Im Refugium der Schwingen – Lady Trents Memoiren Bd.5 (Marie Brennan)

Verlag: Cross Cult; (März 2019)
Taschenbuch: 400 Seiten; 14 €
ISBN-13: 978-3959816946

Genre: Fantasy


Klappentext

Nach annähernd fünf Jahrzehnten – und der gleichen Anzahl an Bänden – sollte man meinen, mit Lady Trent, der bedeutenden Drachenexpertin und skandalträchtigen Forscherin, wohl vertraut zu sein.

Doch in diesem finalen Band wird endlich die Wahrheit hinter Lady Trents größtem Abenteuer enthüllt: Sie trotzte dem höchsten Gebirge der Welt, das weit hinter dem Territorium von Scirlands Feinden liegt – und machte dort im Refugium der Schwingen eine überraschende Entdeckung.


Rezension

Lady Trents ist mittlerweile Ende Dreißig und eine bekannte Drachenforscherin , aber weiterhin kein Mitglied des Philosophenkolloquiums. Ihre letzte Expedition liegt auch länger zurück. Mit ihrem Mann Suhail verbringt sie ihre Zeit in Scirland. Dies soll sich alles ändern, als der Yelangese Thu auftaucht der zu den Khiam Siu gehört, eine Rebellengruppe innerhalb des Landes. Er bittet Lady Trent darum, ihn und seine Kameraden politisch zu unterstützen. Dafür würde er ihr den Fundort eines toten Drachen einer neuen Art zeigen, der hoch oben im Gebirge im Eis konserviert wurde und gar außergewöhnlich ist. Bei einem Blick auf seine Skizzen ist Lady Trent sofort Feuer und Flamme. Und so geht es bald in Richtung Mrtyahaima, wo auf Isabella die größte Entdeckung ihres Lebens wartet.

Im Refugium der Schwingen stellt den Abschluss der Reihe über Lady Trents Memoiren von Marie Brennan dar. Der Roman muss also so weit wie möglich alle offenen Fragen beantworten und alles zu einem befriedigen Ende führen und vor allem muss Marie Brennan nun zeigen, worauf sie von Anfang an hinaus wollte.
Und dies tut sie mit einer großen Überraschung, die sich zwar bereits in den letzten Bänden angekündigt hat, aber dennoch nicht unbedingt zu erwarten war. Denn zunächst mutet diese reichlich absurd an. Beim Nachdenken ist die Existenz eines humanoiden Drachenvolkes allerdings in ihrer Welt konsequent und richtig und da verzeiht man Marie Brennan auch, dass sie zunächst mit ihrem Auftaktroman den Eindruck erweckte, dass es inhaltlich um Drachen in ihrer Reihe gehen soll. Jetzt wird klar, dass es von Beginn, die verlorene Zivilisation der Drakoneer im Zentrum stehen sollte. Hinweise darauf hatte sie in jeden Band eingeflochten und so ist Isabellas Entdeckung zwar überraschend, aber letztendlich etwas auf das Marie Brennan lange hingearbeitet hat und damit eine logische Konsequenz aus Lady Trents Abenteuern. Der Roman ist dieses Mal auch nicht mehr ganz so angefüllt mit aufregenden Situationen, sondern bezieht seine Spannung aus dem Entdecken einer „neuen“ alten Kultur, die Marie Brennan wohldurchdacht zeigt. Gerne lässt man sich darauf ein mit Isabella die Drakoneer zu entdecken und ist ebenso gespannt wie sie, wie die Welt außerhalb des Refugiums der Schwingen auf die Drakoneer reagieren wird. Denn die gemeinsam Geschichte der Menschen und Drakoneer ist nicht gerade friedlich verlaufen. Marie Brennan beschreibt die Schwierigkeiten Beziehungen zwischen den Völkern aufzubauen, welches Misstrauen zwischen ihnen herrscht und wie Vertrauen entstehen kann. Dies tut sie zwar hauptsächlich im kleinen Umfeld um Isabella herum, aber dies gelingt ihr zumindest sehr gut. Das Ende des Romans mag auf den ersten Blick überstürzt erscheinen, weil Lady Trent nur noch die weiteren Ereignisse zusammenfasst, allerdings geht dies voll in Ordnung, da dies hier die Memoiren Lady Trents sind und damit sie im Fokus steht und nicht die weitere Entwicklung der Beziehung zwischen Menschen und Drakoneer.

Marie Brennan schließt also ihre Reihe über Lady Trent mit einem kleinen Überraschungseffekt ab und sorgt für ein rundes Ende. Insgesamt ist die Reihe sehr lesenswert und vor allem zieht sie sie nicht in die Länge. Denn auch wenn die Bücher zu fesseln vermögen, so gibt es doch einen Kritikpunkt, der bei weiteren Romanen dann doch zum Tragen gekommen wäre. Und zwar ist das der immer gleiche Aufbau der Bücher. Anfangs berichtet Lady Trent von gesellschaftlichen Schwierigkeiten für sie, dann setzt sie sich trotz Schwierigkeiten durch und organisiert eine Expedition, dann folgt diese mit einer wichtigen Entdeckung und abschließend wird sie in Scirland auf irgendeine Art geehrt. Dieses Schema wiederholt sich immer. Marie Brennan scheint da keine Variation zu kennen. Ohne etwas Abwechslung wäre das bei weiteren Büchern nicht mehr lange gut gegangen. Aber bei den bisherigen funktioniert dies noch sehr gut. Und Marie Brennan hat ihre Reihe beendet, bevor es zu auffällig und vor allem langweilig hätte werden können.
Ein bisschen kaschieren kann sie dies zusätzlich durch ihr Erzähltalent und ihre Liebe zum Detail, die ihre Welt sehr lebendig werden lässt.


Fazit

Marie Brennan schließt ihre Reihe über Lady Trent sehr gelungen ab. Für das Ende hat sie eine große Überraschung parat, die zur Geschichte passt. Lady Trents Memoiren sind eine sehr gelungene Fantasyreihe, die endet, bevor sie abflachen kann.


Pro & Contra

+ führt die Handlungsstränge zusammen
+ beantwortet alle wichtigen Fragen

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Marie Brennan:

Rezension zu Die Naturgeschichte der Drachen
Rezension zu Der Wendekreis der Schlangen
Rezension zu Die Reise der Basilisk
Rezension zu Im Labyrinth der Draken

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