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Roter See (Sandra Herrler)
Geschrieben von Patricia
Dienstag, der 06. Oktober 2009

Dresdner Buchverlag, Juni 2009
TB, 236 Seiten, € 17,90
ISBN: 978- 3941757004

Genre: Thriller


Klappentext

In einem kleinen idyllischen Ort in Bayern geschieht das Unfassbare: Eine junge Mutter begeht Selbstmord. Tiefe Trauer erschüttert die Familie und niemand hat eine Erklärung dafür. Selbst ihr Ehemann kann sich an diesen tragischen Tag nicht erinnern – bis er von seltsamen Visionen heimgesucht wird, die ihm den Verstand rauben und ihn schließlich dazu bringen, seine Schwägerin, seine Kinder und am Ende sich selbst umzubringen. Doch Achtung! Nichts ist auf den ersten Blick so, wie es scheinen mag! Gibt es wirklich nur einen Schuldigen? Oder ist der Täter nicht vielleicht doch auch ein Opfer – und umgekehrt? Erst ein genauerer Blick hinter die Fassade zeigt die wahre Geschichte dieser grausamen Tragödie.


Die Autorin

Die 1972 in Neumarkt geborene Autorin Sandra Herrler lebt seit 12 Jahren in München. Als ausgebildete Personalberaterin war sie viele Jahre im HR-Bereich tätig. Seit 2008 ist sie mit ihrer eigenen Firma selbstständig. Schon seit ihrer Kindheit ist sie von Literatur fasziniert und begann auch schon sehr früh, eigene Werke zu verfassen. Der Thriller „Roter See“ ist ihr bisher drittes veröffentlichtes Werk


Rezension

Nichts ist so wie es scheint, dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte. Sandra Herrler nimmt ihre Leser mit auf eine Reise, eine Reise in die Abgründe der Gedankenwelt eines Psychopathen. Wie war es wirklich? War Anja doch nicht die perfekte Hausfrau und liebende Mutter, als die man sie kannte? Was ist mit Kerstin, ihrer Schwester? Ist ihr Verhalten wirklich so selbstlos, wie sie es die Außenwelt gerne glauben lassen möchte? Und die wichtigste Frage, ist Christian wirklich so verrückt oder wurde er nur manipuliert?

Häppchenweise erfährt man immer wieder neue Wendungen, neue Charakterzüge tauchen auf und nichts ist wirklich so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Meint man, die Hintergründe zu kennen und einem Charakter zu glauben, so wird mit Sicherheit seine nächste Handlung den Leser wieder in eine völlig andere Richtung drängen. Nichts ist so, wie es scheint, und nach einiger Zeit ist man auch dermaßen verwirrt, dass man einfach alles glaubt, was uns die Autorin glauben lassen möchte. Und alles ist glaubhaft, hinter der Fassade einer scheinbar glücklichen Familie brodelt es doch gewaltig, jeder könnte so oder so gehandelt haben.

Leider gibt es auf der Reise zu viele Zwischenstationen. Ständig erfahren wir wieder und wieder die gleichen Gedanken und Zusammenfassungen, Christians Gefühlswelt wird immer verworrener. Aber wieder und wieder sieht und denkt er das gleiche, seine blitzartigen Visionen und Reflexionen fokussieren immer nur das gleiche Thema, nämlich Anja. Er ist nämlich gar nicht so gut mit allem zurechtgekommen, wie alle geglaubt haben. Nach und nach nimmt der Wahnsinn Oberhand, um die Reise endlich zu ihrem bestimmten Ziel zu führen. Leider ist das Buch aber nicht so umfangreich, dass man sich mit den vielen ausführlichen Wiederholungen arrangieren könnte. Passiert dann wieder etwas, fliegen die Seiten wie von selbst. Sandra Herrler gelingt es, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten, man will endlich wissen, wie es ausgeht und wer gewinnt, der Wahnsinn oder doch noch der Menschenverstand. Und getreu dem Motto zerfrisst einen die Spannung, ob denn nun doch wirklich nichts so ist wie es scheint, vielleicht ist es am Ende doch ganz anders.

Die Geschichte ist sehr realistisch und gut nachzuvollziehen, es könnte tatsächlich so gewesen sein. Alleine schon der Anfang, das Getratsche am offenen Grab lässt einen zusammenzucken und man erkennt die wahre Welt wieder, punktgenau charakterisiert die Autorin hier die angeblich so heile Dorfgemeinschaft. Und diese Punktgenauigkeit verliert sie auch nie, die Personen sind herrlich skurril, dabei aber immer wirklichkeitsgetreu und von jedem Charakter ist etwas vertreten.

Exorbitant ist allerdings der Preis des Buches. Nur ein Taschenbuch mit gerade einmal 234 Seiten, zwar in guter Qualität, aber nichts Herausragendes. Weder ist die Geschichte außergewöhnlich, noch möchte man das Buch als Schmuckstück in sein Regal stellen. Gerade in den heutigen Zeiten wird man sich bestimmt zweimal überlegen, soviel Geld für so wenige Seiten auszugeben, für eine zwar sehr spannende Geschichte, aber eine relativ unbekannte Autorin. Das Lesevergnügen ist doch recht kurz.


Fazit

Ein möglicherweise wahres Verbrechen wird detailliert von allen Seiten beleuchtet, man findet sich sehr schnell in einer Welt des Wahnsinns und der grausamen Visionen wieder. Packend erzählt hofft man bis zum Schluß, dass nichts so ist, wie es scheint.


Pro und Contra

+ fesselnd
+ Einblick in die Gedanken eines Psychopathen
+ realistisch
+ interessante Dorfgemeinschaft

- ständiges Wiederholen der Gedanken und Ereignisse
- zu kurz

Wertung:

Handlung:4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 2/5

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 06. Oktober 2009
 

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