Sonntag, 15. Dezember 2019

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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Der schwarze Thron – Die Kriegerin (Kendare Blake)
Geschrieben von Nicole
Mittwoch, der 26. Juni 2019

Blake Kendare Der schwarze Thron 3

Der schwarze Thron - Band 3
OT: Two Dark Reigns
Penhaligon Verlag, 1. Auflage, März 2019
Taschenbuch, 510 Seiten,
15,00 Euro [D] 15,50 Euro [A]
ISBN-13: 978-3-76453-217-8

Genre: Fantasy


Klappentext

Ihr Leben lang hat die Giftmischerkönigin Katharine darauf gewartet: Sie trägt die Krone des Inselreichs Fennbirn. Doch ihre Herrschaft ist grausam und wird angefochten – Gerüchte dringen zu ihr durch, dass ihre Schwestern noch am Leben sind und Katharine stürzen wollen. Tatsächlich haben Mirabella und Arsinoe überlebt und verstecken sich auf dem Festland. Doch sie sind nicht in Sicherheit: Arsinoe wird von schrecklichen Träumen heimgesucht. Die blaue Königin, eine Gestalt aus den Legenden Fennbirns, drängt sie, auf die Insel zurückzukehren. Denn es ist nicht Katharine, durch die das Reich unterzugehen droht – es ist der unheimliche Nebel vor seiner Küste, der sie alle in Gefahr bringt.


Die Autorin

Kendare Blake studierte in London Creative Writing, ehe sie ihre Leidenschaft zum Beruf machte. Die New York Times-Bestsellerautorin hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichte veröffentlicht, darunter die düstere Fantasy-Saga Der schwarze Thron. Kendare Blake wurde in Südkorea geboren und lebt heute in Kent, Washington. Die Tierliebhaberin liebt es zu reisen, Schokolade zu essen und bei Final Fantasy zu cheaten.


Rezension

Katharine ist an ihrem Ziel: endlich ist sie Königin von Fennbirn. Zwar leidet sie unter dem Verlust ihrer Ziehmutter, aber es ist Ruhe eingekehrt – nicht nur im Inselreich, sondern auch in ihrem Verstand, den sie sich seit ihrem Sturz in die Bresciaspalte mit unzähligen toten Königinnen teilt. Sie plant eine ruhige Herrschaft, zum Wohle aller und besetzt drei Positionen des Schwarzen Rates neu, um Stabilität ins Land zu bringen. Ruhe und Frieden suchen auch Arsinoe und Mirabella. Zusammen mit Freier Billy haben sie es aufs Festland geschafft. Sich in die hiesige Gesellschaft und das vorherrschende Rollenbild der Frau einzufügen fällt hingegen schwer. Vor allem Freigeist Arsinoe leidet unter den strengen Regeln und der Kleiderordnung. Als sie einen verstorbenen Freund auf dem Friedhof besucht, erscheint ihr eine dunkle Gestalt. Die Erscheinung wird zuerst dem Stress der Umstellung zugeschrieben, doch dann versinkt die Schwester nachts in Träume, die das Leben einer anderen Fennbirn-Königin zeigen. Jahrhunderte vor ihrer Zeit. Während Arsinoe und Mirabella versuchen, den Träumen auf den Grund zu gehen, findet sich Katharine in einem Zwei-Fronten-Krieg. Der Nebel, vor Jahrhunderten geschaffen, um die Insel zu schützen, erhebt sich und fordert an der Küste blutige Opfer. Im Landesinneren überzeugt die Krigerin Emilia Jules Milone die versprochene Vielfache Königin zu sein, schließlich vereinigt Jules zwei Gaben in sich. Was als Fluch gilt, soll der Insel nun Segen bringen und so machen, sie sich auf, um das Inselreich hinter sich zu einen und Katharine, die unrechtmäßige Herrscherin, zu stürzen …

Die Reihe „Der schwarze Thron“ war ursprünglich als Zweiteiler gedacht. Der unglaubliche Erfolg der Saga veranlasste die Autorin Kendare Blake, zwei weitere Teile nachzuschieben. Auch diese erscheinen in Deutschland im penhaligon Verlag, der erneut zwei wunderschöne Cover stiftet, die nicht nur die Gestaltung des ersten Zweiteilers aufgreift, sondern auf dem Buchrücken eine weitere prächtige Krone liefert. So bildet sich im Regal, trotz Bruch der Sage, ein stimmiges Bild.
Nachgeschobene Teile hinterlassen oftmals einen schalen Nachgeschmack. In einer Welt von Pre- und Sequels scheint es oftmals nur um den Profit zu gehen, während die Qualität der Geschichte leidet. Auch ich ging mit gemischten Gefühlen an den dritten Teil der Serie heran. Nur Blakes Bibliographie, die bisher durch Geschichten mit phantastisch ausgereiften Charakteren, tiefer Weltenbildung und einem fesselnden Erzählstil begeistern konnte, ließen mich zu Band 3 greifen – und ich wurde nicht enttäuscht.

