Serenity – Blätter im Wind (Zack Whedon, Georges Jeanty)

Verlag: Panini (März 2015)
Softcover: 144 Seiten; 19,99 €
ISBN-13: 978-3957982285

Genre: Science Fiction


Klappentext

Die Serenity fliegt wieder!

Mit der TV-Kult-Serie FIREFLY schuf Star-Regisseur Joss Whedon (THE AVENGERS, BUFFY) ein einzigartiges Science-Fiction-Universum: eine Mischung aus intergalaktischem Western, stellarem Freibeutertum und Raumschiff-Saga, die es so noch nie gegeben hatte. Im Zentrum steht die Serenity, ein legendäres Raumschiff, mit ihren nicht weniger legendären Captain Malcolm Reynolds. Einem Abenteurer, der mit seiner Crew aus Außenseitern, Gaunern und von der Sternen-Allianz gejagten Individuen, die endlosen Weiten bereist – immer auf der Suche nach Glück, Reichtum und Gerechtigkeit.

Nach dem Ende der FIREFLY-TV-Serie brachte JOSS WHEDON die Geschichte um die SERENITY in Kinofilmen zu einem vorläufigen Abschluss. Doch die Fans wollten mehr, und so führte JOSS WHEDON die Abenteuer in grandiosen Comic-Adaptionen fort. Im vorliegenden Band, geschrieben von JOSS WHEDONS Bruder ZACK, begeben sich die Abenteurer auf eine selbstmörderische Mission, um ihr Crew-Mitglied ZOE aus einem Hochsicherheitsgefängnis zu befreien und die geheimnisvolle, mit enormen telekinetischen Kräften ausgestattete RIVER, erfährt weitere unschöne Details aus ihrer Vergangenheit, mit weitreichenden Auswirkungen auf die Zukunft...

Ein hochklassiges SCI-FI-Abenteuer in bester Joss Whedon-Manier!


Rezension

Als Firefly 2002 auf Fox startete, sammelte die Serie rasch Fans um sich und von Kritikern wurde sie ebenfalls als innovativ gelobt. Eigentlich waren das gute Voraussetzungen für ein langes Fortbestehen über mehrere Staffeln. Aber wie es nun mal so ist. Fox war anderer Meinung und setzte Firefly nach 11 gesendeten der 14 produzierten Folgen ab. Erst ein Jahr später waren die letzten Folgen in den USA zu sehen. Überraschenderweise verkauften sich die DVDs mehr als nur gut und Joss Whedon gelang es mit Hilfe der Fans, dass Fox die Rechte an der Serie an Universal weiterverkaufte, die bereit waren einen abschließenden Kinofilm zu produzieren. Dieser kam 2005 in die Kinos und wurde ebenfalls begeistert von Fans und Kritik aufgenommen. Für viele ist er der beste Science-Fiction-Film der letzten Jahre. Joss Whedon gelang es, darin alle wichtigen Elemente wieder aufzugreifen und zu einem vorläufigen Ende zu führen. Dabei mussten zwei beliebte Besatzungsmitglieder ihr Leben lassen, wofür andere endlich zu sich selbst fanden oder zueinander. Wie groß der Einfluss von Firefly ist, ist übrigens daran zu sehen, dass sie immer noch in Serien wie The Big Bang Theory Erwähnung findet und in Nathan Fillions neuer Serie Castle, der Malcolm Reynolds spielte, immer wieder Anspielungen auf Firefly gemacht werden, sei es dass er sein altes Kostüm aus der Serie trägt oder Schauspieler auch in Castle eine Gastrolle übernehmen mit denen er bei Firefly zusammenarbeitete.

Am Ende des Kinofilmes enthüllte die Mannschaft der Serenity dem Universum ein ungeheures Verbrechen der Allianz. Diese ist durch illegale Experimente für das Entstehen der Reaver, Kannibalen und äußerst gefährlich, verantwortlich. Einen ganzen Planeten opferten sie in diesem Zusammenhang und versuchten anschließend alles unter den Teppich zukehren. Dies war auch der Grund weshalb sie River Tam, an der ebenfalls Experimente durchgeführt wurden, jagten.
Blätter im Wind schließt an das Ende des Filmes an. Das Universum ist in Aufruhr. Überall regt sich ein neuer Widerstand gegen die Allianz. Diese versucht durch Propaganda zurückzuschlagen und Mal und seine Mannschaft in Misskredit zu bringen. Ein offensichtlicher Versuch, dennoch aber mitunter erfolgreich. Die Serenity hingegen versteckt sich. Jedes einzelne Mitglied der Mannschaft weiß, was ihre letzte Aktion bedeutet, dementsprechend wollen sie sich ruhig verhalten. Jayne hat sogar die Firefly verlassen und ist nun eine Schlüsselfigur, als der Neue Widerstand versucht Mal zu finden, um ihn als neuen Anführer zu installieren.
Zoe hingegen ist schwanger von Wash, der im Film sein Leben lassen musste. Die Geburt verläuft nicht gut und Zoe wird sterben, wenn sie nicht unverzüglich operiert wird. Dummerweise muss sich die Serenity dafür in Reichweite der Allianz begeben und so gerät Zoe in Gefangenschaft auf einem Gefängnisplaneten, der nirgendwo verzeichnet ist. Aber Mal wäre nicht Mal, wenn er nicht alles daran setzen würde, sie zu befreien.

