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Schneewittchen (Lylian, Nathalie Vessillier, Rozenn Grosjean)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 14. September 2018

Verlag: Splitter-Verlag; (Juli 2018)
Gebunden Ausgabe: 80 Seiten; 18,80 €
ISBN-13: 978-3962191429

Genre: Märchen


Klappentext

Es war einmal ein wunderschönes Königreich.

Die Königin, gesegnet mit Anmut und Güte, arbeitete geduldig an ihrer Stickerei. In Gedanken war sie weit fort, und als sie mit einer Nadel den hauchdünnen Faden hindurchführte, stach sie sich. Das Blut im Schnee war so schön anzusehen, dass die Königin sich an einen Wunsch erinnert fühlte, den sie insgeheim hegte.

„Hätte ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Ebenholz des Rahmens, wäre mein Herz auf ewig wunschlos glücklich“, dachte sie.

Als es Abend wurde, betete die Königin, das ihr Wunsch erfüllt würde. Sie betete so inständig und so ausdauernd, dass sie mit ihrer frommen Hoffnung die Finsternis erhellte.


Rezension

Die Königin eines märchenhaften Königreiches wünscht sich ein Kind so weiß wie Schnee, mit Lippen so rot wie Blut und Haaren so schwarz wie Ebenholz. Ihr Wunsch geht in Erfüllung, jedoch stirbt sie bei der Geburt. Der König nimmt sich eine neue Frau und zunächst sieht es so aus, als ob alle wieder glücklich werden könnte. Als aber Schneewittchen heranwächst, neidet die neue Königin ihr ihre Schönheit und beschließt, das Mädchen vom Jäger töten zu lassen. Der aber lässt Schneewittchen laufen und erzählt der Königin lediglich, er hätte die Tat vollbracht. Die Königin lässt den Mitwisser hinrichten und ist zunächst froh, dann aber beantwortet ihr Spiegel, wer die Schönste sei, immer noch mit Schneewittchen. Diese hat Unterschlupf bei den Sieben Zwergen hinter den sieben Bergen gefunden. Die Königin macht sich auf, die Tat selbst zu vollenden.

Schneewittchen von den Gebrüdern Grimm dürfte das bekannteste Märchen sein. In unzähligen Variationen und Bearbeitungen wird es immer wieder neu erzählt. Walt Disney wählte es 1937 für seinen ersten abendfüllenden Spielfilm aus und prägte damit die Vorstellung von Schneewittchen für viele Kinder und Erwachsene. Zwischen damals und heute gab es viele weitere filmische Umsetzungen, mal nahe an der Version der Gebrüder Grimm, mal weiter entfernt und mit einem großen Fantasyanteil.
Lylian und Nathalie Vessillier haben sich nun dem klassischen Märchen in Comicform genähert. Lylian hat den Part des Schreibens dabei inne. Eine nicht gerade kleine Herausforderung, denn es ist gar nicht so einfach, ein Märchen behutsam zu modernisieren, ohne zu stark von der Vorlage abzuweichen und gleichzeitig alles frisch und neu wirken zu lassen. Andererseits hatte er auch relativ leichtes Spiel, denn durch Nathalie Vessilliers Zeichnungen tritt der Inhalt fast in den Hintergrund. Zuvor erschien bei Splitter von Lylian Der Reverend, ein harter Western mit einer guten Geschichte. Dass er auch diese Art des Schreibens beherrscht, ist Schneewittchen anzumerken. Denn er macht aus dem Märchen keine überzuckerte, disneyhafte Geschichte, sondern bleibt dem Geist der alten Märchen treu und das bedeutet eben auch, dass es mitunter blutig werden kann. Er macht allerdings keine Horrorgeschichte aus dem Märchen, dafür sorgt allein bereits sein Schreibstil, der den Leser von Beginn an in eine Märchenwelt entführt, und etwas blumig und an die Zeit, in der das Märchen spielt, angepasst ist. Die Dinge, die Lylian ergänzt, fallen kaum auf und sie fügen sich sehr gut ein. Er kommt mit wenigen Sprechblasen aus, sondern lässt einen Erzähler von den Ereignissen berichten. Dadurch ist diese Comicumsetzung auch sehr gut zum gemeinsamen Lesen mit Kindern geeignet, die mit Sicherheit gebannt zu hören werden.

Dies ist ganz klar auch auf die fantastischen Zeichnungen von Nathalie Vessillier zurückzuführen. Sie pflegt hier einen Stil, der stark an Kinderbuchillustrationen angelehnt, aber erwachsen genug ist, um die Seiten zu einem Genuss für Erwachsene zu machen, die sich ebenso wie die Kinder in den Zeichnungen verlieren können. Sie zeichnet die Umgebung und teilweise ihre Figuren etwas abstrakter. Ein Baum kann da so aussehen wie eine Kugel mit einem Stamm. Sie tut dies aber so geschickt und mit einer Fülle an Details, dass der Leser jede Seite einzeln für sich betrachten und verharren wird. Einen gewissen Anteil daran hat auch Rozenn Grosjean. Mit ihren Pastellfarben veredelt sie die Zeichnungen von Nathalie Vessillier und gibt ihn einen noch märchenhafteren Eindruck. Dadurch wird Schneewittchen einfach zu einem wunderschönen Comic, der immer wieder erneut hervorgeholt werden wird. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieses Team zusammenbleibt und weitere klassische Märchen umsetzt.

Splitter hat dementsprechend Schneewittchen eine besondere Aufmachung spendiert. In Goldprägung steht der Titel auf dem Cover, dass allein dafür sorgen sollte, es zu kaufen, denn es stimmt perfekt auf den Inhalt ein.


Fazit

Lylians, Vessilliers und Grosjeans Umsetzung von Schneewittchen dürfte eine der schönsten dieses Märchens sein. Lylian beweist sich hier als großer Erzähler und Vessillier und Grosjean machen Schneewittchen gemeinsam zu einem visuellen Genuss. Unbedingt kaufen! Märchenfans werden es sowieso tun.


Pro & Contra

+ dicht an der Vorlage
+ wunderschöne, warme Zeichnungen
+ perfekte Aufmachung

Bewertung:

Charaktere: 4/5
Handlung: 4/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Lylian:

Rezension zu Der Reverend Bd.1
Rezension zu Der Reverend Bd.2

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 14. September 2018
 

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