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Die Gefährten - Die Legende vom Dunkelelf (R.A. Salvatore)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 23. Oktober 2015

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (September 2014)
Taschenbuch: 544 Seiten; 9,99 €
ISBN-13: 978-3442269884

Genre: Fantasy


Klappentext

Sie waren die Gefährten der Halle. Drizzt Do´Urden und seine Freunde haben mehr als einmal die Vergessenen Reiche vor dem Untergang bewahrt. Doch der Preis war stets hoch, und letztlich haben sie ihren Sieg mit dem Leben bezahlt. Drizzt ist der letzte von ihnen und hat sich aus Trauer über den Verlust von der Welt zurückgezogen. Jetzt zieht ein neues Zeitalter heran, und die Welt braucht neue Helden! Aber wenn die Götter sich in das Leben der Sterblichen einmischen, kommt nichts so, wie man es erwartet....


Rezension

Cattie-Brie, Bruenor, Regis und Wulfgar sind tot. Drizzt muss als Letzter der Gefährten der Halle alleine in der Welt zurecht kommen und dies tut er mehr schlecht als recht. Seine Pfade sind dunkler geworden und seine Seele ist nicht mehr so fest gegen die Einflüsterungen des Dunklen gewappnet. Über hundert Jahre sind seine Freunde fort und diese Zeit hat eben ihren Tribut gefordert. Mielikki, Drizzt und Cattie-bries Göttin, weiß genau, wie es um ihren größten Kämpfer steht. Deswegen macht sie seinen Freunden ein Angebot. Sie können ins Leben zurückkehren, wiedergeboren werden, wenn sie dafür eine Abmachung eingehen und ihr helfen Drizzts Seele zu retten. Einundzwanzig Jahre nach ihrer Geburt sollen sie sich an Bruenors Anhöhe versammeln und dort auf den Dunkelelf treffen. Die Entscheidung dazu fällt nicht unbedingt leicht, schließlich wird auch ihr neues Leben von Gefahren und Abenteuern geprägt sein, wohingegen das Jenseits mit Frieden und Freude lockt. Trotzdem entscheiden sich Bruenor, Regis und Cattie-brie für ein neues Leben, um ihren Freund beizustehen, nur Wulfgar scheint den ewigen Frieden vorzuziehen und so kommt es, dass die Freunde wiedergeboren werden und sich plötzlich in einer Welt wiederfinden, die so anders ist, als die, die sie einst verlassen haben.

Bei Dungeons & Dragons und in den Forgotten Realms ist es nicht unbedingt ungewöhnlich, dass Tote zurückkehren. R.A. Salvatore hat diesen Plottwist selbst bereits einmal benutzt, als er den scheinbar toten Wulfgar in Die Küste der Schwerter zurückkehren ließ. So könnte man meinen, dass Altbekanntes einfach nur aufgewärmt wird. Das würde es auch, wenn R.A. Salvatore sich nicht für einen neuen Weg entscheiden würde. Bisher war es immer so, dass vermeintlich Tote, so wieder zurückkehrten, wie sie gestorben waren, im gleichen Alter zum Zeitpunkt ihres Todes und mit genau denselben Fähigkeiten. Selten wurde in Romanen der Forgotten Realms, die Auswirkungen des Todes auf die Psyche der Helden gezeigt, von Wulfgar abgesehen.

R.A. Salvatore geht nun anders vor. Cattie-brie, Regis und Bruenor werden wortwörtlich wieder geboren. Sie kommen als Kinder neuer Eltern auf die Welt, besitzen aber gleichzeitig die Erinnerungen an ihr altes Leben, während sie neue Erfahrungen machen. Das hat gerade im Fall von Regis wesentliche Auswirkungen auf sein Verhalten und seinen Charakter. In seinem ersten Leben fühlte er sich meist als Klotz am Bein seiner Freunde. Er war derjenige, der gerettet werden musste und nur wenig zu ihren Abenteuern beitragen konnte. Das soll sich nun ändern und er bekommt tatsächlich die Gelegenheit dazu. So lernt er meisterhaft zu fechten, Diplomatie und erhält Einblicke in die Zauberkünste. Neben seinem neuerwachten Ehrgeiz kann er seinen ursprünglichen Charakter aber nicht verleugnen, schließlich sind die prägenden Ereignisse seines ersten Lebens immer noch in seinem Gedächtnis, so dass er nach wie vor ein Schlitzohr ist, welches sich häufig in Schwierigkeiten bringt. Ähnliches gilt für Cattie-brie und Bruenor. Alle stehen im Spannungsfeld zwischen alten Erinnerungen und neuem Wissen. Mehr als einmal müssen sie sich neu für ihre Mission, Drizzt zu helfen, entscheiden. Sie werden in Versuchung geführt, diese Aufgabe nicht zu erfüllen, da sie neue Verpflichtungen haben und neue Freunde gefunden haben. Nur Cattie-brie fällt es relativ leicht, sich auf den Sinn ihres neuen Lebens zu konzentrieren, da sie mit Drizzt mehr verbindet als nur Freundschaft. Ihre Liebe zu ihm hat sich auch über den Tod hinaus erhalten. So arbeitet sie zielstrebig daran ins Eiswindtal zurückzukehren. Bruenor hat es da bedeutend schwerer, da er die Folgen seines Waffenstillstands mit den Orks sehen muss und sein Bestreben alles in Ordnung zu bringen und sein Pflichtgefühl gegenüber den Zwergen sehr groß ist. Dennoch macht auch er sich auf den Weg zu Kelvins Steinhügel.

