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Trackers: Buch 1 (Nicholas Sansbury Smith)
Geschrieben von Jessica
Freitag, der 12. Juli 2019

Festa Verlag, 1. Auflage Mai 2019
Originaltitel: Trackers #1
Aus dem Amerikanischen von Christian Jentzsch
Paperback, 384 Seiten
14,99 € (D)
ISBN: 978-3-86552-741-7
Leseprobe

Genre: Postapokalyptischer Thriller


Klappentext:

Die USA, so wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr. In ihren Städten ist es dunkel geworden. Und das ist nur der Anfang ...

Der Polizeichef Marcus Colton und Tracker Sam ›Raven‹ Spears haben sich noch nie gemocht. Doch als im Rocky-Mountain-Nationalpark ein junges Mädchen vermisst wird, heuert Colton den Fährtenleser an, um es zu finden. Sehr schnell wird den beiden bewusst, dass sie sich auf der Spur eines wahnsinnigen Mörders befinden.

Und dann erfolgt durch Nordkorea ein EMP-Angriff auf die Vereinigten Staaten. Ohne Strom versinkt das Land in ein blutiges Chaos – und die Jäger werden zu Gejagten ...

In einer Zeit, in der die Bedrohung noch nie so real war, schildert die Trackers-Serie, welche Auswirkungen ein EMP-Angriff haben könnte. Explosive, harte Action, geradezu aus den Schlagzeilen gerissen.


Rezension:

Der Tracker Sam ›Raven‹ Spears hat, bevor er sich am Fuße des Rocky-Mountain-Nationalparks niedergelassen hat, sehr viel unbeschaulichere Gegenden der Welt gesehen und so manches unangenehme Abenteuer erlebt. Bis heute kämpft er mit den mentalen, emotionalen und teilweise auch körperlichen Folgen diverser Einsätze für sein Land, und dieser Erfahrungen machen ihn alles andere als ein gern gesehenes Mitglied der Gemeinde. Vor allem dem Polizeichef der Kleinstadt Marcus Colton ist Raven ein Dorn im Augen und er steht mehr oder weniger dauerhaft unter Beobachtung. Doch als ein kleines Mädchen vermisst wird, ist Colton gezwungen, ausgerechnet Raven um Hilfe zu bitten. Denn der Fährtenleser mit indianischer Abstammung ist der einzige, der sich gut genug auskennt, um das Mädchen vielleicht noch rechtzeitig zu finden. Tatsächlich gelingt es den beiden ungleichen Männern, wenn auch zu spät, und alles deutet darauf hin, dass hier ein Wahnsinniger sein Unwesen treibt - und dass er noch lange nicht am Ende seines wie auch immer gearteten Plans angekommen ist.

Doch damit nicht genug. Während Colton und Raven auf der Suche nach dem vermissten Mädchen sind, werden sie Zeuge vom Absturz eines amerikanischen Kampfjets - mitten im Waldgebiet und ohne jeden Hinweis auf mögliche Ursachen. Schnell wird jedoch klar, dass es sich hierbei um einen Angriff von außen handeln muss. Im Klartext: Die USA wurden gezielt Opfer von mindestens einem sogenannten EMP-Anschlag, bei welchem ein elektromagnetischer Impuls mithilfe einer atomaren Zündung ausgelöst wurde - und das Land auf einen Schlag kilometerweit ohne Strom, ohne Handys, ohne sämtliche elektronischen Gerätschaften auskommen muss.

Bedeutet das das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen? Und wie eng ist Ravens Vergangenheit sowohl mit dem Anschlag als auch mit dem durch die Wälder streifenden Mörder verknüpft?

