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Gold und Schatten - Das erste Buch der Götter (Kira Licht)
Geschrieben von Judith
Mittwoch, der 06. März 2019

Lübbe One (Februar 2018)
Hardcover mit Lesebändchen
452 Seiten, 17,00 EUR

ISBN: 978-3-8466-0080-1

Genre: Urban Fantasy / Jugendbuch


Klappentext

Seit Livias 16. Geburtstag gehen seltsame Dinge mit ihr vor. Plötzlich kann sie die Stimmen von Pflanzen hören und mit ihnen reden. Auch der Umzug nach Paris vor ein paar Wochen hat nichts daran geändert. Zum Glück kann Livia sich ablenken, als sie den draufgängerischen und geheimnisvollen Maél kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Er verbringt seine Zeit am liebsten in den verbotenen Katakomben der Stadt. Was Livia noch nicht weiß: Er ist niemand geringeres als der Hadessohn – und sie eine Nymphe, deren Hilfe er dringend braucht …


Rezension

Als Diplomatentochter ist Livia häufige Schulwechsel gewohnt, doch der Umzug von Korea nach Paris wirft sie aus der Bahn. Sie wird von heftigen Bauchkrämpfen geplagt und schlimmer noch: Sie hört plötzlich Stimmen. Pflanzen sprechen sie an und klagen zum Beispiel über zu wenig Wasser. Livia versucht die Stimmen zu ignorieren und sich auf ihren neuen Alltag zu konzentrieren. Dabei hat sie ein besonderes Interesse an den Katakomben von Paris. Bei einer Führung lernt sie die düsteren und wahnsinnig attraktiven Maél kennen, einen Cataphile. Zusammen mit seinen Freunden erkundet er die für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Teile der Katakomben. Er nimmt Livia mit zu einer Ausstellung in den dunklen Gängen und zwischen den beiden funkt es heftig. Da ahnt sie noch nicht, dass Maél der Sohn des griechischen Gottes Hades ist und sie für nächtliche Raubzüge benutzt. Denn Livia ist eine Nymphe und als Hadessohn hat Maél Einfluss auf sie …

“Gold und Schatten“, der erste Band der neuen Dilogie von Kira Licht, widmet sich (wie einige andere Jugendbücher der letzten Jahre) der griechischen Götterwelt, wobei sich die olympischen Götter in ihrem Szenario in Paris niedergelassen haben. Sie haben sich dem modernen Leben angepasst und so nutzt Hermes der Götterbote gleich mehrere Smartphones, um die ständig streitenden und intrigierenden Götter im Zaum zu halten, während Aphrodite ihre eigene Kosmetik vertreibt. Neben den mächtigen Göttern ist eine Nymphe wie Livia beinahe unbedeutend, jedoch gibt es nicht mehr viele von ihrer Art. Daher gibt es leider auch niemanden, der ihr erklären könnte, was mit ihr passiert und wie sie ihre Kräfte nutzen kann. Sie glaubt Maél recht schnell, dass er der Sohn des Gottes der Unterwelt ist, denn das bedeutet, dass sie selbst nicht verrückt ist. Zudem hat sie von Anfang an gespürt, dass er von einer seltsamen Dunkelheit umgeben ist und manchmal ganz und gar nicht menschlich erscheint.

Kira Licht konzentriert sich stark auf ihre beiden Protagonisten und deren Liebesgeschichte, die immer wieder aufflammt, aber von Maél erstickt wird. Er bleibt auf Distanz, auch wenn er kaum die Finger von Livia lassen kann und ständig mit ihr flirtet. Die Dialoge der beiden lesen sich sehr amüsant, da Maél Livia immer wieder aus der Fassung bringt und auf eine sehr sympathische Art direkt und unverblümt spricht. Livia lernt schnell, zu kontern und bei den beiden passt der Spruch „was sich neckt, das liebt sich“ perfekt. Während Maél mit seiner aufbrausenden Art als Hadessohn sehr authentisch ist, ist Livia fast ein wenig zu blass. Sie ist ein nettes und manchmal freches Mauerblümchen, das nur langsam aufblüht, was sie anfangs klischeehaft erscheinen lässt. Immerhin lässt sie sich von Maél nicht alles bieten und besteht auf die Wahrheit und darauf, dabei zu sein. Schade ist, dass ihre Fähigkeit, die Stimmen von Pflanzen zu hören (und mit ihnen zu sprechen), schnell in den Hintergrund rückt. Zwar nutzt ihr diese Fähigkeit manchmal, aber insgesamt wird diese spannende Idee viel zu wenig ausgebaut.

Neben allerhand mythologischer Gestalten wie zum Beispiel Ödipus, einer magischen Motte und den Göttern spielen Livias neue Freundinnen Gigi und Jemma eine größere Rolle, wobei man sich wundert, wie schnell sie Livia glauben, dass sie eine Nymphe und Maél ein Hadessohn ist. Livia erzählt ihren Freundinnen nahezu alles über ihre Begegnungen mit den Göttern und deren Nachkommen, während die beiden selbst nicht viel beitragen. Sie hören zu und sind für Livia da, aber für den zweiten Band würde man sich ein stärkeres Profil für Gigi und Jemma wünschen. Spannung zieht die Geschichte vor allem aus der Interaktion der Protagonisten, während die Handlung sehr linear und teils vorhersehbar verläuft. Sobald sich ein Problem ergibt, wird es umgehend gelöst. Erst beim dramatischen Finale geraten Livia und Maél in echte Schwierigkeiten und „Gold und Schatten“ endet mit einem großen Knall inklusive fiesem Cliffhanger.


Fazit

”Gold und Schatten“ punktet mit dem Flair von Paris und dem Funkenflug zwischen Livia und Maél. Die Handlung ist zu linear, wartet jedoch mit allerhand interessanten Details und einem unterschwelligen Humor auf. Die olympischen Götter haben sich dem 21. Jahrhundert angepasst, was manchmal seltsam wirkt, aber den jungen Lesern sehr entgegenkommt.


Pro und Contra

+ zwischen Livia und Maél funkt es heftig
+ Maél ist als Hadessohn authentisch
+ Livia lässt sich nicht alles gefallen
+ amüsante Dialoge
+ lockerer Schreibstil
+ moderne Götter mit Smartphones
+ schmuckes Hardcover mit Lesebändchen

o konzentriert sich sehr stark auf die Interaktion der Protagonisten

- leider spielt Livias Fähigkeit, die Stimmen von Pflanzen zu hören, keine große Rolle
- zu linear / Probleme werden zu schnell gelöst

Wertung: sterne4

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Interview mit Kira Licht (2019)

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 10. April 2019
 

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