Sonntag, 18. August 2019

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Das Spiel des dunklen Prinzen (Ney Sceatcher)
Geschrieben von Swantje
Mittwoch, der 10. April 2019

Zeilengold Verlag (April 2018)
Taschenbuch
300 Seiten, 12,99 EUR
ISBN: 978-3946955078

Genre: Portal-Fantasy/ Märchenadaption


Klappentext

Willkommen beim Albtraumschach.

Kannst du deine schlimmsten Ängste besiegen? Nein? Dann fürchte um dein Leben.

Als Taija durch einen Spiegel in eine schneebedeckte Welt stürzt, hält sie das für einen bösen Traum. Schon bald stellt sich heraus, dass jenes Märchen, von dem ihre Tante immer erzählt hat, nicht nur ein Mythos ist. Das Mädchen befindet sich mitten in der seltsamen Welt der weißen Königin und des dunklen Prinzen, in der sich alles um ein grausames Spiel dreht. Nur, wer das Albtraumschach gewinnt, darf zurück in seine eigene Welt. Wer scheitert, verliert sich in seinem Albtraum – für immer!


Rezension

„Das Spiel des dunklen Prinzen“ beginnt in unserer Welt, auch wenn Sceatcher bewusst sehr ungewöhnliche Namen wählt und jede genaue örtliche und zeitliche Verortung meidet, vielleicht, um ein gewisses Märchen-Feeling zu erzeugen. Die achtzehnjährige Kaija will lediglich den Dachboden ihrer Tante aufräumen, als sie durch einen Spiegel in einen Eispalast fällt, wo sie von der schönen, hasserfüllten Weißen Königin in Empfang genommen wird. Sie soll zu einer Figur im „Albtraumschach“ werden – dem Spiel, in welchem sich die Weiße Königin und der Dunkle Prinz seit einer Ewigkeit messen und dabei Menschen als ihre Spielfiguren benutzen. Farrun, der Dunkle Prinz, stiehlt der Königin ihren Fang und nimmt Kaija mit in sein von Magie durchdrungenes Schloss. Immer wieder schickt er sie in ihre eigenen Albträume, in denen sie lernen muss, ihre Ängste zu besiegen, um für die nächste Schachpartie gerüstet zu sein.

Kaija ist fest davon überzeugt, in einem Märchen zu stecken, das alle, die hineingeraten, zwingt, nach und nach eins mit der ihrer Rolle in der Geschichte zu werden. Das ist z.B. dem Mädchen Rascha passiert, das seinen Menschenwelt-Namen und den Großteil seines alten Lebens vergessen hat und verzweifelt versucht, sich zu erinnern. Kaija erkundet das Schloss, auf der Suche nach einem Ausweg. Dabei lernt sie allmählich mehr über die Welt und auch über Farrun, in dem sie bald mehr zu sehen beginnt als bloß einen Mann, der sie einsperrt und in einem end- und sinnlosen Wettstreit verheizen will. Dies überrascht, da er selbst in seinen besseren Momenten als lediglich ganz okay rüberkommt. Zwar wird eine Erklärung für sein Verhalten geliefert, doch sie – und Kaijas Glaube an das Gute in Farrun – überzeugen nicht. Farruns Verhalten und das Machtgefälle zwischen den Beiden machen es schwer, sich für die Liebesgeschichte zu begeistern.

Der Klappentext von „Das Spiel des dunklen Prinzen“ scheint eine düstere, von Märchen- und Schachmotiven geprägte Geschichte zu versprechen, und tatsächlich scheint das auch die Absicht der Autorin gewesen zu sein. Jedes Kapitel endet mit einem im Stil eines Märchens geschriebenen Absatz, und diese Abschnitte sind eigentlich die atmosphärischsten des Buchs. Hinzu kommen noch zahlreiche Anspielungen auf „Alice im Wunderland“. Wäre die Atmosphäre des Großteils des Buches dichter, hätten die Weiße Königin und der Dunkle Prinz mehr bedrohliches Charisma und wäre das Albtraumschach wirklich beängstigend, hätte ein Roman entstehen können, der allein durch seine dunkel-verwunschene Ästhetik überzeugt und bei dessen Lektüre Angst um die Figuren aufkommt. Allerdings wurden die meisten Chancen dazu verpasst.

Die unausgereift wirkende Sprache trägt noch dazu bei, dass das Buch mich nicht in seinen Bann ziehen konnte. Auch ist die impulsive, aber ansonsten recht blasse Kaija keine Hauptfigur, die durch ihre Kompetenz oder ihre Facetten Interesse weckt. Viele andere Figuren gewinnen ebenfalls nicht wirklich an Profil und handeln manchmal sonderbar sprunghaft. Auch der Plot wirkt teilweise recht chaotisch, auch wenn ein wichtiges Ereignis gut vorausgedeutet wurde.


Fazit

Ney Sceatchers „Das Spiel des dunklen Prinzen“ basiert auf einer tollen Grundidee, die verschiedene literarische Motive zu einem stimmigen Ganzen zusammenzuführen verspricht. Leider enttäuschen die Realisierung des Konzepts und die Charaktere.


Pro und Contra

+ originelle Grundidee mit viel Potenzial
+ „Märchenabschnitte“ an Kapitelenden

- unausgereift wirkende Sprache
- blasse Figuren
- Liebesgeschichte überzeugt nicht

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 2,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 10. April 2019
 

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