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Jacqueline Mayerhofer (11.10.2019)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 11. Oktober 2019

Interview mit Jacqueline Mayerhofer

jacqueline mayerhofer2019Literatopia: Hallo, Jacqueline! Kürzlich ist beim Verlag ohneohren Deine Space Opera „Brüder der Finsternis“ erschienen. Was erwartet die Leser?

Jacqueline Mayerhofer: Hallo und vielen Dank für die Anfrage! Es freut mich sehr, die folgenden Fragen zu beantworten.

Obwohl es uns AutorInnen ja eigentlich leicht fallen sollte, vor allem wenn man knappe 600-Seiten-Wälzer wie „Brüder der Finsternis“ schreibt, ist das doch immer eine schwierige Frage. Ich würde sagen, bei dem Roman geht es nicht nur um einen Protagonisten, der sich gegen seine Bestimmung stellt und gleichzeitig erkennen muss, dass es im Universum so viel mehr gibt, als er denkt, sondern auch um gesellschaftskritische Elemente, wie zum Beispiel Versklavung, Genozid, völkerübergreifende Machtausübung. Es geht auch um die Frage, wie weit sich Individuen über andere stellen dürfen, im Glauben dessen, das Richtige zu tun. Oder um den philosophischen Aspekt bezüglich des Lebens von künstlichen Intelligenzen, wie zum Beispiel das von Androiden. Bei all diesen speziellen Themen, den Abenteuern und den Rückschlägen geht es aber wie bei den meisten Geschichten von mir vor allem um eines: Freundschaft und Zusammenhalt in oftmals aussichtlosen Lagen.

Literatopia: Warum hadert Dein Protagonist Connel mit seinem Schicksal als Erbe des mächtigsten Jhissieri-Konzerns? Genießt er nicht auch die Vorzüge seiner Position? Und wie würde sein Leben aussehen, wenn er frei entscheiden könnte?

Jacqueline Mayerhofer: Connelrow-rakthon ist wohl das, was man einen verwöhnten Bengel nennen könnte (jedenfalls zu Beginn, bevor er begreift, dass das Leben nicht so ist, wie er es sich vorstellt). Trotz seiner 27 Jahre benimmt er sich aufmüpfig und sehnt sich nach dem, was er nicht hat: freie Entscheidung über sein Schicksal. Er weiß, er muss eines Tages das Erbe seiner Eltern antreten und da dieser Zwang unabwendbar ist, rebelliert er. Theoretisch könnte er seine Position durchaus genießen, immerhin schöpft er daraus ja auch im Verlauf des Buches an einigen Stellen Vorteile, aber er blickt hinter die Kulissen und hat es vermutlich schon lange getan, bevor er es noch wirklich begriffen hat.

Was Connel tun würde, wenn er frei entscheiden könnte, ist eine gute Frage. Ich schätze mal, er würde zusammen mit Leyxor und Cleena den Weltraum erkunden. Da er sowieso anders ist als die meisten der Jhissieri und sich auf viele andere Speziesvertreter einlässt, bin ich mir sicher, dass seine Entdeckungsfreude und Neugierde ihn durch die Galaxis treiben würden.

brueder der finsternisLiteratopia: Connel zur Seite stehen der menschliche Android Leyxor und die Enmeanerin Cleena. Würdest Du uns die beiden kurz vorstellen? Inwiefern unterstützen sie Connel?

Jacqueline Mayerhofer: Leyxor ist ein Androide, der wie ein Mensch aussieht. Obwohl er natürlich einer Programmierung folgt, wird nicht klar, wann sein Verhalten absichtlich provokant ist und wann nicht. Ich glaube es wird beim Lesen allerdings offensichtlich, dass er auf der einen Seite meist weiß, wann er Connel trotz ihrer engen Freundschaft absichtlich reizt, auf der anderen Seite aber manchmal aufgrund seiner nüchternen Sachlichkeit gar nicht wahrnimmt, dass er es tut. Leyxor ist Connels bester Freund, obwohl er eine Maschine ist, und dient ihm dazu, mit seinem Schiff, der Albenträne, und anderen Gerätschaften Kontakt aufzunehmen. Durch Leyxor hat Connel jederzeit eine galaxisweite Datenbank neben sich herlaufen, auf die er zugreifen kann. Beinahe unendliches Wissen, von dem er profitiert.

