Constantine Bd.3 – Der böse Doppelgänger (Ray Fawkes, Jeremy Haun, Juan Ferreyra)

Verlag: Panini; (Oktober 2015)
Softcover: 156 Seiten; 16,99 €
ISBN-13: 978-3957984692

Genre: Horror/ Mystery


Klappentext

Gefangen auf einer sterbenden Welt

Der britische Okkultist John Constantine ist auf Erde 2 gefangen. Dort tobt ein brutaler Krieg zwischen den heldenhaften Verteidigern der Alternativwelt und den finsteren Angreifern aus Apokolips. Doch Constantine erlebt nicht nur die Schrecken des Krieges zwischen Aliens und Göttern und trifft den Superhelden-Zauberer Dr. Fate, er begegnet auch seinem Parallelwelt-Pendant, dessen Leben in großer Gefahr ist. Der Trickser im Trenchcoat, der aus so gut wie jeder aussichtslosen Lage herauskommt, muss diesmal den größten Verschwinde-Trick aller Zeiten hinkriegen, während er sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst retten muss – am Besten gleich zwei Mal...

Die komplette Storyline um Constantines Abenteuer auf der kriegsgebeutelten Parallelwelt 2, geschrieben von Ray Fawkes (JUSTICE LEAGUE DARK) und gezeichnet von Jeremy Haun (BATWOMAN) und Juan Ferreyra (BATMAN ETERNAL).


Rezension

Constantine hat es am Ende von Zauberer und Scharlatane auf die Erde 2 verschlagen, auf der gerade ein Krieg tobt, der den Untergang dieser Welt herbeiführen wird. Und nicht nur das, die Flüchtlinge werden bald in der für Constantine „normalen“ Welt eintreffen, was letztlich zu Futures End führen wird. Aber zunächst hat Constantine andere Sorgen. Er ist noch völlig orientierungslos, da wird er bereits von einem Magier angegriffen. Zunächst scheint er völlig unterlegen, aber Constantine wäre nicht Constantine, wenn er nicht einen Trick auf Lager hätte. Nachdem ihm bewusst wird, dass er auf Erde 2 ist, ergreift er die Gelegenheit. Der Schlüssel zu seinem zeitweiligen Überleben ist der Constantine dieser Welt, der eine äußerst unangenehme Erfahrung machen muss. Anschließend macht sich Constantine auf die Suche nach seinem Pendant, der so ganz anders ist als er selbst. Denn während Constantine auf unserer Erde den Pfad der Magie einschlug, hat der der Erde 2 ein normales Leben geführt mit einer intakten Familie, mit Freunden und sogar einer Karriere als Rockstar, bis eben Darkseid mit seinen Horden den Planeten überfiel. Johns einzige Möglichkeit Erde 2 zu verlassen ist mit seinem anderen Ich zusammenzuarbeiten, dafür ist aber das vielleicht größte Opfer nötig.

Die ersten Bände von Constantine waren bereits hervorragend geschrieben. Ray Fawkes präsentierte den Okkultisten als einen Mann, der bereit ist, alles zu opfern, um das Richtige zu tun, und nicht davor zurückschreckte, sich dabei die Finger so richtig schmutzig zu machen. Der Zweck heiligte jederzeit für ihn die Mittel. Dabei blieben viele Freunde und sogar seine Familie auf der Strecke. Genau diese Verluste haben ihn zu dem werden lassen, der jetzt ist. In Der böse Doppelgänger lässt ihn Fawkes nun auf seine Eltern und all jene treffen, die für ihn starben. Er sieht was hätte sein können, wenn er nicht den Weg der Magie eingeschlagen hätte und das ist für Constantine das vielleicht einschneidendste Erlebnis überhaupt. Der ohnehin sehr komplexe Charakter erhält dadurch noch mehr Tiefe. Als Leser erhält man einen noch besseren Einblick in seine Seele, in seine Beweggründe und wie er denkt. Dies stellt Ray Fawkes in seiner bisher besten Arbeit für die Reihe auf unvergleichliche Art dar. Deswegen wird die Handlung auch vor allem von inneren Konflikten getragen, jenen die John Constantine mit sich selbst ausfechten muss und jenen, die durch die Interaktion mit seiner Familie entstehen. Die äußeren Gefahren spiegeln dies alles nur und treiben die Handlung auf die Spitze zu, ohne sie zu dominieren. Damit hat Fawkes einen würdigen Abschluss der Reihe geschaffen, die in dieser Form nicht fortgesetzt wird. Glücklicherweise wird Constantine mit einem neuen Kreativteam und einer neuen Serie zurückkehren.
Der Constantine-Beitrag zu Futures End ist glücklicherweise nicht so belanglos, wie der anderer Reihen hierzu. John trägt hier sein letztes Gefecht mit Dr. Fates Helm aus und wie immer hat er einen ganz besonderen Trick auf Lager. Was wiegt ein Herz? Ist wie der Rest des Bandes von Ray Fawkes super geschrieben und inszeniert. Bei der Qualität der Constantine-Geschichten bleibt nur die Frage, warum Fawkes sein Können nicht bei Pandora gezeigt hat, das deutlich schwächer ist.

Das größte Rätsel bei dieser Veröffentlichung ist, warum Juan Ferreyra im Klappentext so prominent als Zeichner genannt wird, denn von den sieben enthaltenen Heften, hat er gerade einmal das zum Futures End Beitrag gezeichnet. Alle anderen wurden von Jeremy Haun in Szene gesetzt und der macht seine Sache richtig gut. Im Zusammenhang mit Constantines Gesichts spielt er gerne mit Licht und Schatten und verdeutlicht seine dunkle Seite ebenso visuell. Dr. Fate scheint ebenfalls eine Figur zu sein, die ihm liegt. Gerade mit ihm gelingen ihm ein, zwei herausragende Bilder, besonders wenn der Zauberer seinen ersten Auftritt im großen Handlungsbogen hinlegt. Ansonsten sind ihm die Zeichnungen wirklich sehr gut gelungen. Sie stehen damit über dem Durchschnitt. Haun hat ein Auge für Perspektiven und ein sehr gutes Gefühl für den Rhythmus einer Szene. Juan Ferreyra ist im Vergleich dann noch eine Klasse für sich. Wie er Anubis und den Helm Dr. Fates zeichnet kann nur als perfekt bezeichnet werden. Normalerweise täuschen die Cover von Superhelden eine viel höhere zeichnerische Qualität vor, als zwischen den Buchdeckeln zu finden ist, in diesem Fall aber hält Ferreyra das Niveau seiner Cover und die Splashpage von Anubis gegen Dr. Fate sieht einfach genial aus. Zeichnungen von dieser Qualität bitte mehr. Graphisch auf jeden Fall eine Herausforderung für die Batman-Comics, die bisher am Besten gezeichnet sind.

Neben den Covern ist ein informatives Interview mit Jeremy Haun enthalten.


Fazit

Constantine – Der böse Doppelgänger ist der perfekte Abschluss für die Serie über den britischen Okkultisten. Ray Fawkes und Jeremy Haun setzen John Constantine ein letztes Mal in Szene und liefern dabei die beste Geschichte im neuen DC-Universum über ihn ab. Unbedingt lesen!


Pro & Contra

+ innere Konflikte überwiegen
+ gut erdachte Geschichte
+ sehr gute Zeichnungen von Juan Ferreyra und Jeremey Haun

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Constantine:

Rezension zu Constantine Bd.1
Rezension zu Constantine Bd.2
Rezension zu Constantine – The Hellblazer Bd.1

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