Mittwoch, 15. Juli 2020

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Alana Falk (04.02.2020)
Geschrieben von Judith
Dienstag, der 04. Februar 2020

Interview mit Alana Falk

Literatopia: Hallo, Alana! In Kürze erscheint mit „Cursed Kiss“ der Auftakt zu „Gods of Ivy Hall“ – was erwartet Rachegöttin Erin am Ivy Hall College?

alana falk2020Alana Falk: Hallo und danke für das Interview! Tja, Erin hat da einiges vor sich. Sie ist Studentin und muss sich ihr Studium selbst finanzieren, was in den USA nicht gerade leicht ist. Außerdem hat sie noch … nennen wir es mal zusätzliche finanzielle Verpflichtungen. Dazu kommen Hausarbeiten, Vorlesungen, Kampftraining – und dann die Jagd nach den Kerlen, die sie dem Kuss unterziehen kann. Was nicht immer leicht ist, denn Erin will nur dann einem Mann die Seele rauben, wenn er es wirklich verdient hat, und das muss man erst mal beweisen. Weil sie jede Woche eine Seele abliefern muss, kommt sie dabei manchmal ganz schön ins Schwitzen. Da passt es ihr gar nicht, dass plötzlich auch noch Arden in ihr Leben tritt. Sie würde ihn auch gern vergessen, aber … tja, so leicht habe ich es ihr natürlich nicht gemacht. ;)

Literatopia: Lebt Erin quasi schon ewig als Göttin oder ist sie so alt wie sie aussieht?

Alana Falk: Erin ist 18, sieht aber eher aus wie 16, weil sie mit 16 den Pakt mit Hades gemacht hat und Hades seinen Rachegöttinnen zusätzlich zu ihren Fähigkeiten ewige Jugend schenkt. Sie können zwar sterben, wenn sie verletzt werden, aber wenn das nicht passiert, bleiben sie so alt, wie sie waren, als sie den Pakt gemacht haben und können ewig leben, sofern sie Hades nicht verärgern und den Pakt nicht verletzen, denn das hat … ziemlich unschöne Folgen für eine Rachegöttin.

Literatopia: Wie gelingt es Arden, Erin für sich einzunehmen?

Alana Falk: Spoiler! Nein, im Ernst. Eigentlich versucht Arden gar nicht, sie für sich einzunehmen, er ist sogar verdammt froh, dass Erin ihm eine Abfuhr nach der anderen erteilt, obwohl er sie von Anfang an toll findet und sich mit jeder Begegnung immer mehr zu ihr hingezogen fühlt. Aber er hat seine Gründe, sich die Nähe zu ihr zu verbieten, genau wie sie. Als er merkt, dass sie doch anfängt, ihn zu mögen, versucht er sogar, sie zu entmutigen, allerdings ziemlich erfolglos, denn Erin hat dummerweise Dinge an Arden entdeckt, die ihr klar machen, dass Arden vielleicht der eine, vielleicht sogar der einzige Mann ist, den sie jemals lieben könnte. Was ihr Leben natürlich noch komplizierter macht – und das von Arden ziemlich in Gefahr bringt. Denn eine einzige Berührung von Erins Lippen würde ihn seine Seele kosten. Trotzdem können beide den anderen nicht vergessen, aber wie könnten sie zusammensein? Erin dürfte Arden niemals küssen …

Literatopia: Was reizt Dich persönlich an der griechischen Mythologie?

Alana Falk: Besonders spannend finde ich eigentlich, dass es so viele Interpretationsmöglichkeiten gibt. Die griechische Mythologie war lange Zeit ein sehr lebendiger, ständig wachsender Organismus und dadurch haben wir heute unzählige verschiedene Quellen, aus denen unser Wissen kommt – Tempel, Grabstätten, Bücher aus vielen verschiedenen Epochen. Daher gibt es, wenn man den Stoff verarbeitet, sehr weniges, was eindeutig richtig oder falsch ist, was im Buch auch eine wichtige Rolle spielt.

Mich persönlich hat bei „Cursed Kiss“ vor allem auch die weibliche Seite der Mythologie fasziniert. Die ganz alte Seite, die sonst nicht so oft gezeigt wird, und die darauf beruht, dass es auch vor den olympischen Göttern schon Götter gab, die meistens weiblich waren und der olympischen Mythologie eingegliedert wurden. Es gibt in „Cursed Kiss“ also weniger Intrigen im Olymp, sondern es dreht sich viel mehr um die persönliche Seite der Göttinnen, vor allem natürlich der Rachegöttinnen auf dem Campus des Ivy Hall College.