Cleena ist eine junge Enmeanerin, die aus Verhältnissen stammt, an denen die Jhissieri nicht gerade unschuldig sind. Dass sie in Connel aufgrund seiner Spezies nicht einen Feind sieht, liegt daran, dass sie mehr in ihm erkennt, als gut für sie ist. Connel gibt ihr einen weiteren Sinn im Leben, eine Aufgabe. Cleena wiederum unterstützt ihn bei allem, was er tut, und kümmert sich um die Versorgung potenzieller Wunden. Sie ist sozusagen auch Connels moralisches Gewissen, da er sein eigenes manchmal auszuschalten scheint.

Literatopia: Würdest Du uns den Teil des Universums, in dem der Roman spielt, etwas näher beschreiben? Inwiefern unterscheiden sich z.B. Jhissieri von Menschen? Und welche anderen Spezies leben dort?

Jacqueline Mayerhofer: Der Roman spielt in einem Universum, das sich tatsächlich dort draußen in den Weiten unseres Weltraums irgendwo befinden könnte. Wir haben die Erde, die zwar nicht explizit vorkommt, es gibt aber Menschen, und dazu Planeten innerhalb einer Galaxie, die für die Geschichte mehr Bedeutung haben als andere. Pokdärvis mit seinen Einheimischen, den Pokis, beispielsweise ist einer der wichtigsten Planeten, da die Jhissieri sich nach dem dramatischen Schicksalsschlag ihrer Vergangenheit dort beheimatet haben. Enmea ist sowohl für Cleena als auch für Werner Grafs Roman „Sterbende Götter“ nicht unwichtig – vor allem für „Sterbende Götter“, da die Protagonisten Enmeaner sind und sehr viel Zeit dort verbringen. Ansonsten sind die wichtigsten Schauplätze Raumschiffe oder Raumstationen.

Neben Androiden, Menschen, Jhissieri, Pokis, Enmeanern, pelzigen Ve’kesh und echsenartigen Lacertianern gibt es auch noch Roboter und Tierwesen. Um jedoch die Frage zu beantworten, inwieweit sich die Jhissieri von Menschen unterscheiden: Sie haben hellgraue Haut und orangenfarbene, pupillenlose Augen, die nur an den Ecken den weißen Rand der Augäpfel offenbaren. Die Haarfarbe kann variieren, die meisten haben schwarze, dunkelblaue oder rote Haare. Ansonsten sind sie recht menschenähnlich. Abgesehen von der Tatsache, dass sie Emotionen als Schwäche betrachten und daher sehr gefühlskalt auftreten. Connel fällt da aus der Reihe.

Literatopia: Im Vorwort von „Brüder der Finsternis“ wird erwähnt, dass es eine Verbindung mit „Sterbende Götter“ von Werner Graf gibt. Wie sieht diese aus? Und inwiefern habt Ihr Euch beim Schreiben abgesprochen?

Jacqueline Mayerhofer: Dazu muss ich erst einmal erwähnen, dass beide Romane als Kurzgeschichten im Rahmen einer Anthologie 2014 entstanden und ich den Auftrag bekam, mit Werner Graf zusammenzuarbeiten. Dadurch entstand eine Freundschaft und als die Anthologie samt ihrer geplanten Nachfolger aufgrund interner Probleme vom Markt genommen werden musste, gab unsere Verlegerin Ingrid Pointecker (Verlag ohneohren) uns die Chance, ganze Romane aus den Kurzgeschichten zu machen, da wir doch schon zwei bis drei Teile fertig hatten. So haben wir das Angebot liebend gerne angenommen und „Brüder der Finsternis“ sowie „Sterbende Götter“ erblickten das Licht der Welt.

Beide Geschichten spielen in der Zeitlinie gering versetzt zueinander und an vielen Stellen auch gleichzeitig. Ereignisse, die in Werner Grafs Roman vorkommen, können auch meinen beeinflussen – umgekehrt genauso. Wenn also bei mir ein Charakter verschwindet, kann es sein, dass er in „Sterbende Götter“ wieder auftaucht – abermals ebenso umgekehrt.

