Mittwoch, 20. November 2019

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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Das Lied von Usgar (R.A. Salvatore)
Geschrieben von Markus
Montag, der 06. Mai 2019

Verlag: Cross Cult; (Dezember 2018)
Taschenbuch: 600 Seiten; 16 €
ISBN-13: 978-3959818124

Genre: Fantasy


Klappentext

Das neue Epos von Drizzt Do´Urden-Schöpfer R.A. Salvatore

Nachdem Aoleyn ihre Eltern verloren hat, muss sie sich allein in einem Stamm grausamer Barbaren behaupten. Sie träumt davon, in die Welt jenseits ihrer Bergheimat zu entkommen.

Die einzige Hoffnung, die Freiheit zu erlangen, besteht darin, das Lied von Usgar zu erlernen, die mysteriöse Kraft des magischen Zirkels ihres Stammes. Glücklicherweise scheint Aoleyn die mächtigste Hexe zu sein, die jemals gelebt hat. Doch die Magie hat ihren Preis. Aoleyns Fähigkeiten wecken nicht nur das Interesse des brutalen Stammesführers, sondern auch das des Dämons der Berge, der all jene jagt, die über die Macht des Zirkels verfügen.


Rezension

Die Menschen der sieben Stämme am Loch Beag leben im Schatten des Fireach Speuer. Eigentlich führen sie ihren Traditionen gemäß, zu denen auch gehört, ihre Schädel zu formen und so einem anderen Schönheitsideal nachzueifern, ein friedliches Leben. Gestört wird es allerdings durch die Usgar, einem Stamm, der auf dem Fireach Speuer lebt und äußerst barbarischen Wegen folgt. Ihre Krieger kommen immer wieder mit ihren magisch verstärkten Speeren in die Dörfer am See, rauben, vergewaltigen und entführen Frauen und Kinder, um diese als Sklaven zu halten.
Zu den Usgar gehört auch Aoleyn, die ein bedeutend besseres Herz besitzt als ihre Stammesmitglieder. Sie erkennt im Laufe der Jahre, dass der Weg ihres Stammes ein falscher ist, weiß aber nicht, wie sie es ändern soll. Sie besitzt zwar große magische Fähigkeiten und hat erkannt, dass in den als heilig geltenden Kristallen, Edelsteine sind, die die Quelle ihrer und der anderen Hexen Macht ist. Aoleyn versucht einen Weg zu finden, zu überleben und gleichzeitig einen ihr liebgewordenen Sklaven, einen Uamhas zu schützen, denn neben den Usgar gibt es noch eine weitere Bedrohung. Die Dämonische Fossa, die in den Nächten eines Blutmondes Jagd auf alles am Firach Speuer macht und insbesondere auf Menschen mit magischen Fähigkeiten.
Während Aoleyn aufwächst, kommt immer wieder der Händler Talmadge zum Loch Beag und muss sich seinen Dämonen stellen.

Neben den Drizzt Do´Urden Romanen, die in den Vergessenen Reichen spielen, hat Autor R.A. Salvatore eine weitere große Fantasyreihe geschaffen. Diese spielt auf der Welt Corona. Wie Salvatore sagt, sind die Geschichten von Corona für ihn die wirklich wichtigen, sie sind sein persönliches Mittelerde und Shannara und so hat er eine komplexe Welt geschaffen, mit einem Magiesystem, welches so noch nicht vorher zu finden war. Bislang sind drei große Reihen erschienen, in jeder von ihnen standen andere Charaktere im Mittelpunkt und teilweise auch ein anderer Bereich der Welt. Im Auftakt waren Elbryan und Jilseponie im Mittelpunkt, danach war es ihr Sohn, der zunächst seiner dunklen Seite nachgab und am Ende bekehrt werden konnte. Die dritte Reihe erzählte die Vorgeschichte des Königreiches Honce De Bär, leider wurde sie nicht komplett in Deutschland veröffentlicht. Zwei der drei Romane erschienen bei Egmont Lyx, der Dritte lässt auf sich warten und wird zumindest dort nicht mehr erscheinen. Vielleicht wird Cross Cult da Abhilfe schaffen, wenn Das Lied von Usgar ausreichend erfolgreich ist.
In Das Lied von Usgar, oder wie es im Englischen passender heißt Child of a Mad God, besucht Salvatore eine völlig andere Ecke seiner Welt, die bisher nicht in den Romanen vorgekommen ist und nutzt diesen Umstand einen frischen Blick auf bereits etabliertes zu werfen. Waren die Übeltäter in den bisherigen Reihen eher dämonischer Natur, Monster oder verführte Menschen, steht dieses Mal im Mittelpunkt, was sich Menschen gegenseitig antun, wenn sie glauben, besser als andere zu sein.

