Montag, 16. September 2019

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Hochverrat / Sturmbogen (Sebastian de Castell)
Geschrieben von Swantje
Dienstag, der 27. August 2019

Sturmbogen

Piper (Dezember 2014/Oktober 2015)
Originaltitel: Knight’s Shadow
Übersetzer: Andreas Decker
e-Book (das Taschenbuch gibt es zumindest bei „Hochverrat“ nur noch gebraucht)
352 Seiten/ 368 Seiten, 8,99 EUR
ISBN: 978-3-492-96482-1 / 978-3-492-97108-9

Genre: High Fantasy

Gelesen wurde die englischsprachige Originalausgabe, die für die deutsche Veröffentlichung auf "Hochverrat" und "Sturmbogen" aufgeteilt wurde.


Klappentext (von „Hochverrat“)

In einem Reich, das durch die Gier der Mächtigen zugrunde gerichtet wurde, kämpft Falcio val Mond, oberster Kantor der Greatcoats, unerschütterlich für Recht und Ordnung. Als ein grausames Verbrechen an einem Duke und seiner Familie verübt wird, nimmt der Krieger die Fährte des Mörders auf. Doch bald muss er erkennen, dass er das Opfer eines schrecklichen Verrats ist: Ein tödliches Gift jagt durch seine Venen. Plötzlich ist jeder Moment im Kampf gegen den Feind kostbarer denn je. Kann Falcio den Bürgerkrieg verhindern, der das Land ins Chaos zu stürzen droht? Oder wird der Tod ihn vorher zu sich holen?


Rezension

Falcio hat Aline, die Tochter seines ermordeten Königs, gefunden und möchte ihr auf den Thron helfen. Dieses Ziel teilt er mit der „Schneiderin“, die im Hintergrund dafür die Fäden zieht. Deren kalter Pragmatismus bringt sie allerdings regelmäßig in Konflikt mit ihm. Und Aline ist nur ein verängstigtes 13-jähriges Mädchen. Darüber hinaus haben es Falcio und die anderen Greatcoats (wandernde Richter und Duellanten) haben es mit mächtigen Feinden zu tun: Da ist Trin, die skrupellose Anwärterin auf den Thron, die Aline aus dem Weg räumen und persönliche Rache an Falcio und dem frischgebackenen Greatcoat Valiana nehmen will. Jemand stachelt die Bevölkerung zu Revolten auf, die nahezu zwangsläufig in ihrer blutigen Niederschlagung enden. Ganze Herzogsfamilien werden tot gefunden. Ehemalige Greatcoats und die geheimnisvollen Attentäter, die sich Dashini nennen und ebenfalls noch eine Rechnung mit Falcio offenhaben, sind irgendwie darin verwickelt. Rasch wird Falcio klar, dass jemand versucht, das Land ins Chaos zu schließen. Um das zu verhindern, muss er seine ehemaligen Feinde unter den Herzogen schützen und herausfinden, wer verantwortlich ist.

Die Suche nach Verbündeten und der Wahrheit führt ihn und seine Gefährten von einer gefährlichen Situation in die nächste und zwischen die Fronten verschiedenster Konflikte. Darüber hinaus läuft ihm die Zeit davon: Im Vorgängerband hat er eine gefährliche Gegnerin besiegt, aber nicht ohne dass diese ihn vorher vergiftet hat. Nun liegt er jeden Morgen länger bewegungsunfähig da und sieht seine Lebensspanne auf wenige Tage zusammenschrumpfen. Dies ist ein Konflikt, über den zu lesen ziemlich frustrierend ist. Dennoch vermengen sich Nachforschungen und überraschende Enthüllungen mit den zahlreichen Actionszenen, aus denen Falcio dank gewagter Strategien siegreich hervorgeht, zu einer unterhaltsamen Mischung. Wieder fungiert der Fakt, dass die Hauptfiguren überlebensgroße Kämpfer und Strategen sind, deren Sinn für Humor sie so gut wie nie im Stich lässt, als notwendiges Gegengewicht dazu, dass Falcios Gegner ihr Bestes tun, um den Traumata, die er ohnehin schon mit sich herumträgt, neue hinzuzufügen.

