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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Wild Cards: Das Spiel der Spiele (Hrsg. George R.R. Martin)
Geschrieben von Nicole
Dienstag, der 19. Mai 2015

Wild Cards Das Spiel der Spiele-Martin GRR

Penhaligon Verlag, 1. Auflage, August 2014
Taschenbuch, 542 Seiten,
OT: Wild Cards – Inside Straight
aus dem Amerikanischen von Simon Weinert
15,00 Euro [D] | € 15,50 [A]
ISBN-13: 978-3-764-53127-0

Genre: Fantasy


Klappentext

America’s next Superhero!

Kandidaten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gibt es viele. Da ist zum Beispiel Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört, oder Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann. Doch welcher von ihnen ist der größte Held?

Diese Frage soll American Hero, die neue Castingshow im Fernsehen, endlich klären. Für die Teilnehmer geht es um Ruhm und um sehr viel Geld. Dadurch erkennen sie beinahe zu spät, was wahrer Heldenmut ist.


Die Autoren

George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos Das Lied von Eis und Feuer wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie Game of Thrones verfilmt. George R.R. Martin wurde u. a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.


Rezension

Das Wild-Cards-Universum umfasst zahlreiche Bücher, Comics und Pen-Paper-Spiele. Mit Wild Cards - Das Spiel der Spiele bringt der Penhaligon-Verlag den bunten Superhelden-Rummel, scheinbar als Auftakt einer neuen Serie, nach Deutschland. Unter der Schirmherrschaft von Fantasyautor G.R.R. Martin (Game of Thrones) haben sich acht Autoren zusammengetan, um eine Geschichte zu erzählen, die sich wie ein Feuerwerk der X-Men liest.

Wild Cards ist eine Welt bevölkert von Menschen und Mutanten, die je nach Art der Mutation als Joker, körperlich verändert, oder Asse, Menschen mit besonderen Fähigkeiten, bezeichnet werden. Auslöser für die Mutationen ist ein Virus, das in den Sechziger Jahren durch Aliens auf die Erde gebracht wurde. Die Geschichte beginnt mit Jonathan Hive, einem Journalisten, der berühmt werden möchte. Er meldet sich bei der TV-Show „American Hero“ an … Die Besetzung der Show liest sich wie ein Nerd-Traum. Da ist die schüchterne Juanita, die Erde manipulieren kann, das Mädchen …, die ihre Kuscheltiere zu lebenden Giganten wachsen lässt, Tinman lässt alles, was er berührt rosten und Stuntman erholt sich von jeder Verletzung. In verschiedenen Teams kämpfen die Wild Cards um den Titel des „American Hero“, inklusive Herausforderungen, Rauswählen und Zickenkrieg. Zur gleichen Zeit erwächst in den arabischen Ländern ein Konflikt, als die Ermordung des Kalifen zur Verfolgung und Ermordung der ortsansässigen Joker führt. Mit Hilfe des deutschen Asses Lohengrin, der eine unzerstörbare Rüstung und ein Schwert heraufbeschwören kann, machen sich die Teilnehmer der Show auf nach Ägypten, um zu helfen. Der daraus folgende Konflikt ist ein wahres Fest für Comicfans.

G.R.R. Martin und Game of Thrones sind so eng miteinander verbunden wie siamesische Zwillinge. Wer allerdings eine Welt wie Westeros erwartet, wird hier bitterlich enttäuscht. Während GoT durch undurchsichtige Charaktere und eine verwobene Erzählstruktur brilliert, ist Wild Cards sehr direkt und bis auf ein, zwei Ausnahmen angefüllt von Charakteren, die sich schnell in „gut“ (die amerikanischen Helden) und „böse“ (die arabische Regierung) unterteilen lassen. So kann man es schon sehr kritisch sehen, wenn die „armen, verfolgten arabischen Joker“ von „Amerikas Helden“ gegen Panzer und Soldaten der muslimischen Regierung beschützt werden. Der Konflikt aus Amerika gegen die muslimische Welt wird etwas entschärft durch die Darstellung der arabischen Joker, die durchgehend als mehr oder minder sympathische Menschen dargestellt werden. Dennoch hinterlässt es einen leicht schalen Geschmack, dass einmal mehr nur die Amerikaner zu Hilfe eilen, obwohl weltweit über die Gräuel in Ägypten berichtet wird. Ein paar afrikanische, europäische oder asiatische Asse hätten der Geschichte hier durchaus gut getan.

Vielleicht ist diese Latte aber auch zu hoch gelegt. Wild Cards soll hauptsächlich Spaß machen, und das schafft es auch. Die Autoren um G.R.R. Martin liefern abwechslungsreiche Kurzgeschichten, die sich, trotz wechselnder Perspektive, flüssig zu einem soliden Ganzen zusammenfügen. Unter dem Spaß schlummern allerdings auch ernste Töne, die sich in den zwischenmenschlichen Konflikten, aber auch inneren Konflikten wiederspiegeln. Sei es, wenn Juanita die Hänseleien und ihre Selbstzweifel überwindet, Jonathan erkennt, dass Ruhm nicht alles ist, oder eben das Leben der anderen über das eigene gestellt wird. So ist Wild Cards - Spiel der Spiele durchaus als eine Geschichte zu betrachten, die sich mit ernsten Themen auseinandersetzt wie: Heldenmut, Macht, Selbstverwirklichung, und letztendlich mit der Frage beschäftigt, was macht Menschlichkeit aus und wie führt die Politik/ Macht sie ad adsurdum.

Mit 542 Seiten und neun Autoren mit unterschiedlichsten Schreibstilen ist es leider unumgänglich, dass einige der Charaktere auf der Strecke bleiben. So ist Jonathan durchaus solide ausgebaut, über Lohengrins oder Curveball hingegen erfährt man kaum etwas, obwohl ihre Fähigkeiten oder Charaktereigenschaften durchaus auf interessante Hintergrundgeschichten schließen lassen. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass die Charaktere in anderen Bänden der Wild-Cards-Reihe ausführlich eingeführt wurden/ werden, weshalb man gespannt sein darf, wie der Penhaligon-Verlag weiter mit der Serie verfährt. Wild Cards - Das Spiel der Spiele ist in sich weitestgehend abgeschlossen, so dass man anders als bei Game of Thrones nicht auf eine Fortsetzung warten muss.


Fazit

Mutanten im Reality TV. Die Suche nach etwas Spaß und Ruhm endet für die meisten Mutanten in einem politischen Konflikt. G.R.R. Martin und die acht Autoren um ihn schaffen mit Wild Cards – Das Spiel der Spiele einen Mix, der bunt, wild und explosiv ist. Jeder der Autoren bringt seine eigene Sicht und seinen eigenen Charakter in die Geschichte, die gekonnt persönliches Drama mit politischer Brisanz verbindet.


Pro/Contra

+ Mutanten mit verrückten Fähigkeiten
+ Spannung, Action und persönliches Drama
+ Prise Humor, die den Lesefluss leicht hält

- einige Charaktere bleiben zu blass
- Geschichte teilweise eindimensional

Bewertung: sterne4

Charaktere: 4/5
Handlung: 3/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


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Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 15. Juli 2015
 

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