Die Usgar haben einen grausamen Gott, der nur Stärke belohnt und damit jedwede Art von Gewalt rechtfertigt. Dies wird vor allem bei Tay Aillig, den machthungrigen Anführer der Krieger deutlich. Er kennt nichts weiter als Gewalt und Macht und ist dafür bereit, ohne mit der Wimper zu zucken, einen Mord zu begehen. Aber auch die Hexen der Usgar sind nicht frei von Machthunger und Intrigen und R.A. Salvatore webt in seine eigentlich Erzählung über die Entwicklung Aoleyns geschickt die Machtkämpfe und das Verwirrspiel innerhalb des Stammes ein. Er erschafft hierdurch eine lebendige Welt, in der noch viele weitere Dinge eine wichtige Rolle spielen. Alles was in Das Lied von Usgar geschieht, trägt dazu bei, die Figuren genau an den Punkt zu führen, an dem sie am Ende stehen. Ihre Entscheidungen werden nachvollziehbar und für den Leser ist es spannend mitzuerleben, wie vor allem Aoleyn und Talmadge ihren Weg finden.

Diese beiden Charaktere sind es letztlich auch, die einen den Roman in einem Zug durchlesen lassen. R.A. Salvatore hat schon immer starke Frauencharaktere geschrieben, mit Aoleyn erschafft er hier aber eine für ihn neue Art von Heldin. Sicher hat sie wie andere bestimmt Eigenschaften, z.B. ist sie anfangs recht naiv und von Anfang an gut. Aber sie besitzt ebenso Schattenseite und sie wächst erst in ihre Rolle richtig hinein, bevor sie es wagen kann, die Fossa zu konfrontieren. Was sie vor allem aber aus anderen Frauenfiguren in der Fantasy herausstechen lässt, ist ihre bewusste Entscheidung, trotz der Grausamkeiten die sie bei den Usgar erfahren hat, bei ihnen zu bleiben und sie von innen verändern zu wollen. Dies ist eine neue Facette, die ihr als Charakter gut tut. Dazu kann R.A. Salvatore mit ihrer Hilfe das Magiesystem auf Corona dem Leser auf eine neue Art nahebringen, die es neu und spannend wirken lässt.
Talmadge als eigentlicher Nebencharakter wird von Salvatore ebenso gut ausgearbeitet, lange Zeit scheint er keine direkte Verbindung zu Aoleyn zu haben, bis Salvatore ihre beiden Handlungsstränge gekonnt zusammenführt und auf diese Weise ihre beider Entwicklung zu einem vorläufigen Ende bringt. Angenehm ist auf jeden Fall, dass es nicht um eine weltumspannende Bedrohung geht, sondern sich alles mehr auf einer persönlichen, lokalen Ebene abspielt.

R.A. Salvatore schreibt mittlerweile seit über dreißig Jahren Fantasyromane und hat damit mehr als einmal bewiesen, dass er schreiben kann. Sein Schreibstil ist wie gewohnt klar und deutlich, wodurch er gekonnt Action- und hoch emotionale Szenen aufs Papier bannt und den Leser mitzureißen vermag. Wer ihn mag, kann bedenkenlos zugreifen, wer ihn nicht mag, wird auch weiterhin nicht mit seinem Schreibstil klar kommen.


Fazit

Das Lied von Usgar ist ein spannender Auftakt zu einer neuen Reihe, die auf R.A.Salvatore Welt Corona spielt. Mit Aoleyn besitzt der Roman eine starke Frauenfigur, die nicht übertrieben, sondern glaubwürdig wirkt. Am Ende ist die Bühne für eine weitere starke und spannende Fortsetzung bereitet, die nicht schnell genug kommen kann.


Pro & Contra

+ Essays von Adyrian Wyndon
+ Gastauftritt eines Charakters aus einer der früheren Reihen
+ spannend
+ vergleichsweise kleines Abenteuer

- leider vergleichsweise viele Rechtschreibfehler, das Lektorat hätte besser sein können

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von R.A. Salvatore:

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Rezension zu Die Legende von Drizzt: Die Niewinter-Erzählungen Bd.1
Interview mit R.A. Salvatore (engl.)
Interview mit R.A. Salvatore (dt. Übersetzung)

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 07. Oktober 2019
 

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