Wenn bei mir eine wichtige Raumstation explodiert, wirkt sich das auch auf Werner Grafs Roman aus. Wir haben aber auch eine Szene, die in beiden Büchern ident ist, nur aus anderen Perspektiven. Es handelt sich also um ein Projekt, bei dem es durchaus einiges an Absprache bedurfte. Meist haben wir das in Form von schriftlicher Kommunikation gemacht, aber auch oftmals telefoniert oder uns getroffen. Bei solch einem Projekt war die enge Zusammenarbeit wichtig. Und diese bestand nicht nur aus viel Ernsthaftigkeit, sondern auch aus jeder Menge Spaß, wie zum Beispiel aus scherzhaften Drohungen, dass man den Charakter des anderen tötet, wenn dies und das passiert.

Literatopia: Auch „Hunting Hope“ ist eine Space Opera mit vielen verschiedenen Spezies und einem riesigen Universum, das entdeckt werden will. Warum wird die Geschichte beim Verlag in Farbe und Bunt in Form von Novellen und nicht als Roman veröffentlicht? (Teil 1 endet genau dann, wenn man richtig in der Geschichte angekommen ist.)

Jacqueline Mayerhofer: Das liegt daran, dass „Hunting Hope“ zu der Gruppe der WELTENWANDLER gehört. Das bedeutet, einige AutorInnen haben sich zusammengeschlossen und schreiben unter dem Dach der WELTENWANDLER ihre Geschichten – innerhalb verschiedener Genres. „Hunting Hope“ ist eine davon und erscheint eben als Reihe, deshalb werden die einzelnen Teile in Form von Novellen veröffentlicht. Das ist auch der Grund dafür, wieso ich mich meist für fiese Cliffhanger entscheide. Die LeserInnen sollen ja die folgenden Teile auch noch spannend finden und einen Grund haben, wieso sie wieder zuschlagen! Und wenn „Hunting Hope“ abgeschlossen ist, liest die gesamte Geschichte sich wie ein herkömmlicher Roman.

hunting hope2Literatopia: Das Setting von „Hunting Hope“ erinnert spontan etwas an „Star Wars“ – passt diese Assoziation? Was erwartet die Leser in der Reihe?

Jacqueline Mayerhofer: Das kann durchaus möglich sein. Abgesehen davon, dass ich von Kindheitstagen an ein riesen „Star Wars“-Fan bin, gibt es meiner Meinung nach gerade im Science-Fiction-Bereich fast nichts, das nicht an „Star Wars“, „Star Trek“, „Perry Rhodan“ oder andere bekannte Vertreter dieses Genres erinnert. Es ist schwer, sich abzugrenzen, denn irgendjemanden wird es immer daran erinnern – egal, ob man selbst davon inspiriert wurde oder gänzlich andere Wege gegangen ist. Mir selbst fiel jedoch ebenfalls auf – mein Konzept von „Hunting Hope“ stammt tatsächlich aus dem Jahre 2014 –, dass der Anfang und die Szenen mit Protagonist Feynel ähnlich zu dem neuen „Solo: A Star Wars Story“-Film sind (der ja 2018 erschien; deutlich später). So spannende Zufälle gibt es immer wieder.

In „Hunting Hope“ geht es viel um Hoffnung, Ungerechtigkeit, um die Suche nach Identität, dem Kampf um das Recht, sein eigenes Schicksal bestimmen zu dürfen – um Freiheit. Feynel hat kein einfaches Leben, aber er kämpft sich durch – von einem Status zum nächsten.

Und ohne zu viel verraten zu wollen: Teil 4 (den ich erst noch schreibe) macht durchaus einen Wandel durch. Ich meine damit nicht, dass ich Feynel weniger quälen werde – das bleibt keinem meiner Buchcharaktere erspart –, sondern dass sich doch vieles in positivere Richtungen entwickeln wird.

Literatopia: Deinen Protagonisten Feynel lernen wir als Jugendlichen und jungen Erwachsenen kennen. Was zeichnet den jugendlichen Feynel aus? Und inwiefern hat er sich als junger Erwachsener verändert?

