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Die Sprache der Dornen (Leigh Bardugo)
Geschrieben von Lukas
Samstag, der 26. Januar 2019

sprache der dornen bardugo

Knaur HC (Oktober 2017)
Hardcover
288 Seiten, 16,00€
ISBN: 978-3426226797

Genre: Fantasy


Klappentext

„Die Liebe spricht durch Rosenblüten, aber die Wahrheit braucht Dornen“

Hungrige Wälder, magische Künste und grausame Geheimnisse: In der Welt der „Grischa“ und der „Krähen“ erzählt man sich in langen Winternächten gern Geschichten voller dunkler Versprechungen – von der Meerjungfrau, deren Stimme furchtbare Stürme heraufbeschwört, über eine alte Kräuterfrau, die viel mehr ist, als sie scheint, bis zum hässlichen Fuchs, der sich beim falschen Mädchen einschmeichelt.


Rezension

In fünf Romanen entführte Leigh Bardugo ihre Leser bereits in die Welt der Grischa. Zuerst in der „Shadow and Bone“-Trilogie (hierzulande als Grischa-Reihe erschienen) und zuletzt mit der Six of Crows –Reihe. Das Ganze mündet in dem Begriff: Grishaverse – nicht unähnlich dem MCU von Marvel. „Die Sprache der Dornen“ erweitert diese Welt nun um einen weiteren Beitrag. Allerdings handelt es sich dieses Mal nicht um einen Roman, sondern ist eine Sammlung von Märchen. Sechs sehr unterschiedliche Erzählungen, deren Ursprung in verschiedenen Ländern und Kontinenten eben jener Grischewelt liegt. Neulinge werden keine Probleme haben, sich zu Recht zu finden, denn die Bezüge sind eher kosmetischer Natur. Wer sich in dieser Welt aber bereits auskennt, wird manch einen Ort oder Wesen wiedererkennen und somit tiefer eintauchen können.

„Die Sprache der Dornen“ ist erfreulicherweise mehr als nur eine bloße Ansammlung von kleinen Ideen, die nicht genug Raum für große Geschichten hergaben. Vielmehr sind alle Geschichten wundervoll magisch und voller Überraschungen, die von den ausgetretenen Pfaden der allseits bekannten Erzählungen abweichen. Ganz unscheinbar und ohne plakativ zu sein, räumt Leigh Bardugo dabei die klassischen Rollenbilder aus dem Weg. Anstatt diese einfach umzudrehen und die Frau zur archetypischen Heldin zu machen und den Mann zum „schwachen“ Geschlecht, erzählt sie von starken Frauen in den verschiedensten Handlung.

Ayama und der Dornenwald – erzählt von der unscheinbaren Ayama, deren Schwester Kima so schön ist, dass die ganze Welt nur Augen für sie hat. So vergessen selbst die eigenen Eltern beinahe, wer Ayama ist, die eher das Leben einer Magd als das eines Familienmitglieds führt. Als der zweitgeborene Sohn des Königs – ein gehörntes Ungeheuer – aus dem königlichen Verlies ausbricht und seinem Zorn freien Lauf lässt, verspricht der König demjenigen große Reichtümer, der sich traut, die Bestie zu finden und mit ihr in Verhandlungen zu treten. Und so schickt man Ayama hinaus in die Wüste, denn ihr Verschwinden wäre kein großer Verlust.

Der zu kluge Fuchs weiß seit seiner Geburt, dass man mit seiner Gerissenheit dem Tod von der Schippe springen kann, so überlebt er die Zähne seiner Mutter, die ihn wegen seiner missratenen Statur auffressen will. Jetzt, da der berüchtigte Jäger in seinem Wald auftaucht und eine Spur des Todes hinter sich zieht, versucht der Fuchs, mit der Schwester des Jägers anzubandeln, um das Leben der Waldbewohner zu retten.

