Sonntag, 05. Juli 2020

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martinez alice

Bram Stoker´s Dracula (Roy Thomas, Mike Mignola)
Geschrieben von Markus
Montag, der 28. Oktober 2019

Verlag: Panini (Oktober 2019)
Gebundene Ausgabe: 140 Seiten; 29 €
ISBN-13: 978-3741614347

Genre: Horror/ Grusel


Klappentext

Ein Meisterwerk des Horrors

Im Jahr 1897 reist der Londoner Makler Jonathan Harker in die Karpaten, um sich mit Graf Dracula auf dessen abgelegenen Schloss zu treffen. In einem Foto von Harkers Verlobter Mina glaubt Dracula, die Reinkarnation seiner großen Liebe zu erkennen. Daher lässt er Jonathan von drei lüsternen Vampirinnen angreifen, während er selbst blutdurstig und liebeshungrig nach England reist und die Stadt in all seinen monströsen Gestalten heimsucht...

Die Comic-Legenden Roy Thomas und Mike Mignola interpretieren Bram Stokers Horror-Klassiker nach der Verfilmung von Francis Ford Coppola als Glanzstück des grafischen Erzählens.


Rezension

Im Jahr 1462 entsagt Vlad Tepec Gott und wird so zum Vampir, der durch die Jahrhunderte seine verlorene Liebe sucht. 1897 kommt er dann nach London und meint seine Elisabeta in der jungen Mina wiederzuerkennen, die mit Jonathan Harker verlobt ist. Dem Mann, der für Dracula in London Immobilien erworben hat und nun in dessen Schloss gefangen ist und dabei von Draculas Bräuten gequält wird. Als Minas Freundin Lucy zu einer Untoten wird, kommt Abraham von Helsing nach London und er weiß, wie er mit einem Vampir verfahren muss.

Ich habe Meere der Zeit durchquert, um sie zu finden...

Umsetzungen von Bram Stokers Dracula gab und gibt es immer wieder. Aus der Masse an Verfilmungen herauszustechen fällt schwer. Francis Ford Coppola gelang im Jahr 1992 dieses Kunststück. Er hielt sich eng an die Vorlage, nahm sich aber auch genug Freiheiten, um eine eigene Interpretation vorzulegen, in der er den Fokus auf die unsterbliche Liebe zwischen Dracula und Mina legte, die so im Roman nicht existierte. Für manche ist dies der größte Kritikpunkt, schaut man aber genau hin, so bekommt Stokers Werk auf diese Weise eine emotionale Komponente, die vorher nicht existierte und die ihr sehr gut bekommt. Aber die Änderungen allein waren nicht der Grund, weshalb sich diese Verfilmung so in das Gedächtnis der Kinogänger gebrannt hat. Einen großen Anteil hatten ebenso die Ausstattung und Kostüme, aber ganz besonders die Schauspieler, wie ein Anthony Hopkins und Gary Oldman, die hier ihr ganzes Können zeigten. Heraus kam ein Meisterwerk.
Und dieses Meisterwerk wurde von einer Comicumsetzung des Filmes begleitet. Roy Thomas und Hellboy-Schöpfer Mike Mignola waren für sie verantwortlich. Roy Thomas schrieb das Skript und hielt sich dicht an der Verfilmung und nahm darin auch die im Mittelalter spielende Vorgeschichte auf, die im Roman nicht vorkommt und Coppolas Film eine neue Dimension gab. Thomas gelingt es den Film zu verdichten und ihn für den Comic aufzubereiten, so dass er auch in graphischer Form funktionieren kann. Und dies tut der Comic zum Film. Die unheimliche Atmosphäre und der Horror mag vielleicht nicht ganz so stark sein wie im Film, kommt jedoch hervor und Thomas gelingt es die Charaktere ausreichend herauszuarbeiten und den Leser in die Geschichte hineinzuziehen.

Dies ist allerdings nicht allein sein Verdienst. Mike Mignola, der kurz darauf seinen Hellboy präsentieren sollte, saß hier am Zeichenstift und er holt alles heraus, was das Thema hergibt. Bereits hier spielt er gekonnt mit Licht und Schatten, weiß genau, was er zeigen muss und was nicht und erzeugt mit seinem reduzierten und effektiven Stil eine unheimliche Atmosphäre, die dem Film gleich kommt. Dies kommt nicht von ungefähr, denn Mike Mignola war als Filmillustrator direkt an Coppolas Interpretation beteiligt und tauschte sich sogar mit ihm aus und sah mit George Lucas und dem Regisseur einen Rohschnitt. Beste Voraussetzungen also, um eine gelungene Adaption zu gestalten. Es ist zwar noch nicht alles perfekt ausgereift, wie später bei Hellboy, aber Mignolas Handschrift ist eindeutig zu erkennen. Wie fast immer beim Schöpfer von Hellboy gilt aber auch für Dracula, dass die Farben eher stören als die Zeichnungen zu unterstützen. Aber so wurde der Comic damals halt veröffentlicht. Wie gut Mike Mignola ohne Farbe ist, zeigt sich in den Anhängen, in denen Originalzeichnungen von ihm bewundert werden können und vor allem auch seine Originalcover voll zur Geltung kommen.


Fazit

Roy Thomas und Mike Mignola haben eine bildgewaltige Umsetzung des Romans und Francis Ford Coppolas Verfilmung geschaffen, die sich hinter keinem von beidem verstecken muss. Der Grusel  und der Horror von Bram Stokers Klassiker wird perfekt eingefangen.


Pro & Contra

+ Mike Mignola hat gezeichnet
+ Roy Thomas verdichtet den Film ideal für das Comicformat

- leider in Farbe

Bewertung: sterne5

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 26. Mai 2020
 

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