R.A. Salvatore gelingt es in Die Gefährten eine Geschichte zu erzählen, die vom Grundgedanken erstmal vielleicht nicht so spannend klingt, mitreißend zu gestalten. Die Gefährten ist sehr charakterzentriert. Er nimmt sich viel Zeit um den neuen Lebensweg der Freunde zu zeigen. Dadurch gestattet er einen sehr tiefen Einblick in die Charaktere und stellt sie äußerst lebendig und mit vielen Facetten dar. Gleichzeitig schafft er viele Ansatzpunkte für zukünftige Abenteuer, die nicht altbekannten Schemen entsprechen müssen. Er bricht alte Strukturen innerhalb der Gruppe auf und lässt sie so neu entstehen, mit vielen neuen interessanten Möglichkeiten. Sein Schreibstil ist dabei der Geschichte angepasst. Er erzählt ruhig, nimmt sich Zeit, nur in den für ihn charakteristischen Kämpfen erhöht er das Tempo, was aber nicht allzu oft vorkommt. Beim Lesen ist zu merken mit wie viel Freude und Spaß er bei der Sache war. Die Frischzellenkur der Gefährten der Halle ist definitiv gelungen und selten hat man über Drizzt so viel erfahren, obwohl er so wenig wie nie zuvor auftritt. Es stimmt eben, dass die Freunde, die man hat, viel über eine Person aussagen. Die Gefährten ist damit eins der besten Bücher der Reihe und ein idealer Einstiegspunkt für Neuleser, denn Vorwissen wird eigentlich nicht benötigt. Auch ohne zu wissen, wer Jarlaxle, Entreri und Co. sind, ist das Buch äußerst unterhaltsam und verständlich. Nur wer alte Pfade und viel Action erwartet, dürfte enttäuscht sein, die gibt es hier nicht. Nur eine sehr gute Geschichte und starke Charaktere.


Fazit

Immer, wenn man denkt, es gäbe nichts Neues mehr über Drizzt und seine Freunde zu erzählen, überrascht R.A. Salvtore den Leser und präsentiert seine Figuren unter einem neuen Blickwinkel. In Die Gefährten stellt er seine Charaktere auf den Kopf und lässt sie doch altbekannt erscheinen. Die Gefährten offenbart, wie viel Potential weiterhin in dieser Reihe steckt und lässt den Leser ungeduldig auf den nächsten Band zurück.


Pro & Contra

+ Regis wird kräftig umgekrempelt
+ geschickter Aufbau des Romans
+ neue Blickwinkel

Bewertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von R.A. Salvatore:

Rezension zu Die Dunkelelfen
Rezension zu Der Fluch der Dunkelelfen
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Rezension zu Die Legende von Drizzt: Die Niewinter-Erzählungen Bd.1
Rezension zu Das Lied von Usgar

Interview mit R.A. Salvatore (engl.)
Interview mit R.A. Salvatore (dt. Übersetzung)

 

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 07. Oktober 2019
 

Kommentare  

#2 SpoilerMarkus 2015-11-10 11:24
Hallo River,

es freut mich, dass Dir die Rezi mal wieder Lust auf die Vergessenen Reiche gemacht hat. Und ich kann Dir versichern, ich habe so wenig gespoilert, wie es nur möglich war. Wer die letzten Bücher gelesen hat, dürfte nicht viel Überraschendes in der Rezi gefunden haben. Aber dafür ist noch massig enthalten, was überraschen kann.

Gruß,
Markus
#1 Schöne Rezi!River 2015-11-05 13:21
Oooh, so viele Spoiler, ich hätte es nicht lesen sollen. Aber richtig schöne Rezi, die mir mal wieder Lust auf die Vergessenen Reiche macht!

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