In Die Hexe von Duwa verschwinden Kinder in einem kleinen Dorf. Ein Kithka scheint sein Unwesen zu treiben, aber vielleicht ist es auch nur ein hungriger Wolf oder Bär. Als Nadjas Mutter stirbt und eine andere Dorffrau ihren Vater bezirzt und heiratet, scheint das stille Grauen in ihr Haus getreten. Die Stiefmutter treibt Nadja aus dem Haus und in die Eiseskälte, doch sie kann sich gerade noch in das Haus der Waldhexe retten. Doch ist sie wirklich in Sicherheit?

Kleines Messer nennt der junge Grischa das Wasser, das ihm gehorcht und hilft sein Tagewerk zu verrichten. Der Stand eines Grischa ist niedrig, doch als der König beschließt, seine Tochter an denjenigen zu vermählen, der eine schwierige Aufgabe bewältigt, wittert er seine Chance, in der Welt aufzusteigen. Und das Kleine Messer soll ihm dabei helfen.

Der Soldatenprinz ist ein Geschenk vom Uhrenmacher, an seine Auserwählte aus gutem Hause. Seine Kreationen sind aber alles andere, als kleine Spielereien, sondern sind sonderbar und beinahe lebendig. Bald schon verschmelzen Realität und Fantasie.

Als das Wasser das Feuer ersang. Die Sildroher sind ein mächtiges Unterwasservolk, das mit seinen Liedern schaffen und zerstören kann. Ulla ist wegen ihres Äußeren eine Außenseiterin, doch als sie unverhofft im Unterricht mit Signy gepaart wird, vermischen sich ihre Gesänge zu ungeahnten Kräften, die ihnen Ruhm und die Aufmerksamkeit des jüngsten Königssohns beschert. Sie werden sogar dazu eingeladen, dem jährlichen Besuch der Menschenwelt beizuwohnen, doch Ulla ahnt, dass es nicht nur Gutherzigkeit ist, die den Königssohn antreibt

Die meisten dieser Geschichten sind ganz offensichtlich von bekannten Märchen inspiriert. So erinnert z.B. Der Soldatenprinz an „Der Nussknacker und Mausekönig“ und Als das Wasser das Feuer ersang ist – wie im Nachwort zu entnehmen – von Hans Christian Andersens „Die kleine Meerjungfrau“ inspiriert. Auch orientieren sie sich an verschiedenen Ländern und Kontinenten, wie es die Orte in der Welt der Grischa tun. So liest sich eine Geschichte wie aus „Tausendundeine Nacht“ die nächste wie eine klassisch slavische. Trotz der Anlehnungen, ist es keine bloße Modernisierung. Viele neue Ideen und unerwartete Ereignisse sorgen dafür, dass dieses Buch selbst ein moderner Klassiker werden könnte. Ein zweiter Band wäre sehr willkommen.

Man kommt nicht umhin, auch die Aufmachung des Buchs zu bewundern. Von außen schön bedruckt (ohne Schutzumschlag) und vielversprechend, was den Inhalt betrifft, ist es von innen noch imposanter und aufwendiger gestaltet. Jedes Märchen hat einen eigenen illustrierten Rahmen, der sich Seite für Seite und Bildchen für Bildchen um den Text ausbreitet. Immer passend zum Geschehen und den erscheinenden Wesen oder Dingen, bis sich zum Schluss der Rahmen schließt und den Leser mit einem schönen Szenenbild belohnt.


Fazit

„Die Sprache der Dornen“ ist außen wie innen ein wunderschönes Märchenbuch, das den Staub von den Jahrhunderte alten Geschichten von Prinzessinnen, Hexen und Rittern abklopft und sie in die Moderne bringt. Wie es sich gehört, bergen die Geschichten eine Portion moderner Moral und können sich mit ihrer düsteren Stimmung problemlos mit Grimms Märchen messen. Ein Buch das hoffentlich viele Leser findet.


Pro und Contra

+ Aufmachung des Buchs
+ Spannend und mitreißend
+ schöne, einfache Märchensprache
+ viele überraschende Wendungen
+ modern und relevant

Wertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


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Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 26. Januar 2019
 

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