppe.  Als sich dann im November 2013 abzeichnete, dass ich meine kleine Schafskäserei nicht würde weiterführen können, habe ich mich endlich hingesetzt und mit dem Schreiben begonnen.  So betrachtet hat es nur ungefähr 40 Jahre von der ersten Geschichte bis zum ersten veröffentlichten Buch gedauert. Aber für einen Traum, der in Erfüllung geht ist es ja bekanntlich nie zu spät.

Literatopia: Was liest Du persönlich gerne? Vorzugsweise Krimis oder querbeet?

Susanne Ptak: Inzwischen vorzugsweise Krimis, besonders gerne die schon angesprochenen „Kuschelkrimis“. Aber ich lese auch gerne Jeffery Deaver,  Ian Rankin und natürlich die Bücher der regionalkrimischreibenden Kollegen. Ich besitze eine recht umfangreiche Sammlung der Bücher von Stephen King und Dean R. Koonz, mit anderen Worten, ich grusele mich auch ganz gerne. Tolkiens „Herr der Ringe“ war jahrelang meine Bibel und ich liebe die Romane von Anne McCaffrey und Marion Zimmer-Bradley. Die Tendenz ist also definitiv Krimi und Fantasy. Heimlich, still und leise lese ich allerdings gerne hin und wieder nochmal eins meiner alten Jugendbücher, wie zum Beispiel die 5 Freunde.

Literatopia: Du hast eine wollige Herde auf der Wiese stehen – wie bist Du auf die Schafe gekommen? Und wie genießen sie nun ihren Ruhestand?

Susanne Ptak: Schafe wollte ich haben, seit wir unser Haus in Ostfriesland kauften, schon weil weder mein Mann noch ich gerne Rasen mähen und an unserem Haus sind knapp 3.000 Quadratmeter Grünland. Wie dann tatsächlich Schafe bei uns einzogen und wie ich dann auch noch auf die Idee kam, eine Schafskäserei zu betreiben, erzähle ich gerade in kleinen Fortsetzungsgeschichten in meinem Blog . Ihren Ruhestand genießt die wollige Bande mit Fressen und Streicheleinheiten. Beides mögen sie sehr, denn das Ostfriesische Milchschaf ist sehr menschenbezogen und ausgesprochen verfressen.  Einmal im Jahr müssen sie allerdings ihre Wolle spendieren damit ich „Futter“  für das Spinnrad habe.

Literatopia: Was wird uns in naher Zukunft von Dir erwarten? Bleibst Du Ostfriesland und den Krimis treu oder dürfen wir uns auf Ausflüge in andere Gefilde freuen?

gruenlandmordSusanne Ptak: In erster Linie bleibe ich den Ostfrieslandkrimis treu. Die Holtlander Spinngruppe hat ja inzwischen schon eine recht große Fangemeinde, was mich sehr glücklich macht. Auch für den „Magischen Ostfrieslandkrimi“ wird es noch Fortsetzungen geben. Außerdem ist da noch die Idee für einen Roman über die Stadt Torum, bevor sie im Dollart versank. Das wäre dann eher ein historischer Krimi, der allerdings einige Recherchen erfordert und darum ein langfristiges Projekt wird. Aber ich habe auch noch andere Ideen im Kopf. Da wir sehr häufig unseren Urlaub in den USA verbrachten und ich besonders Lancaster County im Staate Pennsylvania liebe, schreibe ich sicher den Amish-Krimi, den ich schon eine Weile im Kopf habe. Und ganz bestimmt werde ich mich irgendwann an einem richtigen Fantasy-Roman versuchen.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview, Susanne!

Susanne Ptak: Ich danke dir, liebe Judith. Oder wie die Ostfriesen sagen würden: Da nich‘ für.


Autorenfoto: Copyright by Susanne Ptak

Autorenhomepage: www.susanne-ptak.de

Leseprobe zu "Rosenmord"


Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia.de geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 27. Januar 2015
 

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