Wie lebt es sich, wenn man nie den einen Menschen küssen darf, den man liebt? Welche Rolle spielen dabei die grausamen Regeln von Hades und gibt es vielleicht auch eine Chance, sich die uralte Mythologie zunutze zu machen?

Literatopia: Deine meistgehasste Romanfigur ist Dolores Umbridge aus „Harry Potter“. Was genau ist an ihr so hassenswert? Und gibt es eine solche Figur auch in einem Deiner Bücher?

Alana Falk: Oh ja, ich kriege wirklich rotglühende Hassgefühle, jedes Mal, wenn Umbridge mir in „Harry Potter“ über den Weg läuft. Ich denke, es ist ihre gefühlskalte Art in Verbindung mit ihrer Arroganz und Verachtung für andere Menschen. Man kann mit ihr nicht reden, sie hat einfach keinen anständigen Knochen im Leib, nichts, was sie menschlich macht oder liebenswert. Nicht so wie Snape, meine absolute Lieblingsfigur, der irgendwie von Anfang an spürbar anders ist. Tiefer und echter.

In meinen Büchern gibt es tatsächlich auch eine Figur, die von meinen Lesern sehr inbrünstig gehasst wird und das ist Lenas Mutter „Greta“ aus meiner „Seelenmagie“-Reihe. Als ich das zum ersten Mal gehört habe, hat es mich etwas überrascht, denn ich habe sie immer als recht ambivalent empfunden, aber offensichtlich pusht sie bei den Lesern bestimmte Buttons. Wobei ich hoffe, dass sie eher eine Figur wie Snape ist, die man lieb gewinnen kann, wenn man mit der Zeit entdeckt, was wirklich hinter ihren Handlungen steckt.

Literatopia: Unter dem Namen Lily Oliver veröffentlichst Du zeitgenössische Liebesgeschichten. Demnächst erscheint „Du und ich ein letztes Mal“ bei Droemer Knaur. Kannst Du uns schon einen kleinen Ausblick geben?

lost love gods of ivy hallAlana Falk: „Du und ich ein letztes Mal“ ist die schmerzhaft schöne, bittersüße Geschichte von Vivi und Josh, die scheinbar das perfekte Paar sind und sich doch eingestehen mussten, dass die große Liebe leider manchmal nicht das große Glück bedeutet. Sie haben sich getrennt, obwohl sie sich immer noch mehr als alles andere lieben, in der Hoffnung, sich gegenseitig eine Menge Schmerz zu ersparen.

Jetzt, zu Beginn des Buches, begegnen sie sich wieder und beiden wird klar, dass das nicht funktioniert hat und sie sich trotz der jahrelangen Trennung immer noch alles bedeuten. Sie beschließen, dass sie sich gegenseitig helfen müssen, endlich loszulassen, und wollen das schaffen, indem sie alles, was sie einmal zum ersten Mal gemacht haben, ein weiteres Mal tun: zum letzten Mal. Aber so einfach ist es natürlich nicht, vor allem, wenn man merkt, dass man es trotz allem, was gegen eine gemeinsame Zukunft spricht, immer noch nicht will …

Literatopia: Du hast Deinen ersten Roman im NaNoWriMo verfasst. Bei dem Event schreibt man innerhalb eines Monats einen ganzen Roman. Wie ist Dir das als Schreibanfänger gelungen? Und was ist aus dem Text geworden?

Alana Falk: Als ich gesehen habe, dass es den Nanowrimo gibt und wie er funktioniert, fand ich das so verrückt, dass ich mitmachen wollte. Da ich davor ja nie geschrieben hatte, habe ich mich schlau gemacht und versucht, herauszufinden, wie man eigentlich ein Buch schreibt. Bis dahin hatte ich immer so die Vorstellung, dass man es eben kann oder nicht – und ich eher nicht, da ich in Deutsch in der Schule immer schrecklich schlecht war. Aber dann habe ich im Internet viele Tipps gefunden und angefangen, das Handwerk Schreiben zu lernen. Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass ich gerne plotte, weil ich vor dem Schreiben gerne weiß, was ich schreiben möchte und wie. Ich habe mir einen Schreibplan gemacht und damit lief es dann super und ich habe meinen ersten NaNoWriMo gewonnen. Ein tolles Gefühl! Jeder sollte das mal versuchen.