Jacqueline Mayerhofer: Zu seiner erwachseneren Version kann ich leider nicht so viel sagen, da ich sonst die Geschichte spoilern würde, aber ich denke, vor allem nach Abschluss von Teil 3, erkennt man gut, in welche Richtung sich alles entwickelt. Die Zeitlinien waren sich noch nie so nah und Teil 4 wird sie endlich miteinander vereinen. Feynel ist an sich ein Junge / ein junger Mann, der das Herz am rechten Fleck trägt, obwohl er allen Grund dazu hätte, verbittert und böse zu sein. Sein größter Wunsch ist es, eine Identität zu haben, die er sich im Laufe der Reihe ja auch aufbaut.

Damals, als ich das Konzept 2014 entworfen habe, war Feynel anders geplant. Er sollte hartherzig sein, schroff, das Töten sollte ihm nach allem gleichgültig sein – der heutige Feynel lacht mir da allerdings ins Gesicht und ist weichherzig, kümmert sich stets um das Wohl anderer und kassiert lieber Schläge, bevor er mal auf die Idee kommt, selbst den Abzug zu betätigen. Was aber doch hervorkommt ist der Aspekt, dass auch jemand wie Feynel bereit ist, wenn es sein muss, härter durchzugreifen. Er hat als Kind schon gelernt, dass es in rauen Gefilden heißt: Du oder ich. Da sieht man mal wieder gut, wie eigensinnig Charaktere sein können. Auch Skitra aus „Brüder der Finsternis“ war komplett anders geplant und hat prinzipiell immer das Gegenteil von dem gemacht, was ich für sie vorgesehen habe.

Literatopia: Was reizt Dich persönlich an Science Fiction? Und was muss ein gelungener Roman / Film mitbringen, um Dich zu begeistern?

hunting hope3Jacqueline Mayerhofer: Ich mag die Weltraumaufnahmen, die verschiedenen Spezies, die Planeten, die Raumschiffe, die fortgeschrittene Technik … Wie ich oft meine, finde ich bei der Science Fiction einfach die Tatsache so schön, dass es sich um Möglichkeiten handelt, die wirklich eines Tages eintreffen könnten. Beim Fantasy-Genre zum Beispiel ist es eher unwahrscheinlich, dass wir einst feuerspeienden Drachen oder Magiebälle verschießenden Magiern begegnen. Ich mag einfach das weite Spektrum an Möglichkeiten – das All, das gleichermaßen faszinierend wie furchteinflößend ist, fremde Spezies, mit denen wir interagieren können und die uns vielleicht eines Tages begreifen lassen, dass wir Menschen allesamt ‚Menschen‘ sind, egal welches Geschlecht oder welche Hautfarbe wir haben. Wir sind eine Spezies – Mensch – und wenn wir irgendwann einmal auf Aliens treffen, hören wir vielleicht damit auf, innerhalb unserer eigenen Reihen zu differenzieren.

Natürlich ist da auch noch die Möglichkeit auf Androiden, die kaum mehr von uns zu unterscheiden sind, die mich als Fan solcher Roboter sehr fasziniert. Solche Maschinen zum/zur Freund/in zu haben – das wäre schon klasse! Im Grunde genommen bin ich aber auch ein sehr leicht zu begeisternder Mensch, da ich eine hohe Toleranzgrenze habe.

Es kann jedoch durchaus vorkommen, dass man sogar mich verstimmt. Vor allem dann, wenn Geschichten (ob Buch oder Film) nicht logisch oder die Charaktere nicht nachvollziehbar sind, oder die Hälfte vorhersehbar und nicht fesselnd ist. Durch die Lektorin in mir kann ich oftmals nicht abschalten, und wenn eine Geschichte dann stilistisch etliche Stolpersteine aufweist, ist der Lesefluss für mich sehr getrübt. Bei Filmen ist es auch immer toll, wenn mich etwas oder jemand rührt – egal in welcher Hinsicht. Meist reicht bei mir aber ein einziger guter Charakter aus, um mich vollends zu begeistern – wenn ich diesen dann wirklich toll finde, kann man mir schwer das ganze Werk / den ganzen Film verderben.

