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Lost Ctrl Band 2 (Evelyne Park)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 24. Juli 2015

lost ctrl2

Carlsen (Mai 2015)
Taschenbuch, 196 Seiten, 6,95 EUR
ISBN:  978-3-551-77689-1

Genre: Science Fiction / Dystopie


Klappentext

Vor einem Jahrhundert bewegte sich die Technik in zwei ganz unterschiedliche Richtungen. Roboter wurden menschlicher und Menschen wurden immer mehr »robotisiert«.

Zu dieser Zeit hatte Scarlett nichts mehr zu verlieren und meldete sich freiwillig als Versuchsperson für die »Operation Roboter«. Dann kam die Liebe und die Rebellion. Scarlett musste erneut alles aufgeben und wurde in die Zukunft geschickt…


Rezension

In einer Zeit, in der Maschinen immer menschlicher und Menschen immer mehr zu Maschinen wurden, hat sich Scarlett entschieden, ihren Körper für experimentelle Modifikationen zur Verfügung zu stellen. Sie wollte ein Herz aus Stahl, doch stattdessen verliebte sie sich in den Rebellenanführer Nium, der sich gegen die zunehmende Technisierung der Gesellschaft und die Kontrolle durch das Netz aussprach. Als die Rebellion scheiterte, ließen sich Scarlett und Nium in Tiefschlaf versetzen, um in einigen Jahren einen neuen Versuch zu wagen. Doch etwas ging schief: Scarlett erwacht ganze hundert Jahre in der Zukunft – allein. Nium ist fort. Und von der Rebellion sind gerade einmal vier Menschen übrig geblieben. Scarlett wird mit einer Welt konfrontiert, in der das Netz absolute Kontrolle ausübt und jeder jederzeit online ist und überwacht wird. Trotzdem will sie Niums Erbe antreten …

Scarlett hat ihre Trauer noch nicht ganz überwunden, als sie bereits die erste Mission antritt. Da sie ein stark veraltetes Modell ist, kann sie vom Netz nicht gefunden werden – was die Rebellen ausnutzen wollen. Zwar wäre Scarlett schon einmal fast geschnappt worden, aber sie wollen trotzdem versuchen, über sie eine Nachricht an alle, die ebenfalls zweifeln, zu schicken. Und schließlich greifen sie zu radikalen Mitteln, um die Menschen endlich vom Netz zu befreien – ein Wagnis, das Opfer erfordert. Dabei lernt man die kleine Rebellengruppe um Scarlett jetzt erst richtig kennen. Evelyne Park nimmt sich Zeit, um die Vergangenheit von Jeckyll und Virus darzustellen, jenem jungen Mann, der die Gruppe vor dem Einfluss des Netzes abschirmt. Es kommt heraus, dass Jeckyll und Virus eine gemeinsame Zeit in einem Versuchslabor verbindet.

Der zweite Band gewährt zudem Einblicke in die gemeinsame Kindheit von Tristan und Butler (welcher auf dem Cover zu sehen ist). Während Tristan als Nachkomme des Wissenschaftlers, der Scarlett damals in Stase versetzte, dem Netz fern bleibt und aus dem Untergrund heraus operiert, tarnt sich Butler als Webmaster und ist Teil der Kontrollmaschinerie. Durch seinen Einfluss kann er die kleine Rebellengruppe von außen schützen, doch er wird im Verlauf der Geschichte auch zu einer grausamen Entscheidung gezwungen. Scarlett begreift währenddessen, dass sie Nium loslassen muss, um sich eine neue Zukunft aufzubauen. Butler unterstützt sie dabei und ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu finden.

Bereits im ersten Band war die Story von „Lost Ctrl“ sehr komplex. Der zweite und letzte Band bringt die Handlung zu einem insgesamt gelungenen Abschluss, wobei das Ende offen bleibt – was ganz gut zur Story passt. Allerdings bekommt man von den inzwischen liebgewonnenen Charakteren jeweils nur einen kleinen Ausschnitt ihrer Vergangenheit, bevor man sich von manchen frühzeitig verabschieden muss. Auch kommen im Verlauf des zweiten Bandes Fragen auf, auf die Evelyne Park keine zufriedenstellenden Antworten liefert – beispielsweise warum das Netz in ihrer hochtechnisierten Zukunft nicht die ganze Welt umspannt, sondern lokale Schranken aufweist. Das macht es leichter angreifbar, was den Rebellen zugutekommt, aber als Leser wundert man sich über diese Abgrenzung.  Zudem muss man sich auf Begriffe aus der Informatik einstellen, wie Script oder Firewall (wobei diese Begriffe heutzutage auch viele Laien kennen).

Zeichnerisch bleibt Evelyne Park ihrem Stil treu und überzeugt wieder mit futuristischen und leicht abstrakten Bildern. Das Netz selbst wird symbolisch dargestellt, beispielweise als riesige Bibliothek mit Büchern, die die Erinnerungen der jeweiligen Personen enthalten. Der starke Einsatz von Rasterfolie sowie die Gesichter der Protagonisten erinnern zudem ganz leicht an Pop Art, was den Manga sehr ausgefallen erscheinen lässt. „Lost Ctrl“ sieht durchweg professionell und vor allem einzigartig aus. Am Ende ist man etwas traurig, dass Scarletts Geschichte nach gerade einmal zwei Bänden schon vorbei ist – die dystopische Welt hätte Platz für mehr geboten.


Fazit

„Lost Ctrl“ endet nach gerade einmal zwei Bänden mit der Wiederauferstehung der Rebellion und einem spektakulären Angriff auf das Netz. Auf den Leser warten spannende Einblicke in die Vergangenheit liebgewonnener Charaktere, aber auch Verluste und harte Entscheidungen. Die dystopische Welt hätte Platz für mehr geboten, doch Evelyne Park hat es geschafft, die Handlung zufriedenstellend abzuschließen – und einen außergewöhnlichen Manga zu schaffen, der mit seiner einzigartigen Optik und einem extrem coolen Setting überzeugt.


Pro & Contra

+ Scarlett wendet sich endlich ihrer Zukunft zu
+ Einblicke in die Vergangenheit der Protagonisten
+ spannenden bis zur letzten Seite
+ tragische Entscheidungen
+ futuristische, technisch angehauchte Zeichnungen
+ toll designte Kleidung der Charaktere

o hohes Erzähltempo

- Unstimmigkeiten, was das Netz betrifft

Wertung: sterne4

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu "Lost Ctrl" Band 1

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 24. Juli 2015
 

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