Zack Whedon, der Bruder von Joss Whedon, setzt die Abenteuer der Serenity sehr gut in Szene. Sein Plot gibt eigentlich nicht so viel her auf dem ersten Blick, aber eben nur auf dem Ersten. Denn was er hier tut, ist die Grundlage legen, für weitere große Abenteuer rund um Mal und seine Freunde/ seine Familie. Es werden die Konsequenzen aus den Handlungen des Filmes ebenso gezeigt, als auch neue Handlungsstränge angelegt, die erst später zum Tragen kommen werden. Die Charaktere trifft er dabei sehr gut. Mals Haltung gegenüber Heldentum entspricht nach wie vor, dem in Serie und Film. Er will, kein Held sein, aber wenn es um Gerechtigkeit und seine Freunde geht, wird er alles tun, was nötig ist. Zoe bekommt naturgemäß mit die größten Auftritte, hat sie doch am meisten mit Washs Tod zu kämpfen. Und es gibt sogar die Rückkehr zweier alter Bekannter, die zusätzliche Würze in das Spiel bringen, besonders auf der emotionalen Seite. So gut wie alle der Besatzung bekommen ihren Moment, abgesehen von Inara, mit der Zack Whedon nicht so recht etwas anzufangen weiß, aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt.
Die Geschichte wird damit auf ihre Weise komplex, interessant und spannend. Die Dialoge sind in echter Whedon-Manier geschrieben und von hohem Unterhaltungswert. Als Leser fühlt man sich, als wären alte Freunde endlich nach Hause zurückgekehrt. So darf es gerne weitergehen.

So sehr Geschichte und Charaktere zu loben sind, tut es weh die Zeichnungen kritisieren zu müssen. Georges Jeanty wird beidem in keinster Weise gerecht. Die Personen vor allem River und Inara sind teilweise schwer auseinanderzuhalten, zu ähnlich sind sich generell die Gesichtszüge, die er ihnen verleiht. Wäre nicht die unterschiedliche Kleidung, wäre es schwer, sie zu erkennen. Details gibt es kaum, alles ist relativ flächig angelegt. Immerhin kann man oft genug, die Stimmungen der Charaktere an den Gesichtern erkennt, vor allem bei River, wobei sie dann allerdings allzu oft sehr kindlich wirken. Auch die Proportionen der Körper stimmen nicht immer und lassen Mal und Co. oft genug wie aus einen Funny-Comic wirken, was gänzlich unpassend zu dieser düsteren Geschichte und Atmosphäre ist. Für weitere Firefly-Comics wird hoffentlich ein anderer Zeichner eingesetzt, der ein besserer Gefühl für die Zeichnungen hat. In dieser Art erfüllen sie ihren Zweck die Geschichte zu bebildern, erzählen tun sie sie aber nur selten.
Die Kurzgeschichte am Ende des Bandes, die eine Episode vor Emmas Geburt erzählt, wurde von Fabio Moon illustriert, der unter anderem auch für die Umbrella Academy verantwortlich ist. Er überzeichnet die Charaktere sehr stark, so dass sie mehr Karikaturen ihrer selbst gleichen. Das ist in diesem Fall aber überhaupt nicht schlimm. Es ist eine lustige Anekdote und  kein wichtiger Baustein und darf somit auch ruhig etwas überdreht wirken.

Wie immer bei Panini gibt es die Cover der einzelnen Hefte zu bewundern und das ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen. Dan Dos Santos liefert hier eine beeindruckende Arbeit ab. Das Cover zu Heft 3 mit River ist perfekt und fängt ihren Charakter ein. Jedes einzelne seiner Bilder wäre es wert als Poster veröffentlicht zu werden.


Fazit

Die Firefly ist wieder unterwegs und das bleibt sie hoffentlich für lange Zeit. Die Zeichnungen mögen gerade eben nur Durchschnitt sein, aber Geschichte und Charaktere enttäuschen nicht und gleichen diesen Umstand mehr als nur aus. Für Firefly-Fans und Anhänger guter Science-Fiction ist Blätter im Wind ein Muss!


Pro & Contra

+ der Operative kehrt zurück
+ wunderbare Cover von Dan Dos Santos
+ alle Charaktere werden getroffen
+ spannende Geschichte, die einen guten Auftakt für weitere Abenteuer bildet

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 3/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit der Serenity:

Rezension zu Serenity – Shepherds Geschichte
Rezension zu Serenity – Keine Macht im Universum
Rezension zu Firefly – Die glorreichen Neun

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