Literatopia: Du hast ein besonderes Faible für Androiden – was fasziniert Dich so sehr an ihnen?

Jacqueline Mayerhofer: Ich finde es wirklich lustig, dass das mittlerweile vermehrt auffällt! Aber ja, schuldig im Sinne der Anklage. Meine erste Androiden-Liebe war Data aus „Star Trek“. Damals war ich 6 bis 7 herum. Ich erinnere mich noch gut an eine Szene, als ich mit meiner Mutter eine der Folgen von „Next Generation“ gesehen habe, in der Data seinen Kopf verliert. Wie traurig ich war und wie viel ich geweint habe! Meine Mutter meinte daraufhin: »Bald ist alles wieder gut. Data ist ein Android, ein Roboter, dem kann man den Kopf wieder anschrauben und ihn reparieren!«. So ähnlich jedenfalls.

Ich kann gar nicht sagen, wie sich meine Faszination danach weiterentwickelt hat – der Gedanke an Künstliche Intelligenz, damit einhergehend, ob sie eines Tages eigenes Leben entwickeln kann, gleichwertig zu unserem wird – organisch geboren oder künstlich geschaffen –, das alles fand ich immer schon furchtbar spannend. Deshalb werde ich es wohl nicht lassen können, immer wieder Androiden in meine Science-Fiction-Werke einzubauen. Mit Leyxor aus „Brüder der Finsternis“ behandle ich zum Beispiel dieselben Fragen, die in Form von Connels Gedanken immer wieder auftauchen. In Zeiten, in denen Leyxor ihn nicht provoziert, sieht er darüber hinweg, dass er künstlich erschaffen wurde und behandelt ihn gleichwertig – als lebendiges Individuum. Wenn er allerdings sauer ist, greift er auf die Tatsache zurück, dass Leyxor eine Maschine ist. Auch in „Hunting Hope“ spielt der Androide Xerrx Hamli keine unwichtige Rolle für den weiteren Verlauf der Geschichte (kleiner Spoiler, ich weiß). Und Kavin, der in Teil 2 Einzug findet, ist sogar optisch etwas – als kleine Hommage – an Data angelehnt.

Naja, lange Rede kurzer Sinn: Die Frage, ob Künstliche Intelligenz eines Tages ebenso gleichwertiges Leben bedeutet, ist eine, die mich seither fasziniert. Deshalb liebe ich fast alle Medien, in welchen sie – oder noch besser: in Form von Androiden – vorkommt. Ich habe diesen Aspekt des künstlichen Lebens sogar in einer meiner beiden Bachelorarbeiten behandelt.

seitenweiseLiteratopia: Welche Genres – neben SF – liest Du am liebsten? Und was sind Deine aktuellen Lieblingsbücher?

Jacqueline Mayerhofer: Horror, Psychothriller und Urban / Dark Fantasy. Ich bin beispielsweise sehr an der Thematik der Persönlichkeitsstörungen interessiert sowie der dazugehörigen Dissoziativen Identitätsstörung (DIS), wie aus Filmen wie „Split“, „Glass“, „Fight Club“ und mehr bekannt. Ich selbst schreibe auch nebenbei Horror und verfasse seit einiger Zeit (leider kommen mir immer wieder Abgabetermine dazwischen) einen Psychothriller namens „Dissidium“, der sich mit dem Thema der DIS beschäftigt. Im Grunde genommen lese ich sehr viel Unterschiedliches.

Mit High Fantasy jedoch oder der klassischen Fantasy kann man mich mittlerweile verjagen, da ich in meiner Kindheit und Jugend viel zu viel davon gelesen habe. Was mich allerdings nach einer langen Geschichte sowie unschönen Ereignissen dennoch nicht davon abhält, in den nächsten Monaten eine High-Fantasy-Trilogie rauszubringen, die vor vielen Jahren entstand.

