Dienstag, 15. Oktober 2019

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Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

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Grey Sister (Mark Lawrence)
Geschrieben von Swantje
Sonntag, der 16. Juni 2019

Ace (2019)
Taschenbuch
416 Seiten, 8,00 EUR
ISBN: 978-1101988909

Genre: Fantasy


Klappentext

Behind its walls, the Convent of Sweet Mercy has trained young girls to hone their skills for centuries. In Mystic Class, Novice Nona Grey has begun to learn the secrets of the universe. But so often even the deepest truths just make our choices harder. Before she leaves the convent, Nona must choose which order to dedicate herself to - and whether her path will lead to a life of prayer and service or one of the blade and the fist.

All that stands between her and these choices are the pride of a thwarted assassin, the designs of a would-be empress wielding the Inquisition like a knife, and the vengeance of the empire's richest lord.

As the world narrows around her, and her enemies attack her through the system she is sworn to, Nona must find her own path despite the competing pulls of friendship, revenge, ambition, and loyalty.

And in all this only one thing is certain: there will be blood.


Rezension

Zwischen den Ereignissen von „Red Sister“ und „Grey Sister“ liegen mehrere Jahre. Nona ist nun 15 Jahre alt und noch tödlicher als in Band eins. Es stellt sich heraus, dass sie einem vergangenen Kampf ein gefährliches Souvenir verdankt – Keot, einen „Teufel“, der unter ihrer Haut sitzt und jeden Moment der Schwäche nutzt, um sie zu Gewalt zu drängen. Noch schwerer trägt Nona an der Erinnerung an den Tod einer engen Freundin. Sie hat Rache dafür geschworen. Obwohl Nona und die anderen Novizinnen nun älter sind, klingen sie tatsächlich eher jünger als noch im Vorgängerband, wo ihre Ausdrucksweise in scharfem Kontrast zu ihrer Situation und Lebenserfahrung stand.

Das Leben im Konvent geht seinen Gang. Nona steigt in die nächste Klasse auf und kann weniger Zeit mit vielen ihrer alten Freunde verbringen. Dafür findet sie eine neue Rivalin: Joeli Nemsis – schön, privilegiert und darauf aus, dass Nona aus dem Konvent verbannt wird. Und obwohl Sweet Mercy eigentlich über den weltlichen Dingen stehen sollte, vergisst niemand, wie einflussreich Joelis Familie ist. Nona schlägt sich mit Mobbing und mit Prüfungen herum, aber vergisst nie, dass irgendwo außerhalb des Konvents die Frau lebt, die diesem seinen wertvollsten Besitz gestohlen und ihre Freundin ermordet hat. Sie nimmt auf der Suche nach Hinweisen riskante Erkundungstouren in einem unheimlichen Höhlensystem in Kauf. Doch im Schatten all der latenten Bedrohungen, mit denen sie konfrontiert ist, erlebt sie auch kleine Triumphe und Momente der Leichtigkeit und Freundschaft.

Alles verändert sich, als Inquisitor Pelter im Konvent auftaucht. Sherzal, die intrigante Schwester des Kaisers, die Nona und einigen ihrer Mitnovizinnen einen Platz in ihren Ränkespielen zugewiesen hat, hat ihn geschickt. Er tut alles, um Äbtissin Glass mindestens ihrer Autorität zu berauben. Doch er ist nicht der einzige Feind, mit dem sie es zu tun haben. Die Familie der Tacsis sinnt noch immer auf Rache, und auch aus einer anderen Richtung hat Nona Anschläge zu erwarten. Als sie dann auch noch den Schutz des Konvents verliert, wird ihre Lage jäh noch viel gefährlicher, denn ihre alten Feinde sehen voraus, wohin sie sich wenden wird. Schließlich gerät sie in eine Situation, in der sie all ihren Mut und ihr Geschick, aber auch eine Menge Glück und Hilfe von außen brauchen wird, um einem schmerzhaften Tod zu entgehen. Gleichzeitig spitzt sich auch für Äbtissin Glass (und eigentlich die ganze Welt) die Lage zu.

