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Mara Lang (27.05.2018)
Geschrieben von Judith
Sonntag, der 27. Mai 2018

Interview mit Mara Lang

Literatopia: Hallo, Mara! Kürzlich erschien bei Ueberreuter der zweite und finale Band von „Almost a Fairy Tale“ – was erwartet die Leser in der Dilogie?

mara lang 2016Mara Lang: Hallo, liebe Judith! Den Leser erwartet eine rasante Geschichte um eine junge Hexe und ihre Freunde, die in einer modernen Märchenwelt leben und gemeinsam den Kampf gegen eine magische Kriminelle aufnehmen müssen. „Almost a Fairy Tale“ ist eine Fantasy-Dilogie für Jugendliche und Erwachsene mit viel Spannung, Action und ein wenig Romantik. Und natürlich auch ein Märchen, oder „beinah“ ein Märchen, mit allem, was dazugehört: dem Kampf zwischen Gut und Böse, der einen wahren Liebe, Intrigen, Flüchen, Verwandlungszaubern, Wünschen und unlösbaren Aufgaben, und vor allem auch mit dem Dunklen, Düsteren, das den meisten Märchen innewohnt.

Literatopia: Was ist Deine Protagonistin Natalie für ein Mensch? Und welche Rolle spielt Prinz Killian, dem sie anfangs beisteht?

Mara Lang: Natalie ist der Inbegriff der mutigen Heldin, die alles für ihre Freunde tut und nie aufgibt. Da sie noch jung und unerfahren ist und bisher in einer für sie heilen Welt gelebt hat, macht sie natürlich vor allem anfangs viele Fehler. Doch sie lernt schnell und wächst an ihren Aufgaben. Natalie mit ihrem starken Willen war tonangebend für die Geschichte. Eine schwächere Hauptfigur wäre unter der geballten Ladung an Katastrophen vermutlich eingeknickt.

almost a fairy tale band1Kilian ist Agent der OMB, der Organisation für magische Belange, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung der Magiegesetze zu überwachen. Ganz nebenbei ist Kilian auch der Kronprinz und damit seiner Familie und der Krone verpflichtet. Als er sich in Natalie verliebt und erfährt, dass sie eine Hexe ist, stürzt ihn das in einen ordentlichen Zwiespalt, denn Nat hat unerlaubt Magie gewirkt, um ihm beizustehen.

Literatopia: Wie sieht die moderne Märchenwelt in „Almost a Fairy Tale“ aus? Welche typischen Märchengestalten gibt es? Und wie funktioniert Magie nach „technischen Standards“?

Mara Lang: Der Grundgedanke für mein Worldbuilding war: Alle Märchen sind wahr. „Schneewittchen“ hat wirklich gelebt, „Dornröschen“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Der gestiefelte Kater“ – sie alle sind Teil der Vergangenheit meiner modernen Märchenwelt und die Gebrüder Grimm haben ihre Geschichten, all das, was ihnen widerfahren ist, in den sogenannten „Magischen Chroniken“ festgehalten.

Dadurch gibt es alle typischen Märchengestalten, wie Hexen, Zauberer, Feen, Zwerge, aber auch Wesen wie Einhörner, Nixen, Phönixe, Trolle und Riesen. Sie alle zählen zu den Magischen und sind in Klassen eingeteilt, wobei eben die letztgenannten magischen Wesen nicht in Freiheit leben, sondern in der magischen Abteilung des Zoos unter sogenannten Banngittern untergebracht sind. Und damit das Zusammenleben von menschlichen Magischen und Menschen in dieser modernen Zeit funktioniert – wir schreiben das Jahr 2030 in der Großstadt Mitran im Herzen von Europa – wurden die Magiegesetze erschaffen, die das Ausüben von Magie reglementieren und durch die OMB überwacht werden, und zwar auf höchstem technischen Standard. Zaubern ist beispielsweise nur mit Lizenz erlaubt, Drohnen registrieren jeden unerlaubten Magieanstieg, Zaubergegenstände werden durch Magotechnik modifiziert.

Literatopia: Phantastische Geschichten werden oftmals zu Trilogien ausgebaut, „Almost a Fairy Tale“ dagegen ist mit zwei Bänden abgeschlossen. Welche Vorteile hat eine Dilogie gegenüber einer Trilogie?

