Donnerstag, 17. Oktober 2019

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Feuerschwingen (Sabrina Železný)
Geschrieben von Judith
Dienstag, der 16. Juli 2019

ohneohren (Mai 2019)
Taschenbuch, 528 Seiten, 13,99 EUR
ISBN: 978-3903296084

Genre: Space Fantasy / Space Opera


Klappentext

Gold! Für Inka und Iberer der wichtigste Rohstoff ihrer Weltraumflotten, seit sie die Erde verließen – und ein Zankapfel, der die alte Feindschaft ihrer Völker neu befeuert.

Umso verbissener suchen zwei ungleiche Männer nach dem sagenhaften Eldorado. Manco, Sonnenstaffelpilot der Inka, wittert ein Abenteuer, während Gonzalo, suspendierter Kommandant einer iberischen Sterngaleone, den eigenen Ruf retten will. Doch als Manco und Gonzalo auf der Erde stranden, müssen sie zähneknirschend zusammenarbeiten. Plötzlich steht mehr auf dem Spiel als Rätsel und Reichtum, aber kann das Zweckbündnis der beiden anders als mit Verrat enden?


Rezension

Unter den Menschenvölkern, die das All besiedelt haben, gelten die Inka als rückständig. Dennoch haben sie die Raumfahrt gemeistert und bewahren ihre Geheimnisse. Zwar herrscht offiziell Frieden, doch die alte Feindschaft zwischen Iberern und Inka besteht weiter. Entsprechend geraten auch Manco, ein Sonnenstaffelpilot der Inka, und der suspendierte iberische Soldat Gonzalo aneinander. Beide träumen vom sagenumwobenen Eldorado. Als Manco in der alten Hologrammtechnologie der Inka Hinweise auf das legendäre Goldland entdeckt, heftet sich Gonzalo an seine Fersen. Wenn er Eldorado finden würde, wäre sein Ruf wiederhergestellt. Als die beiden auf der alten Erde landen, müssen sie notgedrungen zusammenarbeiten, um gegen mutierte Lamas und Weltraumpiraten zu bestehen …

Sabrina Železný versetzt Inka und Iberer (und andere historische Völker) in die Weiten des Weltraums. Zwar verfügen sie über Raumschiffe und andere hochentwickelte Technologien, doch an ihrer Lebensweise hat sich wenig geändert. Vor allem die Inka leben beinahe noch so wie ihre historischen Vorbilder und ihre Technologie ist so rätselhaft wie ihre Kultur. Manco ist ein begnadeter Pilot und pflegt die Bräuche seines Volkes, doch er ist auch neugierig und offen für Abenteuer. Zwar kann er gut auf sich selbst aufpassen, doch seine Naivität wird ihm so manches Mal zum Verhängnis. Zudem wirkt sich die Hologrammstrahlung auf seinen Verstand aus. Die antike Technologie zeigt ihm nicht nur Bilder vergangener Zeiten, sondern auch Erinnerungen, in denen er sich verliert. Da sein Volk jedoch dringend neues Gold benötigt, geht er das Risiko ein, bleibende Schäden von der Strahlung zu behalten.

Gonzalo glaubt, dass die Hologramme Mancos Verstand zerbröseln. Trotzdem folgt er ihm und hofft darauf, tatsächlich einen Hinweis auf Eldorado zu entdecken. Wegen seiner Trinksucht wurde er suspendiert, doch Gonzalo fühlt sich ungerecht behandelt und strebt nach großen Taten, um seinen Posten als Kommandant zurückzubekommen. Er ist ein rauer Kerl, unter seiner harten Fassade jedoch loyal und führsorglich. Er streitet sich oft mit Manco und macht sich über ihn lustig, doch sobald der Inka in Schwierigkeiten steckt, setzt Gonzalo alles daran, ihm zu helfen. Zwischen den ungleichen Männern entwickelt sich eine Freundschaft, die die alte Feindschaft ihrer Völker überwindet. Und da ist noch mehr zwischen ihnen, auch wenn es Gonzalo schwer fällt, zu akzeptieren, dass er für einen Inka etwas empfindet. So tief sitzen die Voruteile, wobei es Manco leichter fällt, diese abzulegen. Gonzalo braucht dafür länger, auch weil er zu sehr damit beschäftigt ist, sein wahres Ich hinter derben Sprüchen zu verstecken.

Zu Beginn des Romans holpert die Geschichte ein wenig, da Manco und Gonzalo sich etwas klischeehaft streiten und die Reise zur alten Erde recht überstürzt stattfindet. Dort treffen die Protagonisten auf gruselige Lamamutanten, die sie durch Ruinen jagen. Was auf der Erde passiert ist, wird nicht näher ausgeführt. Überhaupt erklärt Sabrina Železný ihren Weltenbau nicht, sondern fügt SF-Elemente und Historik zu einer bunten Space Opera zusammen, deren Schwerpunkt auf der Beziehung der beiden Protagonisten liegt. Ihre Interaktion trägt die Geschichte und „Feuerschwingen“ überzeugt immer dann, wenn die beiden ihre Differenzen überwinden und Gemeinsamkeiten entdecken. Auf den ersten Blick sind Manco und Gonzalo wie Feuer und Wasser, doch im Grunde ihrer Herzen ähneln sie sich.

Die Nebencharaktere sind größtenteils unterhaltsam, wenn auch teilweise überzeichnet, wie der Weltraumpirat Nelson, der Mancos Gutgläubigkeit ausnutzt. Da ist dem Leser schnell klar, dass der schmierige Typ auch später noch Ärger bedeutet. In den Details vermag Sabrina Železný ihre Leser jedoch durchaus zu überraschen, wenn auch manchmal durch kleine Unstimmigkeiten. Hartgesottene SF-Fans werden diesen Genremix wohl etwas zu wild finden, zumal die vielen Lamas zwar süß, aber teils auch deplatziert wirken. Auch schmunzelt man über die Hologrammstrahlung und ihre extreme Wirkung auf Manco, doch man kann sie als Teil der Handlung akzeptieren. Wenn man ebenso offen wie Manco ist, wird man mit magischen Momenten und viel Feingefühlt für Menschlichkeit belohnt. Zudem begeistern die vielen Details der Inkakultur, die teils Brücken zu moderner Technik bilden.


Fazit

”Feuerschwingen“ ist ein wilder Genremix mit Weltrauminkas und immer dann besonders stark, wenn die Protagonisten ihre kulturellen Unterschiede überwinden und sich selbst im anderen erkennen.


Pro und Contra

+ zwei ungleiche Protagonisten, die sich doch ähneln
+ amüsante Dialoge
+ mit viel Herz und Feingefühl erzählt
+ Überwindung kultureller Differenzen
+ Lamas! (quasi Fanservice)
+ kleine, gelungene Überraschungen

- Anfang etwas überstürzt und holprig
- die Hologrammtechnologie wirkt zu esoterisch

Wertung: sterne4

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Interview mit Sabrina Železný (2019)

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 16. Juli 2019
 

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