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Duck oder nicht Duck – Duckspeares gesammelte Werke (Cavazzano, Carpi, Vicar u.a.)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 24. Juni 2016

Verlag: Egmont Comic Collection; (März 2016)
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten; 19,99 €
ISBN-13: 978-3770439096

Genre: Disney/ Humor/ Weltliteratur


Rezension

Die beiden Altmeister der Duck-Comics haben es vorgemacht. Carl Barks in den USA und Dr. Erika Fuchs, lange Zeit Übersetzerin der Disney-Comics ins Deutschland, brachten schon früh Wortspiele aus Shakespeares Werken in die Welt der Ducks ein und der große Dichter wurde sogar in einer der Geschichten namentlich von Barks erwähnt. Viel mehr passierte allerdings dann bei Barks auch nicht. Jedoch griffen vor allem die italienischen Autoren und Zeichner mit Beginn der Disneycomicproduktion in Italien immer gerne auf Klassiker der Weltliteratur zurück, die sie mal mehr mal weniger liebevoll umsetzten und parodierten, darunter waren z.B. Vom Winde verweht, Frankenstein, Les Miserables, Krieg und Frieden und Dracula, dessen beste Umsetzung vor gar nicht allzu langer Zeit im Lustigen Taschenbuch 434 als Graf Phantula erschien. In Duck oder nicht Duck sind acht Geschichten versammelt, die alle auf Werken Shakespeares basieren. Zweimal wurden dabei jeweils Romeo und Julia und Ein Sommernachtstraum umgesetzt.

Des Widerspenstigen Zähmung

Mit Giorgio Cavazzanos Bildern veredelte Nacherzählung von Silvano Mezzavilla, der das Stück in einem Punkt zwar entscheidend abwandelt, dies aber in seiner Rahmenhandlung sehr gut begründet, in dem er in einer kleinen Erzählung darstellt, welche Schwierigkeiten William Shakespeare bei der Themenfindung gehabt haben könnte - und mit seinen Schauspielern. Wer will kann in der Darstellung einer Dame einen Auftritt von Elizabeth I. selbst sehen.

Die tragische Geschichte von Don Romeo und Julia

Donald, Daisy, Dagobert, Gustav, Oma Duck und Klaas Klever übernehmen die Rollen in diesem wohlbekannten Familienstreit, der eigentlich so tragisch endet. Guido Martina hält sich recht eng an die Vorlage, auch wenn es keine Toten in seiner Version gibt. Das Hauptaugenmerk legt er auf die berühmte Balkonszene, die er herrlich persifliert und der Einfall aus Tybalt und Mercutio Hund und Katze zu machen, ist so passend wie genial. Romano Scarpa hat diese Version gezeichnet und wie bei ihm gewohnt, sieht sie ebenso gut aus, wie der Rest seines Werkes, auch wenn die Bildqualität dies nicht so ganz erkennen lässt. Das Alter hat den Druckvorlagen wohl nicht so gut getan.

Romussel und Gloria

Von dem üblichen Duckpersonal tritt in Ivan Saidenbergs und Irineu Soares Version nur Dussel in Erscheinung. Sie ist längst nicht so intelligent und ausgefeilt wie Martinas und Scarpas Version, sondern setzt mehr auf schnelle Witzchen und Klamauk. Vom Shakespeare Stück bleibt nur der Streit zwischen zwei Familien und eine mehr schlecht parodierte Balkonszene. Dennoch hat sie ihre  Berechtigung in diesem Band, denn sie zeigt halt, wie man es nicht machen sollte.

Zaubereien im Elfenwald

Zeichner Vicar und Autor Pat McGreal haben auf nur zwölf Seiten eine wunderbare Umsetzung des Sommernachtstraum geschaffen. Sie sind dicht bei der Vorlage, vor allem im Bezug auf Oberon und Droll/ Puck. Noch dazu lassen sie ihre Version in Stratford-upon-Avon spielen.

Gittas Sommernachtstraum

In Antonella Pandinis und Sandro del Conte Geschichte liest Gitta Shakespeares Werk und erhält so eine Idee, wie sie Dagobert endlich in ihrer Arme schließen könnte. Klar, dass bei Zaubererei Gundel Gaukeley mit im Spiel ist. Keine wirkliche Umsetzung, aber stark inspiriert von dem Werk des englischen Dichters ist Gittas Sommernachtstraum eine sehr unterhaltsame Geschichte.

Der Kaufmann von Venedig

Das Francesc Bargadà Studio schuf 1982 die Geschichte des Kaufmanns von Venedig ohne die Namen aus dem Stück zu verwenden, aber behielt den Kern der Handlung bei. Anders als im Stück, wird der Preis des Kaufmanns bezahlt und jemand muss Federn lassen. Ebenso gut umgesetzt wie Zaubereien im Elfenwald.

Donald, Prinz von Duckenmark

Mit 77 Seiten im Prinzip das Herzstück des Bandes. Gian Giacomo Dalmasso musste das fünfaktige Stück natürlich komprimieren und auch Mord und Totschlag finden nicht in der Weise wie bei Shakespeare statt, jedoch fängt er den Geist des Stückes und das Wesentliche ein. Und das auf eine scheinbar mühelose Art und Weise. Wer Hamlet vorher nicht kannte, wird nach dem Lesen wenigstens die Grundzüge grob kennen. Ein wunderbarer Lesegenuss. Die Zeichnungen stammen von Giovan Battista Carpi.

Der Mohr von Venedig

Den Abschluss des Bandes bildet Othello. Bevor die Geschichte mehr oder weniger in eine normale Entenhausengeschichte übergeht, in der Donald sich ähnlich wie Giorgio Bordini verhält, fasst Gian Giacomo Dalmasso das Wesentliche der Handlung auf knapp sieben Seiten zusammen. Als Besonderheit in einer Disneygeschichte wird Donald Shakespeare entsprechend als Farbiger gezeichnet. Der Mohr von Venedig ist witzig und gut geschrieben.

Die Gestaltung des Bandes ist Egmont überaus gelungen. Neben einem sehr informativen Vorwort von Andereas Platthaus, sind den jeweiligen Geschichten entsprechende Zitate aus Shakespeares Werk vorangestellt und immer der Originaltitel und der Entstehungszeitraum genannt. Dazu kommt der wirklich schicke Einband in Lederoptik, der den Band passend zum Inhalt wirken lässt.


Fazit

Entenhausen und Shakespeare, passt das? Ja, das passt, wie die acht versammelten Geschichten in Duck oder nicht Duck beweisen. Der schön anzusehende Band zeigt, was mit Donald und Co. möglich ist, wenn man sie auf Weltliteratur treffen lässt. Einfach ein großer Spaß!


Pro & Contra

+ mit Cavazzano, Vicar und Carpi hervorragende Zeichner
+ kurze und dennoch gute Umsetzungen von Shakespeare
+ Hamlet ist unheimlich gut in Donald, Prinz von Duckenmark zusammengefasst

- die Druckvorlagen waren leider bei Die tragische Geschichte von Don Romeo und Julia nicht mehr ganz so gut

Bewertung:

Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Humor: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/ Leistung: 4/5


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Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 24. Juni 2016
 

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