Mara Lang: Bei der Planung von „Almost a Fairy Tale“ war mir und dem Verlag klar, dass das etwas Großes wird. Und ja, ich hätte genug Stoff für drei Bände gehabt, ich hätte der Geschichte auch gern den Raum gegeben, aber bei Trilogien ist es oftmals schwer, den Leser bis zum Finalband bei der Stange zu halten. Viele springen nach dem ersten Band ab, das ist ganz normal, und bei der Masse an Neuerscheinungen verliert man die Reihe als Leser dann oft aus den Augen. Geht mir genauso. Deshalb haben wir uns entschieden, eine Dilogie daraus zu machen.

Ich bin übrigens ein Dilogiefan – zwei Bände sind genau das richtige Maß, finde ich, nicht nur in der Fantasy. Die Leser, die Reihen mögen, sind mit zwei Bänden zufriedengestellt, all jene, die lieber Einzelbände lesen, können sich mit einem Zweiteiler gerade noch anfreunden. Der oftmals schwächere Mittelband einer Trilogie fällt weg, dafür bekommt man zwei Bände komprimiertes Lesevergnügen.

Literatopia: „Der Puls von Jandur“ und „Das Herz von Jandur“ sind damals bei Impress als eBooks erschienen und leider momentan nicht erhältlich. Wie kann es sein, dass eBooks nach relativ kurzer Zeit nicht mehr verfügbar sind? Und wird es eine Neuauflage geben?

Mara Lang: Das ist einfach erklärt: Der Vertrag mit Impress endete nach drei Jahren. Damit sind die Rechte an mich zurückgefallen und es liegt an mir, die Bücher neu aufzulegen. Ich habe das prinzipiell auch vor, kann aber noch nicht sagen, wann die Dilogie wieder erscheinen wird. Es ist unter anderem eine Zeitfrage, denn ich muss die Arbeit daran neben allen laufenden Projekten unterbringen.

Mit „Im Licht der Nacht“ verhält es sich ähnlich, das Buch ist seit Mitte März nicht mehr erhältlich. Aber ich darf bereits verkünden, dass es Mitte Juni als Neuausgabe erscheinen wird.

Literatopia: Du hast bereits mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht, beispielsweise in der Anthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“. Fällt es Dir schwer, Dich kürzer zu fassen? Oder genießt Du die Abwechslung zur ausdauernden Arbeit an einem Roman?

Mara Lang: Am Anfang meiner Autorenlaufbahn ist es mir extrem schwer gefallen, mich kurz zu fassen. Mittlerweile habe ich mehr Routine und schreibe auch gern mal etwas Kürzeres. Wer aber meint, eine Kurzgeschichte würde kaum Arbeit machen, der irrt. Sie muss genauso konzipiert werden wie ein Roman, braucht einen Einstieg, einen Höhepunkt und einen Schluss und greifbare Figuren. Und das auf etwa 25 Seiten unterzubringen, kann durchaus mühsam werden. Deswegen tobe ich mich viel lieber auf 400 Seiten oder mehr aus.

Literatopia: Auf Deiner Homepage schreibst Du, Deine Romanfiguren seien Deine Freunde und Du leidest und freust Dich mit ihnen. Gibt es dennoch einen Charakter, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist (und warum)? Oder jemanden, der Dich überrascht hat?

puls von jandur langMara Lang: Meine Figuren überraschen mich immer wieder. Ich kann sie noch so genau ausarbeiten, irgendwann machen sie sich immer selbständig und übernehmen die Führung. Und das ist gut so, nur dann handeln sie glaubhaft und wirken echt. Wer mich wirklich überrascht hat, war Paige im zweiten Band von „Almost a Fairy Tale“. Ihr Charakter war zwar von Anfang an so angelegt, dass sie eine enorme Entwicklung durchmachen sollte, aber dass sie so über sich hinauswächst, hatte ich nicht erwartet.

Ansonsten ist mir Ferin aus „Masken“ ans Herz gewachsen, weil sie sehr viel von meiner eigenen Persönlichkeit als Jugendliche in sich trägt. Wir haben uns beide enorm weiterentwickelt. Und dann wäre da noch Keane aus meinem unveröffentlichten Erstling … Er ist mein absoluter Liebling, mein Held (abgesehen von meinem Mann). Mit Keane habe ich meine Autorenlaufbahn begonnen, deshalb wird er immer etwas Besonderes für mich bleiben.