Er muss nicht nur hinterfragen, wem er in der Gegenwart vertrauen kann, sondern beginnt auch die Entscheidungen König Paelis‘, den er lange blind verehrt hat, in Frage zu stellen. Er ist nicht die einzige Figur, die erhebliche innere Konflikte mit sich herumschließt: Das Kerntrio um ihn, Brasti und Kest ist um zwei Frauen ergänzt worden. In Valiana, die von einer verwöhnten Anwärterin auf den Thron zu einer namenlosen Frau ohne Familie geworden ist, und die ihr Gefühl des Verlorenseins mit selbstmörderischem Mut kompensiert, erkennt Falcio sich selbst wieder. Valianas Geschichte ist an sich eine sehr gute Idee, aber ihre Entwicklung ist ein wenig zu jäh – sie scheint mit der Frau, die man in Band 1 kennengelernt hat, nur den Namen gemeinsam zu haben. Auf den Wunsch der „Schneiderin“ hin hat sich ihnen auch Dariana angeschlossen – eine verbitterte junge Kämpferin, die ein großes Geheimnis hat und zwischen der und den Greatcoats es immer wieder zum Streit kommt. Kest, der neuerdings der Heilige der Schwerter ist, stellt fest, dass es sich dabei eher um einen Fluch handelt und dass er seinen Freunden gefährlich werden kann. Auch Brasti, der zuvor eher oberflächlich erschien, offenbart verborgene Aspekte seines Charakters. Leider sind einige Figuren nicht sehr gut ausgearbeitet: Da ist zum Beispiel Falcios Insta-Love-Interest Ethalia, die zwar eine Vergangenheit und auch einen charakteristischen Sinn für Humor hat, aber kein Leben außerhalb des Wartens auf Falcio zu haben scheint. Viele Antagonisten sind eindimensional.

Es gibt einige schwer zu lesende Szenen, aber auch wieder viel grimmigen Humor, der insbesondere durch das Erzählen in der ersten Person transportiert wird. Überraschende Enthüllungen und zahlreiche Kämpfe sorgen dafür, dass das Tempo der Handlung so gut wie nie verlangsamt. Es gibt auch wieder Momente des Triumphs, in welchen Figuren für ihren Einfallsreichtum, aber auch für ihren unerschütterlichen Mut und Idealismus belohnt werden. Den Stil kann ich nicht kommentieren, da ich die deutsche Übersetzung nicht gelesen habe


Fazit

Im zweiten Teil der „Greatcoats“-Tetralogie wartet Sebastian de Castell wieder mit rasanter Action, Humor und spannenden Wendungen auf – und arbeitet die „Dinge, die ich meiner Hauptfigur antun kann“-Checkliste mit vielleicht ein bisschen zu viel Enthusiasmus ab.


Pro und Contra

+ Plot wirft interessante Fragen auf, die teilweise sehr überraschend und befriedigend beantwortet werden
+ Action; sehr unterschiedliche Kampfsituationen, die verschiedene Lösungen verlangen
+ Humor
+ emotionale Triumphmomente
+ einige Figuren werden in ein neues Licht gerückt

o unrealistisch kompetente Figuren
o ausführliche Schilderungen von Folter, sexueller Gewalt, etc.

- Ethalia scheint eher Ideal als Person zu sein
- der Vergiftungs-Subplot
- da viele Fragen in „Knight’s Shadow“ erst am Ende aufgelöst werden, dürfte sich „Hochverrat“ ein wenig unbefriedigend lesen

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3/5


Rezension zu "Blutrecht" (Bd. 1)

Rezension zu "Saint's Blood" (Bd. 3)

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Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 07. September 2019
 

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