Zum Punkt der Lieblingsbücher: Diese zu benennen ist wirklich schwer, da es – wie bereits erwähnt – nur einen Charakter benötigt, dem ich verfallen bin, um jedes Buch zu lesen, in dem er/sie vorkommt. An vorderster Front zählt da wohl vor allem Großadmiral Mitth’raw’nuruodo dazu –Thrawn aus „Star Wars“, der aus der Feder von Timothy Zahn stammt. Wenn er in einem Buch vorkommt, les ich jedes einzelne davon! Ich mag aber auch sehr Atlan aus „Perry Rhodan“. Da ich jedoch gerade bemerke, wieder nur von Science Fiction zu sprechen: „Asche und Phönix“ von Kai Meyer, „Wolfsherz“ / „Elfentanz“ von Wolfang Hohlbein, „Friedhof der Kuscheltiere“ / „The Dark Half“ von Stephen King, „The Sea Wolf“ von Jack London, „Ritus“ von Markus Heitz, „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón, „Das Phantom“ von Susan Kay, „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde, „Dracula“ von Bram Stoker – all diese Bücher gefallen mir ebenso. Und so leid es mir tut, bezüglich des Genres schon wieder rückfällig zu werden, auch die Science-Fiction-Reihe „Star Wars: Republic Commando“ von Karen Traviss. Ich bin gleichfalls ein großer Fan von Sir Arthur Conan Doyle und seinem „Sherlock Holmes“.

Literatopia: Wovon handelte Deine erste (selbst geschriebene) Geschichte?

Jacqueline Mayerhofer: Ich weiß noch, dass ich bereits in der Grundschule Geschichten verfasst habe – erinnern kann ich mich jedoch nur sehr bruchstückhaft daran. Da mein erstes Buch mit Anfang 15 veröffentlicht wurde, konzentriere ich mich an dieser Stelle lieber darauf: Es handelt von einem Wolf, der seine Familie verliert und allein durch die Welt wandert, bis ihn das Rudel seines verstorbenen Vaters aufnimmt. Aaron findet dort Freunde und Familie, wird jedoch vom menschlichen Mörder seiner Eltern und Geschwister gejagt. Gleichzeitig begegnet er trotz seines Hasses auf Menschen einem Jungen, der anders ist und ihm zeigt, dass nicht alle Menschen bösartig sind. Es ist eine Tiergeschichte über Wölfe, rivalisierende Rudel, die Bedrohung durch den Menschen und anderen Dramen, die ich eingebaut habe.

Wenn ich mich aber recht zurückerinnere, habe ich eigentlich schon im Kindergarten Geschichten „geschrieben“ – nur eben im Kopf. Meist hab ich mich als zusätzliche Figur in spezielle Universen eingebaut, die ich aus Filmen kannte, um mit den Charakteren dort gemeinsam Abenteuer zu erleben. Primär waren das Filme wie „Star Wars“, „Zurück in die Zukunft“, „Indiana Jones“, „Spider-Man“ und mehr. Natürlich ein Unterschied zu heute, da ich mich selbst nicht (jedenfalls nicht absichtlich) in Werke einbaue.

Literatopia: Auf Deiner Homepage schreibst Du, dass Du auch ein großer Fan von Videospielen bist. Welches Spiel hat Dich zuletzt richtig begeistert? Und welches ist Dein absolutes Lieblingsgame? (und warum?)

mondschattenJacqueline Mayerhofer: Sich da festzulegen ist schwer. Ich bin ein riesengroßer Fan von „Final Fantasy“, „Assassin‘s Creed“, „Mass Effect“, „Drakengard / NieR“, „Dragon Age“, „Kingdom Hearts“, „Detroit: Become Human“ und einigen mehr. Ich denke, das sind so meine absoluten Lieblingsreihen. Von „Assassin’s Creed“ habe ich zum Beispiel das Logo der Assassinen auf dem Unterarm, von „Final Fantasy VII“ den Charakter Vincent Valentine auf dem Oberschenkel sowie den wolfskatzenähnlichen Nanaki / Red XIII (inklusive Roboterkater Cait Sith über ihm, einen kleinen Chocobo über diesem und Cloud Strife als Anhänger um den Hals von Nanaki) auf der Wade tätowiert. Aus „Drakengard“ trage ich Caims Paktzeichen am Bauch / Becken. Wie man sieht, gehen mir die Spiele sprichwörtlich unter die Haut.