Literatopia: Du hast als Jugendliche angefangen zu schreiben, als Dir der Lesestoff ausging. Wovon handelten Deine ersten Geschichten?

Mara Lang: Meine erste Geschichte war ein Liebesroman über zwei bei einem Flugzeugabsturz in den Schweizer Alpen Gestrandete. Höchst dramatisch – er wurde dann noch von einem Wolf angefallen und sie musste ihn gesund pflegen, eh klar. Happy End inklusive. Ich habe damals als Siebzehnjährige mit Bleistift in Notizhefte geschrieben, ich glaube, drei Hefte waren es insgesamt, die ich noch irgendwo herumliegen habe. Einen anderen Roman habe ich geplottet, ein historisches Familienepos zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Und dann entstanden noch einige Geschichtenanfänge Marke „Unterhaltsame Frauenliteratur“. Da bin ich aber nie über die ersten Kapitel hinausgekommen, das war mir dann immer zu trivial und hat mich tödlich gelangweilt. Ich habe schon damals Action und Abenteuer bevorzugt.

Literatopia: Du hast 2008 das Schreiben für Dich neu entdeckt und Dein erstes Manuskript in Rekordzeit niedergeschrieben. Um welches Buch handelte es sich? Was hat Dich an der Geschichte so gepackt, dass Du so schnell geschrieben hast?

Mara Lang: Die Geschichte hat den ergreifenden Beinamen „Das Öl“. Mein Mann, der damals mein erster Leser war, kriegt heute noch leuchtende Augen, wenn ich mal wieder mit dem Gedanken spiele, das Öl zu überarbeiten und selbst zu veröffentlichen. Er liebt diese Story. Es sollte ein Jugendbuch über drei hochbegabte Kinder werden und war mein erster richtiger Schreibversuch. Heraus kam eine Trilogie von über 1000 Seiten im Stil von „Star Wars“, Science Fantasy also, die ich innerhalb von sechs Monaten niedergeschrieben habe.

Was hat mich so gefesselt hat? Die Figuren hauptsächlich und die Story an sich. Ich habe sie völlig aus dem Bauch heraus geschrieben, sie hat mich förmlich überrollt. Es war wie ein Rausch, ich saß nächtelang am PC und habe wie eine Irre in die Tasten gehämmert. Und ich liebe die Trilogie nach wie vor, obwohl die Verlage bisher abgewinkt haben. Irgendwann hoffentlich bringe ich das Öl dann selbst heraus, das muss einfach sein. Allerdings müsste ich die Geschichte davor gründlich überarbeiten und das ist wieder eine Zeitfrage.

im licht der nacht langLiteratopia: Plottest Du Deine Bücher vor dem Schreiben bis zur letzten Seite durch oder ist jeder Roman eine neue Reise ins Ungewisse?

Mara Lang: Ich plotte; schon allein deshalb, weil ich in erster Linie Verlagsautorin bin und da ist ein gutes Exposé nötig, um das Buch zu verkaufen. Allerdings bin ich in Wahrheit Bauchschreiberin, also versuche ich die Geschichte nicht bis ins kleinste Detail zu plotten, um mir die Freude am Schreibprozess nicht zu nehmen. Je ungenauer der Plot, umso mehr wird mein Gehirn angeregt, umso bessere Ideen habe ich. Band 2 von „Almost a Fairy Tale“ habe ich zum Beispiel nicht großartig geplottet, nur die Entwicklung der Figuren festgelegt, und das Schreiben fand dann fast durchgehend im Flowzustand statt. Herrlich! Ich brauche die Herausforderung beim Schreiben. Oft renne ich verzweifelt im Haus herum, weil ich ein Problem nicht lösen kann und verfluche mich dafür, dass ich mir das vorher nicht besser überlegt habe. Aber wenn mir die Lösung einfällt – und das passiert immer, mal früher oder später –, dann ist das das Schönste für mich, dann flutscht beim Schreiben alles und ich sitze doof grinsend vor dem Bildschirm und schreibe mir die Finger wund.

Literatopia: Du hast bereits als Kind gerne gelesen – kannst Du Dich noch an Deine Lieblingsbücher erinnern?