Der Roman von damals war eine Märchenadaption, was ich zum Einstieg wirklich super fand, denn ein Märchen hat bereits ein vorgegebenes funktionierendes Storygerüst, das man nur noch mit Leben und neuen, eigenen Ideen füllen muss, und das ist ohnehin am Anfang schwer genug. Der Roman war übrigens ein New Adult Roman, der in New York und Indien spielt, aber damals war das Genre hier in Deutschland noch nicht bekannt. Außerdem war der Roman, obwohl ich die Story immer noch liebe, wirklich nicht besonders gut, und liegt daher bis heute in meiner Schublade.

Literatopia: Was liest Du selbst gerne? Und hast Du vielleicht ein Lieblingsbuch, das Du mehrmals gelesen hast?

Alana Falk: Oh ja, da gibt es einige. „Die unendliche Geschichte“ und „Harry Potter“ gehören sicher zu den Büchern, die ich am häufigsten gelesen habe. Von „Harry Potter“ höre ich ungefähr einmal pro Jahr die englischen Hörbücher. Generell lese ich am liebsten Fantasy, Romantasy, aber auch mal historische Romane, Science Fiction, Coming-of-Age, New Adult, sehr viele Sach- und Fachbücher, moderne Biografien – eigentlich alles außer Krimi und Thriller. Meine ganz besondere Liebe gilt der Historical Romance. Ein Genre, das leider hier in Deutschland ziemlich verschrien ist, dabei gibt es dort wirklich unglaublich gute Geschichten mit sehr tollen „Tortured Heroes“. Ich mag das Genre, weil es sich fast immer auf die beiden Hauptfiguren konzentriert und deren Liebesgeschichte meist sehr schmerzhaft und wahnsinnig intensiv beleuchtet.

du und ich ein letztes malLiteratopia: Du bist dieses Jahr in der Jury des Delia-Jugendliteraturpreises. Wie viele Bücher musst Du dafür lesen? Und wonach bewertest Du die Romane?

Alana Falk: In der Jury für den Jugendliteraturpreis hatten wir dieses Jahr ca. 60 Bücher zu bewerten. Wir bekommen von Delia genaue Vorgaben, wie wir die Bücher bewerten sollen und nach welchen Kriterien, damit alles möglichst objektiv und gerecht abläuft. Das wichtigste Kriterium: die Bücher müssen eine wirklich gute, tragende Liebesgeschichte enthalten, denn schließlich vergeben wir den Preis für den besten Liebesroman.

Literatopia: Du bist auf verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv. Wo erreichst Du Deine Leser am besten? Und „muss“ man heutzutage als Autor Präsenz im Netz zeigen?

Alana Falk: Im Moment macht mir Instagram am meisten Spaß, vor allem auch deswegen, weil es dort wirklich möglich ist, neue Kontakte zu knüpfen und auch zu pflegen. Instagram macht mir einfach generell viel Freude, weil es so kreativ ist und man an seinem Feed sehen kann, was man geschafft und gelernt hat. Aber das kostet natürlich auch viel Zeit, weil ich immer versuche, mein Bestes zu geben und wirklich interessante oder unterhaltsame Beiträge zu schreiben. Ich genieße die Nähe zur Buchcommunity sehr, aber ich verstehe auch jeden, der sich damit schwer tut. Ich glaube nicht unbedingt, dass man als Autor auf Social Media aktiv sein muss, vor allem, wenn man sich damit nicht wohlfühlt. Aber ich denke schon, dass es vieles leichter macht und dass es für uns Autoren generell eine große Chance ist.

Literatopia: Wird es 2020 weitere Veröffentlichungen von Dir geben? Worauf können sich Deine Leser freuen?

Alana Falk: 2020 erscheint neben „Cursed Kiss“ noch „Lost Love“, der zweite Band der „Gods of Ivy Hall“-Reihe. Weitere Projekte sind in Arbeit. Aktuell schreibe ich für Droemer Knaur am zweiten Band der „New York Summers-Reihe“ zu der auch „Du und ich ein letztes Mal“ gehört.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!

Alana Falk: Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte!


Autorenfoto: Copyright by Erol Gurian

Autorenhomepage: www.alanafalk.net 


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 04. Februar 2020
 

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