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Die Götter von Asgard (Liza Grimm)
Geschrieben von Saskia
Sonntag, der 29. April 2018

goetter von asdard grimm

Droemer Knaur (März 2018)
Paperback, 304 Seiten, 12,99 EUR
ISBN: 978-3-426-52252-3

Genre: Fantasy


Klappentext

"Es gibt eine uralte Prophezeiung über den Untergang Asgards". Natürlich glaubt die Studentin Ray kein Wort von dem Gerede der mysteriösen Kára, die behauptet, sie vor dem Zorn der Götter schützen zu wollen. Stattdessen ergreift sie die Flucht vor ihrer neuen Freundin und läuft dabei Tyr in die Arme, der sie auf Anhieb fasziniert. Ray ahnt nicht, dass Tyr als Odins Gesandter um jeden Preis verhindern soll, dass die Prophezeiung eintrifft.


Rezension

Wieder einmal hat Ruby einen Studiengang abgebrochen. Im Vergleich zu ihrer immer strahlenden Schwester Anna scheint sie das schwarze Schaf der Familie zu sein. Dabei würde sie so gerne allen zeigen, dass mehr in ihr steckt als die erfolglos singende Studentin. Sie trifft auf die geheimnisvolle Kara, die so ganz das Gegenteil von der sozial isolierten Ruby zu sein schein. Stets optimistisch versprüht sie gute Laune und ernennt sich selbst zur besten Freundin. Ein durchaus leichtes Unterfangen, da Ruby nicht sehr viele Freunde zu haben scheint. Kara entpuppt sich als Walküre aus den Reihen der germanischen Götter und offenbart einer zunächst skeptischen Protagonistin, dass diese zur Heldin geboren wurde und eine Prophezeiung zu erfüllen hat. Schließlich macht Ruby sich mit ihr auf, um in ein neues Leben als Heldin zu starten.

"Die Götter von Asgard" verspricht einem erwartungsvollen, an nordischer Mythologie interessierten Leser ein spannendes Lesevergnügen und zunächst scheint das auch der Fall zu sein, bis Thors Hammer erbarmungslos zuschlägt und man mit dem harten Boden der Tatsachen konfrontiert wird. Lediglich der Rahmen der Geschichte behandelt die Mythologie und die Darstellung ist durchaus korrekt. Allerdings wird der Roman, bis Ruby erwartungsgemäß ihre Bestimmung erfüllt, schnell zur Farce aus vorhersehbarer Handlung und übertrieben klischeehaft gezeichneten Figuren, die durch ihr überemotionales Verhalten interessant wirken sollen. Entsprechend handeln sie in bestimmten Situationen völlig überzogen und unglaubwürdig. Stellenweise wirkt die Protagonistin nicht wie eine Studentin Anfang zwanzig, sondern eher wie ein pubertierender Teenager und der Leser wundert sich nicht darüber, wie sie durch die Studienprüfungen fallen konnte, sondern fragt sich, wie sie überhaupt den Sprung auf die Universität schaffen konnte.

Ruby ist eine extrem abweisende Persönlichkeit, die stets alles aus eigener Kraft erreichen möchte, aber ohne die Hilfe der Götter vermutlich auf ganzer Linie scheitern würde. Immer wieder wird betont, dass Ruby eine Heldin ist. Der goldene Faden aus dem Webstuhl der Nornen und nach dem gefühlten hundertsten Mal hat auch der unaufmerksamste Leser verstanden: Ruby ist die Heldin. Eine Heldin, mit der sich niemand wirklich identifizieren kann. Sie ist eine unsympathische, launische Persönlichkeit, die von den Nebenfiguren auf einen Thron gehoben wird und man fragt sich: Warum? Auch macht ihr Charakter nicht die geringste Wandlung durch. Ruby bleibt wenigstens ihrem schwierigen Charakter treu und kann in ihrer eigenen Welt nur wenige Freunde gewinnen. Sie identifiziert sich über ihre Beziehung zu einem Gott und dass sie ihr Abenteuer halbwegs unbeschadet überlebt hat. Die Autorin stellt ihre Hauptfigur immer wieder vor Probleme, die dann aber leicht gelöst werden können. Rubys Heldenstatus muss ja erhalten bleiben.

Mit kurzem Bezug auf bekanntere und erfolgreichere Romane (z.B. "Die Chroniken von Narnia") zaubert die Autorin dem Leser durchaus einmal ein Lächeln ins Gesicht. Aber leider genügen diese Geistesblitze nicht und "Die Götter von Asgard" halten nicht, was der Titel verspricht, nämlich ein spannendes Lesevergnügen. Ein Pluspunkt sind die Beschreibungen der Umgebung, sowohl die Natur als auch die Paläste. Diese kann sich der Leser wunderbar vorstellen.


Fazit

Die nordische Mythologie bietet mit Sicherheit genug Stoff für einen spannenden, phantastischen Roman. Leider ist dies Liza Grimm nicht gelungen. Sie hat ihre an sich gute Idee durch klischeehafte Figuren und eine schwache Handlung verdorben. Berechenbare Handlungen machen den Roman vorhersehbar und die unsympathische Protagonistin bietet wenig Identifikationsfläche. Nur für wirklich eingefleischte Anhänger des Fantasy-Genres zu empfehlen, die launischen Heldinnen etwas abgewinnen können.


Pro & Contra

+ nordische Mythologie als Rahmenhandlung
+ schönes Cover

- klischeehafte Figuren
- wenig Spannung, da vorhersehbar
- unglaubwürdige, teilweise kindische Reaktionen der Hauptfigur

Wertung: stern2

Handlung 2 /5
Charaktere 1/5
Lesespass 2,5/5
Preis/ Leistung 2,5/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 29. April 2018
 

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