Mara Lang: Ich war vernarrt in „Die fünf Freunde“ – meine Freundinnen und ich haben die Geschichten sogar nachgespielt. Ich war übrigens George, und Tim, der Hund, war unsichtbar. Außerdem habe ich „Der König von Narnia“ geliebt und Dutzende Male gelesen – dieses Buch hat meine Liebe zur Phantastik begründet. Und dann hatte ich eine Vorliebe für Detektivromane. Die habe ich als Jugendliche verschlungen.

Literatopia: Was liest Du heute gerne? Vorzugsweise Phantastik oder darf es auch mal ein Thriller oder eine Liebesroman sein?

Mara Lang: Ich lese querbeet, wobei ich eher selten zu reinen Liebesromanen greife. Frauenbelletristik aber, beispielsweise von Nina George, Nina Blazon oder Antonia Michaelis, lese ich ab und zu sehr gern. Thriller dürfen bei mir nicht zu blutig sein, lieber habe ich psychologische Spannungsromane. Dann natürlich Fantasy – da haben es mir momentan die „Nevernight“-Reihe von Jay Kristoff und die „Farben der Magie“-Reihe von V. E. Schwab angetan, beide finde ich wirklich großartig. Ab und zu steht auch Science Fiction auf meiner Leseliste, aber bei diesem Genre muss ich zugeben, dass ich Filme und Serien bevorzuge ("The Expanse" zum Beispiel).

girl in black langLiteratopia: Du bist auf Facebook aktiv und hast einen eigenen Youtube-Channel. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Fans? Und wie sehr erleichtert das Internet heutzutage den Austausch?

Mara Lang: Ich liebe den Austausch mit Fans, aber ich gönne mir öfter mal eine Auszeit von den Sozialen Netzwerken. Es gibt Phasen, in denen ich aktiver bin, dann wieder konzentriere ich mich mehr auf meine Arbeit. Ständig präsent zu sein, ist mir zu viel, ich stamme schließlich noch aus der Generation „Life before the internet“. ;-) Meinen YouTube-Channel habe ich sehr vernachlässigt, mal sehen, ob ich den demnächst wieder anwerfe. Wirklich aktiv bin ich aber auf Instagram. Ich liebe es, Fotos zu posten, und teile vor allem Gartenbilder und die Ergebnisse meiner Kochexzesse. Jedenfalls hätte ich mir nie träumen lassen, dass mich einmal Fans anschreiben und mir erzählen, wie ihnen meine Bücher gefallen haben. Es ist toll, hautnah mitzubekommen, was sie beim Lesen bewegt und wie sehr die Geschichte sie begeistert hat.

Literatopia: Kannst Du uns schon etwas über zukünftige Projekte verraten? Woran arbeitest Du gerade?

Mara Lang: Momentan stecke ich in der Endphase zu „Im Licht der Nacht“. Wie schon erwähnt wird es im Juni erscheinen, und zwar erstmals als Print – juhu! – und natürlich als E-Book und im Herbst dann auch als Hörbuch. Im Print gibt es wunderschöne Illustrationen und sowohl im E-Book als auch im Print eine Überraschung als Draufgabe. Den Entstehungsprozess bis zum gedruckten Buch hautnah mitzuerleben, war einfach großartig. Obwohl mir die Arbeit teilweise über den Kopf gewachsen ist, habe ich jede Minute geliebt. So viele tolle Menschen haben mich dabei unterstützt, ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich ihnen bin. Ich bin schon ziemlich aufgeregt und gespannt, wie mein erstes in Eigenregie veröffentlichtes Buch bei den Lesern ankommen wird.

Außerdem ist ein neuer Jugendfantasyroman bei Ueberreuter in Planung. Doch zu Inhalt und Erscheinungstermin darf ich noch nichts sagen.

Und ein drittes Projekt wird hoffentlich auch demnächst unter Dach und Fach gebracht. Wenn alles gut geht, erscheint es sogar recht bald.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!

Mara Lang: Ich bedanke mich ebenfalls für das Interview und die tollen Fragen.

 

mara lang 20162


Autorenfotos: Copyright by Traumstoff

Autorenhomepage: www.mara-lang.com


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 30. Mai 2018
 

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