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Bizu – Gesamtausgabe Bd.1: 1967-1986 (Jean-Claude Fournier, Gégé)
Geschrieben von Markus
Montag, der 04. Juli 2016

Verlag: Egmont Comic Collection; (Mai 2016)
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten; 34,99 €
ISBN-13: 978-3770438846

Genre: Funny


Klappentext

Bizu, 1967 für die Zeitschrift Spirou erschaffen, nimmt eine Schlüsselrolle im Universum eines Künstlers ein, der zu den angesehenen Zeichnern von Spirou und Fantasio zählt:
Jean-Claude Fournier.
Mit Bizu hauchte dieser Barde der Neunten Kunst den Seiten der belgischen Wochenzeitschrift eine grafische Poesie und eine Erzählweise ein, die geprägt ist von den Legenden seiner Kindheit in der Bretagne. Auf diese Weise profilierte sich Bizu vom Wald Brocéliande bis in die Stadt Ys als der erste bretonische Held in der Geschichte der modernen Comics. Der erste Band der Gesamtausgabe bringt alle Geschichten von Bizu, die in der Zeitschrift Spirou zwischen 1967 und 1986 erschienen sind. Sie sind größtenteils im Album unveröffentlicht.


Rezension

Funnys gibt es viele aus dem franco-belgischen Bereich und damit natürlich so manchen Klassiker. Asterix, Spirou & Fantasio, Robin Ausdemwald, Percy Pickwick, Die Schlümpfe und so manch anderer dürfte den meisten, die sich für Comics interessieren, bekannt sein. Einer derjenigen, die etwas in Vergessenheit geraten sind ist Bizu von Jean-Claude Fournier. Der spätere Spirou & Fantasio-Zeichner begann hiermit seine Comickarriere. Bizu fußt auf den alten Geschichten und Legenden aus der Bretagne, die er von seiner Großmutter erzählt bekommen hat, als er Kind war. Sie berichtete ihm von allerlei seltsamen Kreaturen und Geschöpfen, die Jahre später ihren Weg in seine Geschichten über einen verzauberten Wald in Frotteelande fanden.
Bizu handelt von dem titelgebenden Zauberer, der tief im Wald lebt und dort von jeder Menge Magie und Legenden umgeben ist. In den ersten Geschichten, die noch nicht Albenlänge erreichen, wird er von einem Postboten unterstützt, der recht viel unter ihm zu leiden hat. Allerdings geschieht dies nie böswillig, meist ist der Postbote einfach nur Opfer der Umstände. An Bizus Seite steht hier bereits Mukes, ein sprechender Pilz, der das Geschehen kommentiert. Wobei es nicht ganz sicher ist, ob er wirklich sprechen kann, da man mal eine Sprech- und mal eine Denkblase bei ihm sieht. Fournier war sich hier wohl selbst nicht ganz sicher, aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch.
Der Lomig ist eine weitere sehr besondere Figur. Die seltsame Kreatur versucht meist alles, was sie findet, auszubrüten und sitzt dabei häufig einem Irrtum auf.