In „Grey Sister“ treten wieder viele eindrucksvoll kompetente Charaktere auf. Man erfährt mehr über Äbtissin Glass‘ Hintergrund und sieht sie mit großem Geschick riskante politische Spielzüge ausführen. Eine weitere Figur, die nun in den Vordergrund tritt, ist Schwester Kettle. Die verschmitzte Nonne, die als Grey Sister aber auch eine geschickte Spionin und tödliche Kämpferin ist, war in Buch eins eine sympathische Nebenfigur. Nun ist sie ein PoV-Charakter und eigentlich die Figur, um die ich mich am meisten gesorgt habe. Nonas Mitnovizinnen haben teilweise große Entwicklungen durchlaufen, so ist z.B. Darla, mit der sich Nona in Bd. 1 noch geprügelt hat, nun zu einer guten Freundin geworden. Es gibt am Ende eine sehr befriedigende Szene, in der Nona, Darla und Arabella zeigen können, was sie alles gelernt haben. Freundschaft bleibt das große Thema des Buches, und die Momente, in denen sich Figuren nach Wochen der Trennung und Sorge wiedersehen, um dann Seite an Seite ziemlich brutal mit einer Menge Gegner aufzuräumen, sind immer wieder aufs Neue eine echte Bereicherung.

„Grey Sister“ ist nicht ganz so stark wie der Vorgängerband und weist einige Längen auf – oft warten die Figuren einfach darauf, dass Dinge passieren. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass einige Figuren über sehr starke Plot Armour zu verfügen scheinen und selbst gefährliche Verletzungen sich mit ein paar Pasten und Pulvern heilen lassen. Auch sind einige spektakuläre Momente sind um den Preis ihrer Glaubwürdigkeit erkauft, aber nie so sehr, dass es aus der Handlung herausreißen würde. Wenn Figuren in Gefahr sind, fiebert man mit, und ihre Gefühle – Nonas Freude über den Rückhalt ihrer Freundinnen, Äbtissin Glass‘ Trauer, als sie Novizinnen beobachtet und an ihren verstorbenen Sohn denkt – greifen beim Lesen auf eine*n über. Von der Langsamkeit des Buches abgesehen, ist die Balance von Verzweiflung und Triumph, kleineren Rivalitäten und weltbewegenden Konflikten sehr gelungen.

Der Schreibstil ist gewohnt gut, wenn auch unauffälliger als noch in „Red Sister“. Die hier und da eingestreuten Andeutungen zu Welt und ihrer Geschichte, die niemand in ihrem vollen Umfang kennt, machen sehr neugierig darauf, was im letzten Band, „Holy Sister“ enthüllt werden wird. Auf Deutsch erscheint die „Book of the Ancestor“-Trilogie, wie bereits in der letzten Rezension erwähnt, bei Fischer Tor als „Waffenschwestern“.


Fazit

Wieder ist Mark Lawrence ein schön geschriebener Roman mit einprägsamen Figuren gelungen. Momente, in denen deutlich wird, wie mächtig seine Figuren sind und wie eng ihre Freundschaft bilden einen guten Kontrast zu der düsteren, brutalen Welt, in der die „Book of the Ancestor“-Romane spielen. „Grey Sister“ ist nicht ganz so gut wie sein Vorgänger, aber dennoch gute, gerade zum Ende hin sehr aufregende Lektüre.


Pro und Contra

+ zahlreiche vielfältige, interessante & kompetente (Frauen)figuren
+ mehr Screentime für Schwester Kettle
+ spannende Andeutungen über die Welt
+ spektakuläre Action
+ Freundschaft der Novizinnen

- Längen
- Plot Armour

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu "Red Sister" (Bd. 1)

Rezension zu "Holy Sister" (Bd. 3)

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 18. Juni 2019
 

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