Blake knüpft nur wenige Tage nach dem letzten Band an. Die Schwestern sind aufgewühlt von den sich überschlagenden Ereignissen in Band 2 und kämpfen mit ihren Verlusten. Katharine, Arsinoe und Mirabella sind so überzeugend wie in den Vorgängerbanden – jede für sich, aber auch die Dynamik zwischen Mirabella und Arsinoe, die durch eine tiefe Lieb verwurzelt aber sich eigentlich fremd sind, ist realistisch ausgearbeitet. Auch, wenn Blake auf innere Monologe kategorisch verzichtet, wird deutlich, wie die Schwestern zueinander stehen und sich umeinander sorgen.

Blakes Talent liegt darin, ihre Charaktere in Graustufen zu gestalten. Das beste Beispiel hierfür ist Katharine, die durch ihre innere Zerrissenheit überzeugt. Herrschsüchtig zum einen, zeigt sie auch eine tiefe Verletzlichkeit, den Wunsch, vom Volk geliebt zu werden und diesem eine gute Königin zu sein. Als der Nebel zu wüten beginnt, ist sie die erste, die an das Volk denkt und ihre eigene Sicherheit hintenanstellt. Gleichzeitig fiebert man aber auch mit Jules und den Kriegern mit, die Fennbirn in ein neues Zeitalter führen wollen.

Auch in der Weltenbildung schreitet Blake in Die Kriegerin voran. Die Insel Fennbirn wird um zwei neue Städte erweitert: Die Stadt der Krieger Bastiansburg und die Heimat der Seher Sonnenmulde. Der Leser erfährt mehr über die teilweise grausamen Hintergründe dieser beiden Gilden, die in den ersten beiden Bänden kaum Erwähnung fanden, weil keine der drei Königinnen diesen Gilden angehörten. Auch zwei Länder auf dem Festland werden näher beleuchtet und schaffen ein stimmiges Universum. Mit der blauen Königin geht Blake zudem auf einen weiteren Mythos der Insel ein, der Leser erfährt, was passiert, wenn Vierlinge geboren werden, was es mit dem magischen Nebel auf sich hat, der die Insel vor Angreifern schützt und der jede fliehende Königin so hartnäckig auf der Insel hält.

Wie in den Bänden zuvor wird die Geschichte im Präsens erzählt. In mittellangen Kapiteln treibt Blake mit moderner Sprache ihre Figuren durch die Geschichte und verknüpft einmal mehr die großen politischen Konflikte mit den kleinen persönlichen Problemen, Ängsten und Sorgen ihrer Figuren zu einem brillanten Teppich. Neben den drei Schwestern sind auch alte, lieb gewonnen Charaktere mit von der Partie und bauen ein stimmiges Gesamtbild. Natürlich kommt am Ende wieder einiges nicht so, wie es sich die Charaktere gewünscht haben. Unangenehme Wahrheiten, Fehlentscheidungen und auch der Tod halten auf der Insel Einzug.


Fazit

Der dritte Teil des Fantasy-Epos Der Schwarze Thron hat nichts an Qualität eingebüßt. Wie in den beiden Vorgängern liefert Kendare Blake in Die Kriegerin eine düstere Geschichte, die den Leser in den Bann zieht. Statt gegeneinander müssen sich die drei Schwestern nun mystischen Ereignissen Stellen. Der Nebel Fennbirns erhebt sich, Arsinoe wird von dunklen Träumen heimgesucht und die Bewohner Fennbirns müssen sich mit dunklen Prophezeihungen auseinandersetzen. Eine phantastische Welt, dramatische Twists gepaart mit einzigartigen Charakteren liefern ein fesselndes Leseerlebnis in 5-Sterne-Qualität.


Pro/Contra

+ Universum wird umfangreicher und vielfältiger
+ ausgereifte ProtagonistInnen, die einen in den Bann ziehen
+ spannende Handlung bis zum letzten Nebencharakter
+ phantastische Wendungen  
+ mitreißender, lebendiger Stil

o moderner, teilweiser salopper Stil

Bewertungsterne5

Charaktere: 5/5
Handlung: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Der schwarze Thron – Die Schwestern (Kendare Blake)

Der schwarze Thron – Die Königin (Kendare Blake)

Anna im blutroten Kleid (Kendare Blake)

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 26. Juni 2019
 

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