Verschiedene Zukunftsvisionen sind in der Literatur schon sehr lange keine Neuheit mehr. Gerade im Science Fiction-Bereich und besonders in der dort eingebundenen Rubrik der Dystopien gehören mal mehr, mal weniger realitätsnahe Zukunftsszenarien inzwischen zum Genre-Standard. Beim Festa-Verlag darf es wie immer etwas heftiger zur Sache gehen, und so erblickt mit Trackers nun eine neue postapokalyptische Reihe von Nicholas Sansbury Smith das Licht der Literaturwelt. Sansbury Smith hat sich bereits mit der bisher siebenteiligen The Extinction Cycle-Reihe einen Namen gemacht - während dort jedoch eine Biowaffe für die Apokalypse sorgt, findet die angehende Ausrottung der Menschen hier eher auf dem technischen Wege statt. Durch seine beruflichen Erfahrungen kann Sansbury Smith auf zahlreiches Hintergrundwissen zurückgreifen, den Rest erledigt gründliche Recherche - und das merkt man bereits dem ersten Band der Trackers-Reihe sehr deutlich an.

Bereits auf den ersten Seiten versteht der Autor es, den Leser gerade genug anzufüttern, sodass er unbedingt weiterlesen möchte. Unterschiedliche Handlungsstränge mit verschiedenen Charakteren sorgen dafür, dass die Geschichte nicht zu eintönig wird und der Leser sich nicht so recht entscheiden kann, welchem Protagonisten er nun eigentlich am liebsten folgen möchte. Vor allem die zwischen den einzelnen Protagonisten und Handlungssträngen gesponnenen Fäden machen einen ganz besonderen Reiz aus und das geschulte Leserauge vermutet schon früh die eine oder andere konkrete oder auch potentielle Verbindung. Obwohl das Hauptaugenmerk der Reihe wahrscheinlich auf dem elektromagnetischen Impuls-Angriff liegen sollte, da dies weitestgehend auch suggeriert wird, findet der Großteil des Hauptplots sein Gewicht eher in der Suche nach dem Mörder und dessen indigene Hintergrundgeschichte. Der EMP wird eigentlich zu einer Nebenfunktion, die allerdings aus naheliegenden Gründen einen großen Anteil am Geschehen hat - schließlich fallen auch sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten weg, ebenso wie Lichtversorgung und ähnliches.

Trotzdem gelingt es Nicholas Sansbury Smith, einen wirklichen Pageturner mit Sogfunktion zu liefern, der auch ein wenig Zündstoff fürs Herz liefert, wenn auch nur sehr versteckt und für das geübte Romantikauge sichtbar. Auch unabhängig davon versteht der Autor es allerdings sehr gut, die zwischenmenschlichen Gefühle realistisch und nachvollziehbar darzustellen. Neben den weitreichenden Auswirkungen des EMP-Anschlags geht er ebenso einfühlsam auf die Gedanken und Empfindungen der Protagonisten ein, die von diesem Anschlag und dessen Auswirkungen auf die unterschiedlichste Weise betroffen sind. Dadurch wird der erste Band Trackers-Reihe zu einer unterhaltsamen Mischung aus vielen Komponenten, die Angst vor einer solchen realen Möglichkeit, aber auch definitiv Lust auf mehr Lesestoff aus Sansbury Smith' Feder macht.


Fazit:

Das mächtigste Land der Welt, abgeschnitten vom Rest der Zivilisation, ohne Strom oder sonstige technischen Gerätschaften - in Tracker: Buch 1 wird dem Leser eine Zukunftsvision geboten, die in ihrer Realität kaum beängstigender sein könnte. Nicholas Sansbury Smith stellt sein schreiberisches Können und sein Hintergrundwissen zu diversen Themen auf beeindruckende Weise dar und bietet durch verschiedene Handlungsstränge, detailreiche Spannung und zarte zwischenmenschliche Fäden einen wahren Pageturner. Zwar bleibt noch ein wenig Luft nach oben, doch der zweite Band der Reihe wartet schon in den Startlöchern und kann hoffentlich anknüpfen.


Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 12. Juli 2019
 

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