Mit meinen Hunden (Nicolas Vanier)

Verlag: Malik (November 2015)
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten; 22,99 €
ISBN-13: 978-3890294643

Genre: Reisebericht


Klappentext

Das neue große Abenteuer von Nicolas Vanier

Im Winter 2013/2014 bricht Nicolas Vanier mir seinem Hundegespann von der russischen Pazifikküste zu einer 6000 Kilometer langen Reise auf, die ihn 85 Tage durch Sibirien, China, die Mongolei und schließlich zum Baikalsee führt. In seinem packenden Expeditionsbericht erzählt er von gefährlichen Zwischenfällen, widrigen Wetterverhältnissen und interessanten Begegnungen mit einheimischen Fischern und Jägern. Mit ansteckender Leidenschaft schildert er die Faszination der Wildnis und die enge Verbindung zu seinem Schlittenhunden, die treu zu ihm halten und auf die in jeder Situation Verlass ist.


Rezension

Der Franzose Nicolas Vanier ist Abenteurer, Filmemacher und Autor. 1962 im Senegal geboren, zieht es ihn immer wieder in die Gegenden des eisigen Norden. Sibieren, Kanada, Alaska, ihm scheint es nicht kalt genug sein zu können. Das mag auch im Zusammenhang mit einer seiner großen Leidenschaften zu stehen: Den Schlittenhunden, die für ihn mehr sind, als bloße Arbeitstiere, sondern treue Begleiter seiner Abenteuer.

Sein neuestes und vermutlich eins seiner letzten großen Abenteuer, wie er selbst in seinem Buch erwähnt, ist die 6000 km lange Reise von der Pazifikküste zum Baikalsee im Winter 2013/ 2014 größtenteils allein mit seinem Schlitten. Seine Helfer, die für ihn und seine Hunde die Piste präparieren oder sonstige wichtige organisatorische Dinge für ihn erledigen, trifft er nur dann, wenn er an vorher festgesetzten Punkten und Ortschaften eintrifft. Ansonsten steht er höchstens mit einem Satellitentelefon mit ihnen in Verbindung. Somit muss er viele Schwierigkeiten allein bewältigen. Die ersten tauchen dann auch gleich zu Beginn auf. Eigentlich wollte er einen Großteil des Beginns seiner Reise auf einem Fluss zurücklegen, da der Winter ungewöhnlich warm war, wurde dieser Plan allerdings schwer durchführbar. Seine Hunde unter der Führung der Leithündin Burka sind noch jung und müssen erst lernen mit unterschiedlichen Untergründen und Witterungsbedingungen zurecht zu kommen. Denn auch das beste Training kann eben nicht auf die Gefahren einer solchen Reise vorbereiten. Dazu kommen Schwierigkeiten von außen, z.B. die Schikanen beim Übergang an der russischen Grenze, weswegen Nicolas Vanier in große Schwierigkeiten mit seinem Zeitplan kommt. Die Chinesen bestehen nämlich darauf, dass er seine geplante Reise einhält und dementsprechend zu einem bestimmten Zeitpunkt das Land verlassen haben muss. Aber ebenso macht er gute Erfahrungen im Umgang mit Einheimischen. Bei den Nomaden darf er ein großes Fest miterleben, Fischer teilen ihren Fang gerne mit ihm und seinen Hunden und Reiter ebnen ihm den Weg in den Bergen. Eine Vielzahl von einzigartigen Erfahrungen kommen so zusammen und ergeben das Bild einer ganz besonderen Reise. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die Beziehung zwischen Vanier und seinen Hunden. Jeder von ihnen wird von ihm vorgestellt und sein Charakter genau gezeichnet. Dabei stehen nicht alle gleich im Zentrum des Erzählten, sondern natürlicherweise, die, sich durch ihre Taten und ihre Eigenarten automatisch im Mittelpunkt bringen. Burka und Quest als Leithündinnen haben die Verantwortung für das Gespann und den Weg, den die Hunde letztlich genau nehmen. Die Richtung gibt Nicolas Vanier vor, aber wohin sie ihre Pfoten hinsetzen, bleibt den Hunden überlassen und da braucht es wirklich fähige Leithunde. Hier erlebt Nicolas Vanier während der Reise eine große Überraschung. Ebenso überraschend ist die große Freundschaft zwischen Dark und Wolf, den beiden Arbeitstieren des Gespanns. Nach und nach ergibt sich so ein Bild der verschiedenen Persönlichkeiten, wodurch sich Nicolas Vanier ebenso etwas offenbart. Man spürt, dass er die Gesellschaft seiner Hunde, der von Menschen vorzieht und sich lieber in der freien Natur aufhält, als in einer Stadt.

Vaniers Schreibstil ist fast sachlich, wenn er die Umgebung beschreibt und nur wenn er auf seine Hunde zu sprechen kommt, oder seine Begegnungen mit Menschen wiedergibt, sind seine Emotionen auch in seiner Sprache deutlicher zu finden. Dieser etwas distanziertere Blick auf die Natur, lässt sie aber viel lebendiger und farbenfroher hervortreten, als wenn er sie mit blumigen Worten beschrieben hätte. Viele schöne Worte, hätten die Empfindungen und Emotionen unterdrückt und nicht hervorgehoben. So ist Mit meinen Hunden sehr angenehm zu lesen und trägt den Leser von einem Ereignis zu anderem. Nicolas Vanier gibt auf diese Weise viel von sich preis und er mag nicht unbedingt der Mensch sein, der mit anderen gut auskommt, aber er erscheint ehrlich und direkt und sich nicht zu verstellen. Und seine Liebe und seine Sorge um seine hunde, ist jederzeit spürbar. Damit wird dieser Reisebericht, wirklich lesenswert, kann man auf diese Weise auch selbst die Faszination für Natur und Schlittehunde und fremde Kulturen regelrecht spüren.

Für alle, die mehr über das Führen eines Hundeschlitten wissen wollen, befinden sich auf den letzten Seiten, ein paar wenige Erklärungen und Zeichnungen.


Fazit

Mit meinen Hunden ist ein in einfachen Worten geschriebener Reisebericht, der gerade dadurch interessant wird. Nicolas Vanier ist ein sehr guter Erzähler und auch wenn er vielleicht nicht jedem symphatisch ist, so mit Sicherheit seine Hunde.


Pro & Contra

+ jeder Hund hat seinen Platz und man schließt sie sofort ins Herz
+ Naturbeschreibungen
+ viele verschiedene Begegnungen und Ereignisse

0 hätte gerne länger ausfallen dürfen

Bewertung:

Informationsgehalt: 4/5
Aktualität: 5/5
Verständlichkeit: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5