Zuletzt haben mich richtig „Final Fantasy XV“ und „Detroit: Become Human“ begeistert. Wieso ein Spiel über Androiden, die um Gleichberechtigung mit den Menschen kämpfen, mich fasziniert, dürfte mittlerweile klar sein. Bei „Final Fantasy XV“ liebe ich die Geschichte, die Charaktere und vor allem bei den vier Protagonisten das freundschaftliche Band / den Zusammenhalt. Diesen wahren Zusammenhalt, der einem beispielsweise in den „Final Fantasy“- und „Kingdom Hearts“-Reihen beigebracht wird, findet man in der wirklich Welt nur extrem selten. Und ich kann stolz sagen, dass mich in einer schweren Zeit meiner Kindheit solche Spiele aufgezogen haben. Zu einem großen Teil sind mir deshalb Loyalität und Zusammenhalt wichtig und mein Wille, alles durchzustehen, wurde deutlich davon geprägt. Was diesen Spielen allen gemein ist, ist außerdem der Aspekt, dass es sich bei allen um Videospiele handelt, deren Fokus auf ihren Geschichten liegt. Die Charaktere stehen im Vordergrund – wie auch bei meinen Werken.

Literatopia: Würdest Du uns verraten, woran Du gerade arbeitest?

Jacqueline Mayerhofer: Eigentlich an zu viel, wenn ich ehrlich bin. Dieses Jahr habe ich mich vielleicht sogar neben den Kundenaufträgen in Sachen Lektoraten, Autorendeadlines und dem stets fordernden Studium etwas übernommen. Ich habe mehr als fünf Kurzgeschichten, teilweise in kürzester Zeit, verfasst, die sich nun fast alle demnächst im Verlagslektorat befinden und mich daraufhin wieder erwarten. Nebenbei schreibe ich an meiner historischen Dark-Fantasy-Novelle „Der fremde Wille“, mit der ich den Schreibwettbewerb um den/die nächste/n Stadtschreiber/in in Eggenburg gewonnen habe und die auch 2020 erscheinen soll, an Teil 4 von „Hunting Hope“, …

Ich hoffe, dass ich außerdem bald dazu komme, neben allem und ebenfalls neben der Überarbeitung des ersten Teils meiner Fantasy-Trilogie, auch an „Dissidium“, meinem Psychothriller, weiterzuschreiben. Ein nächster Science-Fiction-Roman ist eigentlich auch schon so gut wie fertig, ein Thriller / gesellschaftskritisches Familiendrama im Grunde finalisiert … Hört sich mit Sicherheit wild an und viele würden nun wohl sagen: »Mach doch mal eines nach dem anderen fertig!«, aber in Wahrheit ist es so, dass mir ständig Abgabetermine anderer Werke dazwischenkommen. Deshalb kann ich dann den Projekten, die noch kein fixes Verlagszuhause haben, nicht weiter Aufmerksamkeit schenken. Mittlerweile darf ich aber seit 2008 schon über 25 Veröffentlichungen zählen und ich bin derzeit (erst) 27 – das bedeutet, ich habe noch jede Menge Zeit für all diese Projekte!

Obwohl da schon wieder ein neues Konzept für eine Novelle / Kurzroman steht, diesmal sogar mit einer Androidin als Protagonistin …

Sonst darf ich gerade knapp 200 Kurzgeschichten lesen, die im Rahmen der Ausschreibung vom Verlag ohneohren für unsere Anthologie „Geschichten aus dem Keller“ eingesendet wurden. Zusammen mit Melanie Vogltanz und Werner Graf habe ich die Herausgeberschaft übernommen und deshalb haben wir nun die Qual der Wahl und müssen letzten Endes eine Auswahl treffen, die uns garantiert nicht leicht fallen wird!

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!


Autorenfoto: Copyright by Jacqueline Mayerhofer

Autorenhomepage: www.jacquelinemayerhofer.at

Rezension zu "Hunting Hope - Zerbrochene Herkunft" (Teil 1)

Rezension zu "Brüder der Finsternis"


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 30. Oktober 2019
 

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