Daredevil Megaband 2 – Endspiel (Mark Waid, Chris Samnee, Peter Krause)

Verlag: Panini (Februar 2016)
Softcover: 212 Seiten; 20 €
ISBN-13: 978-3957986702

Genre: Superhelden


Klappentext

Der letzte Bluff des blinden Mannes

Es musste so kommen: zwar hat sich Daredevil nach der Offenlegung seiner wahren Identität in San Francisco eine neue Existenz aufgebaut, doch das fragile Gebilde stürzt wie ein Kartenhaus ein, als ihm altbekannte Feinde und vermeintliche Freunde in den Rücken fallen. Um die beiden Menschen zu retten, die ihm alles bedeuten, ist Matt Murdock gezwungen, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen, bei dem er sein eigenes Leben in die Waagschale legt. Und wenn es dem blinden Verteidiger des Rechts nicht gelingt, seinen stärksten und härtesten Widersacher hinters Licht zu führen, wartet auf alle der Tod.

Wer hat in der Biografie von Matt Murdock das letzte Wort? Die Antwort wird euch überraschen. Das faszinierende Werk von Mark Waid und Chris Samnee biegt auf die Zielgerade ein. Und nicht jeder wird den Endspurt überstehen. Findet heraus, wer stirbt, wer überlebt und wer für immer vom Schicksal gezeichnet zurückbleibt.


Rezension

Matt Murdock ist von New York nach San Francisco gezogen und hat dort den Kampf gegen das Verbrechen aufgenommen. Mit einer Neuerung - nämlich, dass er sich zu erkennen gegeben hat. Die ganze Stadt weiß nun, wer unter dem Kostüm Daredevils steckt. Trotzdem hat Matt weiterhin seine Geheimnisse, unter anderem, dass der schwerkranke Foggy noch lebt und sein Ghostwriter für seine Autobiographie ist. Ansonsten läuft es für ihn gut. Er hat eine Freundin, Kirsten, und seine Anwaltskarriere leidet nicht unter seinem Verbrecherjägerdasein, eher im Gegenteil hat dieser Fakt ihn erfolgreicher werden lassen, da sich jeder von Daredevil verteidigen lassen möchte. Da taucht Shroud auf und nutzt Owls Fähigkeiten. Als Daredevil ihm auf die Schliche kommt, veröffentlicht er brisante Informationen über Murdocks Anwaltstätigkeit, denn Matt hat die Gespräche mit seinen Mandanten mitgeschnitten und die werden jetzt öffentlich. Harte Konsequenzen erwarten Matt Murdock nun und der sieht nur eine Möglichkeit da herauszukommen. Er wendet sich an den Kingpin und macht ihm ein Angebot, mit der er sein Leben in dessen Hände legt.

Daredevils eigene Serie ist auf der Zielgeraden. Mark Waid und Marc Guggenheim sind die Autoren der letzten Abenteuer von Daredevil und sie fahren noch einmal so einiges auf. Bevor es aber zu einem letzten Showdown mit Wilson Fisk kommt, darf Matt Murdock einen letzten Fall lösen, der mit einem alten Bekannten zu tun hat; dem Stuntmaster. Der ist zwar nicht gerade komplex, aber präsentiert Daredevil in seinem alten Kostüm und als Ermittler, bevor Matt Murdock auch als Daredevil ohne Maske und in einem roten Anzug herumläuft und gegen die Gewalt auf den Straßen kämpft. Die Autoren reißen sehr viele Themen an, wie die Konsequenzen aus der Aufgabe der Geheimidentität, aber auch die Tatsache, dass Matt Murdock die Gespräche mit seinen Klienten aufzeichnet. Leider bleiben sie bei allen Themen an der Oberfläche und setzen sich nicht wirklich mit ihnen auseinander, dabei hätte gerade der Umstand, dass Matt Murdock als Anwalt das Vertrauen seiner Klienten missbraucht, allein für mehrere Hefte Konflikte geboten. Hier verläuft dieser Fakt am Rande im Sande und dient nur dazu Matt Murdock dem Kingpin ein Angebot machen zu lassen, dass an sich nicht wirklich logisch ist und vor allem von den Autoren beabsichtigt nur eins soll: Schocken! Das kann es aber leider nicht, da die dafür nötige Emotionalität bis dahin überhaupt nicht in der Geschichte vorhanden ist. So bleibt hochglanzpolierte Superheldenaction gegen einen harten Gegner. Etwas wenig für einen letzten Auftritt. Die Rückblicke in Daredevils Vergangenheit sind viel interessanter, nur leider sind sie auch sehr kurz. Trotzdem schaffen sie es, dass der Leser mehr Verbundenheit mit den Charakteren aufbaut, als die Haupthandlung. Ein Umstand, der ein schlechtes Zeichen ist. Zumal Matt Murdock kurzzeitig als Daredevil mehr wie ein Playboy, denn als der gewohnte Superheld herüberkommt. Insgesamt kommt kaum Spannung auf und die Geschichte plätschert vor sich hin, denn um diese zu erzeugen, müsste die Handlung ein Ende finden, welches nicht so vorhersehbar wäre.

Chris Samnee und Peter Krause stellen Daredevil teilweise sehr gut und teilweise arg seltsam dar. Bei den Teilen, die in der Vergangenheit spielen, orientiert sich Krause an den alten Klassikern und gibt dem Leser wirklich das Gefühl in Daredevils Vergangenheit zu blicken. Diese Teile sind visuell richtig gut gestaltet und lassen Daredevil mit einer gewissen Härte vorgehen. Chris Samnee hingegen pflegt seinen gewohnten Stil, bei dem er eher flächig arbeitet, aber immer mit genug Ausdruck in den Gesichtern der Charaktere, um Emotionen ablesen zu können. Nur wirkt Matt Murdock bei ihm wie eine rote Kopie des Riddler bei Batman, was zu dieser Figur so gar nicht passt. Daredevil, der gläubige Katholik und Rechtsanwalt, erscheint wie ein Playboy und wenig ernstzunehmend. Erst gegen Ende bekommt Samnee die Kurve und lässt Daredevil wieder düsterer erscheinen, was aber zu einem gewissen Grad auch von der Geschichte abhängt. Samnees Zeichnungen sind bestimmt nicht schlecht, aber gerade im Vergleich zu den Daredevil-Veröffentlichungen der letzten Monate, unter anderem auch im Vergleich zu seinen eigenen Zeichnungen zuvor bei Daredevil, ist seine Leistung hier eher als schwach anzusehen, da er nicht so das Gespür für die richtige Stimmung und Atmosphäre bei Daredevil hat.


Fazit

Endspiel hat ein paar starke Momente in Bild und Text, wenn es in die Vergangenheit geht, der Rest ist eher enttäuschend.


Pro & Contra

+ Blicke in die Vergangenheit sind der interessante Teil

- Verwechslungsgefahr! Dieser Band trägt den gleichen Untertitel wie einer seiner Vorgänger.  
- Handlung vorhersehbar

Bewertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Zeichnungen: 3/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5


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