Sonntag, 08. Dezember 2019

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis (Sabaa Tahir)
Geschrieben von Judith
Samstag, der 10. August 2019

Lübbe one (Februar 2019)
Hardcover mit Schutzumschlag
528 Seiten, 18,00 EUR

ISBN: 978-3846600788

Genre: orientalische Fantasy


Klappentext

Das Martialenimperium steht am Abgrund: Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif Helena diese zu schützen versucht. Weit im Osten weiß Laia, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss, und das ohne Elias. Denn Elias ist nun als Seelenfänger an die Zwischenstatt, das Geisterreich, gebunden. Dazu verdammt, einer uralten Macht bedingungslos zu dienen - auch wenn dies bedeutet, die Frau aufzugeben, die er liebt.


Rezension

Die Wege von Elias und Laia trennen sich, denn als Seelenfänger ist Elias an die Zwischenstatt gebunden und soll lernen, die Geister in die nächste Welt weiterzuleiten. Laia und ihr Bruder Darin brechen nach Adisa auf, der Hauptstadt der Marinen, um dort nach dem Bienenzüchter zu suchen. Angeblich kann er Laia helfen, den Nachtbringer zu bezwingen, doch er verlangt dafür, dass sie den Kundigenwiderstand neu aufbauen und anführen soll. Blutgreif Helena kämpft währenddessen verzweifelt um das Imperium, das sowohl von innen als auch von außen bedroht wird: Imperator Marcus erweist sich als grausam und wahnsinnig und misshandelt Helenas Schwester. Gleichzeitig muss sich der Blutgreif mit dem aufziehenden Krieg gegen die Karkaunen und den Intrigen der Kommandantin auseinandersetzen. Das Reich versinkt im Chaos und die finsteren Prophezeiungen der Dschinn erfüllen sich …

Bereits in den ersten beiden Bänden mussten die Protagonisten viele Grausamkeiten erdulden, doch die Hoffnung haben sie nie verloren – bis jetzt. Im dritten Band erlischt die Flamme und Elias, Laia und Helena werden im Chaos des Krieges und der drohenden Vernichtung der Menschheit durch die Dschinn zerrieben. Elias hat notgedrungen den Schwur geleistet, der neue Seelenfänger zu werden, doch er kann sich von der Welt der Sterblichen und vor allem von Laia nicht lösen. Daher kann er auch nicht auf die Magie zugreifen, die er braucht, um die Geister zu besänftigen und weiterzuschicken. Die Mauern der Zwischenstatt werden spröde und die Geister drohen, das Land mit Schmerz und Tod zu überziehen. In der ersten Romanhälfte wird Elias Zwiespalt noch sehr gut umgesetzt, doch in der zweiten Hälfte verliert Sabaa Tahir ihren charismatischen Protagonisten aus dem Blick und Elias verkommt beinahe zu einer Nebenfigur.

“In den Fängen der Finsternis“ konzentriert sich stark auf die beiden weiblichen Hauptcharaktere Laia und Helena. Laia macht vor allem das Erbe ihrer Mutter zu schaffen, denn man erwartet von ihr, dass sie zur Anführerin des Kundigenwiderstands wird. Natürlich will sie ihrem Volk helfen, doch sie muss sich in erster Linie darauf konzentrieren, den Nachtbringer zu bezwingen. Der Dschinn hat seine Kräfte beinahe wiedererlangt und will das Volk der Kundigen vernichten. Im dritten Band erfährt man endlich mehr über die Vergangenheit des Nachtbringers, der von Hass und Trauer angetrieben wird. Er ist Laias Gegenspieler und die beiden scheint mehr zu verbinden als der Verrat im ersten Band. Als Leser ahnt man etwas, doch auf die Auflösung muss man noch etwas warten, denn „Elias & Laia“ ist nach dem dritten Band noch nicht zu Ende.

Blutgreif Helena führt ihren Kampf an mehreren Fronten. Imperator Marcus hat ihre Familie ermordet und ihre Schwester zur Frau genommen. Er misshandelt diese und droht dem Blutgreif immer wieder mit ihrer Verstümmelung oder gar Ermordung, sollte sie ihn enttäuschen. Er verlangt, dass Helena die Kommandantin beseitigt, doch diese hat sich mit einflussreichen Familien verbündet und macht es Helena nahezu unmöglich, sie öffentlich anzugreifen. Ihre Intrigen übertreffen die Vorstellungskraft des Blutgreifs und auch wenn kleine Siege errungen werden können, steht das Scheitern im Vordergrund. Dabei steht Helena vor allem ihre Moral und Hilfsbereitschaft im Weg, denn wie soll sie gegen eine skrupellose Dämonin wie die Kommandantin gewinnen, wenn sie durch die Liebe zu ihrer Schwester und zu ihrem Volk erpressbar ist?

Im Chaos des Krieges gegen die Karkaunen geht die magische Atmosphäre, die „Elias & Laia“ bisher ausgezeichnet hat, leider verloren. Sabaa Tahir verliert sich dieses Mal zu sehr in der Gewalt, die dem Leser so manchen Schauer über den Rücken jagt. Bisher gab es stets eine „Fackel im Dunkel der Nacht“ (Titel Band 2). Doch nun scheint alle Hoffnung verloren und die Charaktere steuern machtlos auf ihr Verderben zu. Man kann als Leser nur hilflos zuschauen, wie ihnen immer mehr Schmerz und Leid zugefügt wird. Da es keinen Ausweg zu geben scheint, verwandelt sich die Spannung immer wieder in Frust und flacht dadurch spürbar ab. Erst im letzten Drittel des Romans flammt die Leselust wieder auf, da die Autorin einige Überraschungen und gelungene Verknüpfungen zu früheren Ereignissen bietet. Der dritte Band endet schließlich wieder mit einem Cliffhanger – und auf den vierten muss man wohl noch eine Weile warten.

“In den Fängen der Finsternis“ zeigt überdeutlich den Bezug der Autorin zum Nahostkonflikt, dem sie sich als Journalistin gewidmet hat. Die Grausamkeiten spiegeln sich in ihrer phantastischen Geschichte und als Leser ist man schockiert darüber, was Menschen anderen Menschen antun. Allzu deutlich spürt man dabei die Realität, die hinter der Fiktion steckt. Insofern ist „Elias & Laia“ nur bedingt für junge Leser geeignet, die eine gewisse Reife mitbringen sollten, um die extreme Gewalt in diesem Buch zu verarbeiten.


Fazit

”In den Fängen der Finsternis“ ist ein treffender Titel für den dritten Band von „Elias & Laia“, denn die Hoffnung scheint endgültig verloren. Die Gewalt und Ausweglosigkeit überschatten die eigentlich spannende Geschichte und die magische Atmosphäre der ersten beiden Bände geht verloren. Einzig die Wendungen am Ende machen wieder Lust auf einen vierten Band.


Pro und Contra

+ Helenas innere Konflikte werden gut dargestellt
+ der Bienenzüchter als interessanter neuer Charakter
+ sehr spannendes letztes Drittel
+ Mix aus Orient und antikem Rom

- Elias verkommt beinahe zu einer Nebenfigur
- die Gewalt ist stellenweise unerträglich
- die besondere Atmosphäre der Vorgängerbände ist verloren

Wertung: sterne3

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken" (Band 1)

Rezension zu "Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht" (Band 2)

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 10. August 2019
 

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