Montag, 14. Oktober 2019

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Blinde Wächter (Christian Günther)
Geschrieben von Judith
Sonntag, der 16. Dezember 2018

blinde waechter

Amrûn (2018)
FAAR - Das versinkende Königreich, Band 2
Klappenbroschur, 234 Seiten, 12,90 EUR

ISBN: 978-3741298455

Genre: Fantasy


Klappentext

Schatten liegt über Alaris. Die Bedrohung durch die Meermenschen ist abgewendet, doch zu welchem Preis? Immer mehr Menschen tragen das Mal des Ozeans. Die Bruderschaft greift eisern durch, verwandelt die Hauptstadt in ein Schlachthaus.

Hyron und Syuk fliehen ins verkommene Kath und suchen ihre neue Freiheit zwischen Kampfgruben, alten Tempeln und vergangenen Liebschaften. Währenddessen richtet Gor ein Gemetzel an und zieht den Zorn der Bruderschaft auf sich. Alix hadert mit ihrer neu entdeckten Gabe, Harmis müht sich, dem Bann des Schwarzblattes zu entrinnen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Cormar, dem verschwundenen Kartografen. Ihr Weg führt sie über den Weltenbruch hinaus bis an den Rand des Nirgendwo. Ins Reich der Blinden Wächter. .


Rezension

In Alaris geht die Angst vor den Meermenschen um. Eine Seuche lässt den Bewohnern Schwimmhäute wachsen und verwandelt sie in das, was sie hassen. Die Bruderschaft vom Goldenen See geht mir aller Härte gegen die Erkrankten vor. Wer Symptome der Seuche zeigt, wird vernichtet, ebenso wie unliebsame Kritiker der Bruderschaft. Auch die Vogelhändlerin Alix ist erkrankt, kann die Veränderungen aber noch verstecken. Die Söldner Hyron und Syuk reisen nach Kath, um dort nach einer Heilung zu suchen. Währenddessen hat es ein Teil der Bruderschaft auf Gor abgesehen, da sie die Seelenkrieger für den steten Zerfall von Faar verantwortlich macht. Als Gruppe von Gejagten machen sich Gor, Alix und Harmis auf, um nach dem Kartografen Cormar zu suchen, um noch größeres Unheil abzuwenden …

“Blinde Wächter“ knüpft nahtlos an „Die Aschestadt“ an. Die Protagonisten konnten eine Katastrophe gerade noch verhindern, dennoch geht in Alaris alles den Bach runter. Die Bruderschaft tyrannisiert mit ihrer Inquisition das Volk und nutzt die Seuche, um ihre Gegner loszuwerden. In Kath hingegen hat man sich mit den Meermenschen arrangiert, sofern man ihre Versklavung so nennen kann. Kath ist ein Höllenloch, in dem Meermenschen in Kampfarenen gegen meist übermächtige (da schwer bewaffnete) Gegner antreten müssen. Hyron und Syuk erfahren das Leid der Meermenschen am eigenen Leib. Doch die Massaker in den Arenen sind noch nicht das schlimmste Übel. Es gilt, eine junge Frau aus den Fängen einer obskuren Sekte zu befreien, wobei sich Hyron seiner Angst vor dem Meer stellen muss.

Während die Söldner in Kath kämpfen, machen sich Gor, Harmis und Alix auf den Weg zum Weltenbruch. Dabei kommen sie mit den Schrecken des Wachsenden Waldes in Berührung, der das Land mit seiner Schwärze verschlingt. Die Menschen sind auf der Flucht, ihre Heimat wurde vom Wald und seinen Kreaturen überwuchert. Alix beweist auf ihrer gemeinsamen Reise Stärke, auch wenn sie mit ihren Veränderungen zu kämpfen hat. Zudem verstärkt sich ihre Fähigkeit, mit Vögeln zu kommunizieren und sie zu lenken. Harmis hingegen leidet unter Entzugserscheinungen. Der Schwarzblatttee hat seine Seele fest im Griff und mit seiner Sucht wird Harmis zu einem unkalkulierbaren Risiko für die Gruppe. Gor hingegen stapft unermüdlich voran, getrieben von Zorn und seinem inneren Zwang, zu kämpfen und zu töten.

Fühlte man sich im ersten Band hin und wieder an die Werke Lovecrafts erinnert, so wird die Inspiration im zweiten Band geradezu überdeutlich. Die düstere Fantasy wandelt sich allmählich in blanken Horror, während Hyron am Meer mit dem grotesken Kult der Krabbe konfrontiert wird und Gor, Harmis und Alix mit den Schrecken des Wachsenden Waldes. Jenseits des Weltenbruchs lauern zudem unheimliche und gefährliche Wesen, die dem Leser kalte Schauer über den Rücken jagen. Faar ist eine zerrüttete Welt, sprichwörtlich gebrochen und bedroht von finsteren Kreaturen und skrupellosen Menschen. Je düsterer die Geschichte wird, umso packender wird sie und eine morbide Faszination erwacht im Leser.

Spannung zieht „Blinde Wächter“ insbesondere aus der Frage, wie lange Harmis die Kontrolle behält und ob seine Schwäche die Gruppe ins Verderben reisen wird. Alix rückt dabei mehr in den Mittelpunkt und wird zu einem facettenreichen Charakter, der die anderen mitziehen kann. Gor hingegen verblasst zwischenzeitlich, da Christian Günther sich weitgehend auf die Perspektive von Hyron, Alix und Harmis beschränkt. Dabei hätte man gerne mehr über Gors Innenleben erfahren. Auch Syuk bleibt ein blasser Nebencharakter, über den man nur wenig erfährt. Dabei ist er als Mischwesen besonders interessant. Wer die Novelle „Herr der Wälder“ gelesen hat, wird zudem zwei alte Bekannte wiedersehen.

Die Länge von „Blinde Wächter“ entspricht in etwa der „Aschestadt“, auch wenn die Seitenzahl deutlich geringer ausfällt. Dafür ist die Schriftgröße kleiner gewählt, wobei sich der Roman dennoch angenehm lesen lässt. Bemerkenswert ist auch das stimmungsvolle Cover, das der Autor selbst gestaltet hat. Im Innenteil gibt es zudem Karten von Faar und Alaris.


Fazit

“Blinde Wächter“ ist düstere und dreckige Fantasy mit Horrorelementen und erinnert mit seiner verstörenden Atmosphäre an die Werke Lovecrafts – mit einem höheren Erzähltempo und stärkerem Fokus auf die Charaktere, die nicht nur gegen bizarre Kreaturen, sondern auch gegen ihre inneren Dämonen kämpfen.


Pro und Contra

+ düsterer und reizvoller Entwurf einer zerfallenden Fantasywelt
+ Charaktere mit reichlich Ecken, Kanten und Fehlern
+ verstörende, düstere Atmosphäre á la Lovecraft
+ neue, finstere Schauplätze und Kreaturen
+ gutes Erzähltempo mit Fokus auf den Protagonisten
+ stimmungsvolles Cover

- Gor und Syuk sind quasi nur Nebencharaktere

Wertung: sterne4

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 25. Juni 2019
 

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