Freitag, 22. November 2019

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Der Herr des Turmes: Rabenschatten 2 (Anthony Ryan)
Geschrieben von Maria
Samstag, der 14. November 2015

Verlag Klett-Cotta (September 2015)
Hardcover, 859 Seiten, € 24,95
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Tower Lord
ISBN: 978-3608960181

Genre: Fantasy


Klappentext

Vaelin al Sorna kehrt aus den Schlachten zurück und die schwere Bürde der Erinnerung lastet auf ihm. Nie wieder will er töten. Zu viele haben in König Janus’ Krieg ihr Leben gelassen. Nicht nur, dass er für viele, die überlebt haben, das Ziel ihrer Rachegelüste ist. Zum Turmherrn der Nordlande ernannt, möchte er fern aller Intrigen Ruhe finden. Doch der neue König ist schwach und die Feinde des Reiches schmieden ein Bündnis, das mehr und mehr an Macht gewinnt. Wird Vaelin al Sorna, der das Töten hasst und in seiner Loyalität hin und her gerissen ist, doch wieder zum Schwert greifen?


Rezension

Zurückgekehrt aus Krieg und blutigen Schlachten hegt Vaelin al Sorna eigentlich nur noch einen Wunsch: Ein ruhiges Leben führen und nie wieder töten müssen! Doch das Schicksal hat andere Pläne. Vom neuen König wird er zum Turmherrn der Nordlande ernannt, aber selbst im hohen Norden machen sich bereits neue, feindliche Machenschaften bemerkbar, die nach und nach das ganze Land überziehen. Vier verschiedenen Personen fällt dabei eine besondere Rolle zu, die Geschicke des Reiches in die eine oder andere Richtung zu lenken ...

Die mit Spannung erwartete Fortsetzung von Lied des Blutes schließt von der Handlung her relativ dicht an den Vorgängerband an, wartet jedoch von Anfang an mit einem veränderten Erzählgefüge auf. Ob das nun besser ist oder schlechter, sei dahingestellt, auf jeden Fall ist es anders, und als Leser muß man sich erst daran gewöhnen. So ist der allen ans Herz gewachsene, unumstrittene Held aus dem ersten Buch nicht mehr die alleinige Hauptperson, sondern muß diese Position mit drei anderen Charakteren teilen. Die Erzählperspektive wechselt nun zwischen vier Protagonisten kapitelweise durch, deren unterschiedliche Schicksale sich kontinuierlich aufeinander zu bewegen. Dabei drohen sie nicht nur einmal, Vaelin al Sorna die Show zu stehlen, besonders die junge Frau namens Reva entwickelt sich im Lauf der Story zu einer hochinteressanten Persönlichkeit. Einerseits ist es ein wenig schade, dass Vaelin etwas zu kurz kommt, den am wenigsten spannenden Teil der Handlung innehat und erst relativ spät eine feste Größe im Erzählgefüge wird. Dafür wird man durch den konsequent beibehaltenen, großartigen Umgang des Autors mit seinen Charakteren entschädigt, was bedeutet, sie alle machen eine zum Teil erhebliche Entwicklung durch und verfügen über eine Dreidimensionalität, die beinahe schon greifbar ist.
Ein großes Gewicht liegt diesmal auf den weiblichen Figuren, die eine gewaltige Bandbreite an Charaktereigenschaften vertreten, im Positiven wie im Negativen.

Auch mit dem Schreiber Verniers al Sorma gibt es ein Wiedersehen; die jeweiligen Einführungen zu den einzelnen Teilen des Buches werden aus seiner Perspektive geschildert. Mittlerweile selbst in Gefangenschaft geraten, berichtet er, wie es ihm bei der Gegenseite ergeht.
Auf diese Weise bekommt man als Leser weitere Informationen über kulturelle Eigenheiten und Zusammenhänge in geschickter und interessanter Verpackung vermittelt.
Verwöhnt von den vielen starken Haupt- und auch Nebenfiguren erscheinen die Charaktere der Gegenseite mit Ausnahme von Frentis‘ geheimnisvoller Begleiterin im Vergleich fast ein wenig farblos und zu einseitig, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau und tut dem Lesespaß keinen Abbruch.