Bizu selbst ist eine liebenswerte Person, die das Gute will, aber nicht immer ganz geschickt dabei ist und häufig, wenn er sich aufregt oder wundert, ein „Kruzi“ vor Wörter hängt. Fournier hat ihn liebenswert gestaltet und für ihn ist die magische und zauberhafte Welt vollkommen alltäglich und so verhält er sich auch. Hin und wieder zieht es ihn hinaus in die Welt und er erlebt Abenteuer in der modernen Welt. Was sich zunächst vielleicht seltsam anhört, da alles was im Zauberwald passiert, mehr an eine alte mittelalterliche Fantasywelt erinnert, passt dennoch hervorragend zusammen. Bizu bewegt sich in beiden Welten vollkommen selbstsicher und weiß die auftauchenden Probleme auf seine Art zu lösen. Und von denen gibt es viele. Unter anderem muss er sich mit einem honigklauenden Dudelsack auseinandersetzen und einen Prinzen von einer Laus in seine menschliche Gestalt zurückverwandeln und ihn dabei auch noch schöner machen, damit die Menschen keine Angst mehr vor ihm haben. Genauso sorgt er dafür, dass eine Meeresgöttin wieder besänftigt wird. Dies alles kann er allerdings nicht alleine und so kommt eine weitere Figur ins Spiel, die der heimliche Star des Comics ist. Der Schnockbüll. Das vollkommen mit schwarzem Haar bedeckte Wesen, macht sein Leben gern Musik, nur leider nicht immer vorzeigbar bzw. hörbar. Die absonderlichsten Instrumente besitzt er und seine Sammlung wird immer größer, was Bizu und dem Schnockbüll auch Ärger bereitet. Der Schnockbüll hat zudem ein kleines Sprachproblem, was seine Figur nur liebenswerter und witziger gestaltet. Zusammen sind Bizu und der Schnockbüll ein unschlagbares Team in Sachen Humor. Die Geschichten mögen noch nicht alle so ausgereift sein, wie später bei Spirou & Fantasio, aber es ist klar zu erkennen, wie gut Fournier werden würde und welches Potential in seinem Bizu steckt. Wenn er sich weiterhin in der Qualität seiner Erzählung bei Bizu gesteigert hat, so wird der zweite Band der Gesamtausgabe, der hoffentlich bald kommt, nochmal so gut unterhalten.

Bei den Zeichnungen steigert sich Fournier naturgemäß, er braucht etwas Zeit, um seine Figuren bis zu ihrer endgültigen Form geführt zu haben. Danach besitzen sie eine größere Leichtigkeit, die Bizu poetischer und lustiger Wirken lässt. Daran ändert sich nichts, wenn Gégé für Fournier die Zeichnungen üernimmt und er sich nur noch aufs Schreiben konzentriert.
Leider waren die Druckvorlagen gelinde gesagt, nicht immer optimal. Das liegt nicht immer am Alter, da so manche ältere Geschichte besser aussieht als eine Jüngere. Jedoch dürfte es direkt mit der ursprünglichen Veröffentlichungsform zusammenhängen. Nicht alle vorliegenden Geschichten wurden in Albenform veröffentlicht, sondern waren häufig nur in Magazin Spirou abgedruckt worden und somit oft jahrelang nicht mehr erschienen. Sicher hätte man versuchen können, jedes einzelne Panel zu restaurieren, dies wäre aber extrem aufwendig gewesen. So sieht man den Abenteuern Bizus ihr Alter hin und wieder an und sie ziehen daraus auch etwas ihren Charme. Der Fakt sollte jedenfalls nicht vom Kauf abhalten, da einem ansonsten ein kleines Schmuckstück entgeht.

Es ist schon beeindruckend welche Fülle an zusätzlichen Informationen in diesem ersten Band der Gesamtausgabe geboten werden. Detailreich und genau wird geschildert, wie Bizu entstand, welche Entscheidungen getroffen wurden und vor allem gibt es jede Menge Skizzen, Zeichnungen und Illustrationen, bei einem solch eher unbekannten Funny, der zurecht als Klassiker gilt, wirklich überraschend.


Fazit

Bizu ist ein poetisch-humoristischer Comic. Von Fournier geschaffen, zeigt Bizu früh, wie gut er werden würde, in Wort und Bild.


Pro & Contra

+ Legenden werden lebendig
+ Humor, der nie bösartig ist
+ ideal für Kinder
+ der Schnockbüll und seine Instrumente

0 die Druckvorlagen sind leider nicht alle gut, worunter die Bildqualität leidet

Bewertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Humor: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/ Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln zu Brocéliande:

Rezension zu Brocéliande Bd.1
Rezension zu Brocéliande Bd.2

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 05. April 2019
 

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