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Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens (Anna Stephens)
Geschrieben von Swantje
Sonntag, der 03. Juni 2018

Blanvalet (Januar 2018)
Originaltitel: Godblind
Übersetzerin: Michaela Link
Klappenbroschur
512 Seiten, 16,00 EUR
ISBN: 978-3-7341-6130-8

Genre: High Fantasy


Klappentext

Dom ist ein Seher, doch seine Gabe ist mehr Fluch als Segen, denn seine Visionen sind ungenau und körperlich auszehrend. Aber da begegnet er der geflohenen Sklavin Rillirin. Sie warnt ihn und sein Volk vor einer Vision der Barbaren. Aber kaum jemand glaubt ihr. Da ereilt Dom eine Vision von erschreckender Klarheit. Er muss Rilllirin vertrauen und den Klan der Wächter und Wölfe auf den Krieg vorbereiten, sonst wird nicht nur er sterben, sondern sein ganzes Volk.


Rezension

Die Fronten in „Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens“ sind klar: Gleich auf den ersten Seiten lernt man die Mirak kennen, Anhänger des Blutgottes Gosfath und der „Dunklen Dame“. Sie huldigen ihren Gottheiten mit Blutopfern, führen brutale Eroberungskriege und halten Sklaven. Eine Sklavin, Rillirin, erträgt ihr Schicksal nicht länger und ergreift die Flucht. Ihre Ankunft bei den „Wölfen“ an der rilporischen Grenze wirkt als Katalysator für einen Konflikt, der sich schon lange angebahnt hat: Unter ihrem ehrgeizigen neuen König Corvus und der Priesterin Lanta machen sich die Mirak daran, Rilpor anzugreifen. Ihr Ziel ist nicht weniger, als ihre aus der Welt verbannten Götter zurückzubringen. Rillirin, der die Mirak dicht auf den Fersen sind, hat einen schweren Stand bei den Wölfen, aber da tritt der Seher Dom für sie ein. Seine qualvollen, verwirrenden Visionen haben ihm verraten, dass Rillirin eine wichtige Rolle spielen wird.

Später erfährt man mehr und mehr über Doms Visionen – und darüber, wie zweischneidig sie sind. In diesem Zusammenhang gibt es einen Aspekt seiner Vergangenheit, der ziemlich interessant ist, aber nicht weiter erläutert wird. Rillirin und Dom sind nur zwei von zahlreichen Charakteren, aus deren Perspektive über den verzweifelten Verteidigungskampf der Rilpori geschrieben wird. Da sind der fähige, aber verantwortungsscheue Soldat Crys und der Heerführer und Berater des Königs Durdill, der ihn einstellt. Da sind Durdills Sohn Make, der eine Garnison im Grenzland befehligt, die Soldatin Tara, der ehrgeizige, unsympathische Galtas und nicht zuletzt Lanta und Corvus, die Köpfe hinter der Invasion. Derart viele Point-of-View-Charaktere sind für High Fantasy keine Seltenheit und müssen einem beim Lesen nicht den Überblick rauben. Leider werden die Figuren in „Wächter und Wölfe“ aber beinahe alle auf einmal eingeführt und die Kapitel können auch mal nur drei Seiten lang sein, sodass man Figuren verlässt, ohne sie richtig kennengelernt zu haben. Dadurch dauert es lange, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

Die Figuren erhalten auch nicht alle das gleiche Maß an Charaktertiefe und -Entwicklung. So durchläuft Rillirin von einer verängstigten jungen Frau eine Entwicklung zu einer unerfahrenen, aber entschlossenen Kämpferin und lernt, nach traumatischen Erfahrungen wieder Nähe zuzulassen. Auch Crys entdeckt bei sich Gefühle, die ihn selbst überraschen. Und Dom ist in einer tragischen Abwärtsspirale gefangen. Von anderen Figuren hingegen erfährt man manchmal nicht mehr, als dass sie mutige, pragmatische Kämpfer sind, die sich für ihr Land und ihre Kameraden verantwortlich fühlen. Dennoch sind Figuren wie Durdill, Make und Tara durch ihre Hingabe an ihre Aufgaben durchaus sympathisch. Lanta und Corvus hingegen erscheinen beide recht einseitig: Das einzige, was ihren Ehrgeiz bremst, ist, dass sie ihn ihrem fanatischen Glauben an die Roten Götter unterordnen. Stephens lässt keine Gelegenheit aus, zu zeigen, wie sehr bösartiges, abstoßendes Verhalten in der Kultur der Mirak verwurzelt ist.

Doch die Rilpori treten den Mirak nicht als einheitliche Front gegenüber. Verrat lauert teilweise genau da, wo man ihn vermutet, aber kommt in einigen Szenen auch plötzlich und unerwartet. Eine aus einem solchen Verrat resultierende Szene ist wahrscheinlich auch für abgehärtete Leser vom Grimdark-Fantasy nicht ganz leicht wegzustecken. Ohnehin ist „Wächter und Wölfe“ oft düster und brutal und wartet mit zahlreichen temporeichen, schmutzigen Kämpfen auf. Die Sprache erlaubt eine rasche und flüssige Lektüre und passt gut zu Schauplatz und Figuren, aber der schon erwähnte, beinahe hektisch wirkende Wechsel zwischen Schauplätzen und Perspektiven machen es gerade anfangs schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen.

Bei „Das Ende des Friedens“ handelt es sich um einen Serienauftakt.


Fazit

Anna Stephens Roman basiert auf der recht typischen Idee einer Fantasy-Welt, in der die Protagonisten abgrundtief bösen Invasoren gegenübertreten und scheut nicht vor Extremen von Gewalt und Hoffnungslosigkeit zurück. „Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens“ ist spannend und actionreich, aber ein sprunghafter Erzählstil macht den Einstieg in das Buch nicht leicht.


Pro und Contra

+ Spannung und Action
+ Entwicklung einiger Hauptfiguren
+ überraschende Entwicklungen

o sehr düster und brutal

- Kapitel sind teilweise zu kurz
- Grundidee wenig originell

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 03. Juni 2018
 

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