Im Lauf der Geschichte kommen sehr schnell sehr viele Personen und Schauplätze zusammen und bilden ein komplexes Geflecht, bei dem alles auf irgendeine Weise mit allem verwoben ist; eine Tatsache, die man zwar früh ahnt, die aber erst gegen Ende wirklich bestätigt wird. Dass man in den unzähligen Wirren trotzdem den Überblick behält, ist nicht zuletzt auch Ryans klarem, ausgefeiltem Schreibstil zu verdanken, der den Leser sicher durch die vielfältigen Settings führt. Darüber hinaus ist Rabenschatten 2 sehr viel düsterer, blutiger, grausamer und kampflastiger angelegt als der erste Band und muß deswegen endgültig der Erwachsenenfantasy zugerechnet werden.

Herr des Turmes kann man zwar lesen, ohne den Vorgängerband zu kennen, empfehlenswert ist es allerdings weniger, weil man dann viele der Hinweise auf frühere Ereignisse und Zusammenhänge nicht so ohne weiteres versteht. Das gilt ganz besonders für Vaelins Lied des Blutes; ohne zu wissen, was genau es damit auf sich hat, entgeht einem ein wichtiger Teil der Handlung.
Der zweite Band wird bei Trilogien gerne etwas stiefmütterlich behandelt, gilt oft als problematisch oder auch als weniger gelungen. Anthony Ryan hat in seinem Mittelband jedoch sehr gekonnt die ‚Brückenteil - Klippe‘ umschifft, so dass man nicht einen Moment lang das Gefühl hat, die Handlung würde sich an unwichtigen Nebenschauplätzen verzetteln oder es müssten krampfhaft Überleitungen geschaffen werden. Die Story scheint sich vielmehr homogen weiterzuentwickeln und alles, was passiert, erscheint wichtig und Teil eines gößeren Ganzen zu sein, dessen endgültige Ausmaße man als Leser am Ende des zweiten Bandes noch nicht einmal abschätzen kann. Die Spannung bleibt also erhalten und die Vorfreude auf den dritten Band ist groß; wann dieser auf Deutsch erscheinen wird, ist zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht bekannt.


Fazit

Der zweite Band von Anthony Ryans Rabenschatten-Trilogie, Herr des Turmes, ist anders gestaltet als der Vorgänger, doch das Konzept geht absolut auf. Es bleibt spannend, die episch angelegte Handlung schreitet voran, bekommt neue Facetten und das hohe Niveau des ersten Bandes konnte bis auf ein paar minimale Schwächen gehalten werden. Alles in allem eine rundum gelungene Fortsetzung!


Pro & Kontra

+ es bleibt komplex und sehr spannend
+ interessante Charaktere
+ alle Figuren sind auch diesmal stimmig und dreidimensional gezeichnet
+ bildhafte Beschreibungen mit viel Liebe zum Detail
+ einige neue Ideen
+ ansprechender Schreibstil
+ Karten und Dramatis Personae
+ sehr schön gestaltetes Cover
+ man möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht

o Erzählung wechselweise aus der Sicht von vier verschiedenen Personen
o viel ‚Frauenpower‘
o sehr blutig, düster und kampflastig

- Der Protagonist kommt etwas zu kurz
- die Gegenseite hätte etwas ausführlicher dargestellt werden können

Wertung:

Handlung:4/5
Charaktere:5/5
Lesespaß:4,5/5
Preis/Leistung:4/5


Rezension zu "Das Lied des Blutes: Rabenschatten 1"
Rezension zu "Die Königin der Flammen: Rabenschatten 3"

 

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 22. September 2016
 

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