Sonntag, 12. Juli 2020

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martinez alice

Spirits of Vengeance: Zwischen Himmel und Hölle (Victor Gischler, David Baldeón)
Geschrieben von Markus
Montag, der 24. Februar 2020

Verlag: Panini (Februar 2020)
Softcover: 124 Seiteb; 14,99 €
ISBN-13: 978-3741616518

Genre: Horror/ Supeerhelden


Klappentext

Höllische Helden

Als das Gleichgewicht im ewigen Krieg zwischen Himmel und Hölle gekippt zu werden droht, stellen sich vier finstere Antihelden gegen die drohende Auslöschung der gesamten Existenz: Gemeinsam suchen Ghost Rider Johnny Blaze, Vampirjäger Blade, der Exorzist Daimon Hellstorm und die teuflische Satana nach Antworten. Sie ziehen gegen zahlreiche Dämonen ins Feld – und in die womöglich letzte Schlacht von Gut und Böse...
Die komplette düstere Miniserie von Horror-Spezialist Victor Gischler (X-MEN, DEADPOOL CORPS) und Zeichner David Baldeón (DOMINO, NOVA) komplett in einem Band.


Rezension

Ein Mann tritt in einer Bar an Johnny Blaze heran und trägt ihm kurz vor seinem Tod auf, die Kugel, die ihn tötete zu Daimon Hellstorm zu bringen. Zunächst erscheint dies sehr rätselhaft, aber gemeinsam mit Blade und Daimons Schwester Satana kommen der Ghost Rider und Hellstorm dahinter, was gespielt wird. Und dies ist wahrhaft erschreckend. Die Kugel war aus einem von Judas´ Silberlingen gefertigt und der eher unbedeutende Magier Necrodamus will mit allen eine Waffe schaffen lassen, die sogar Erzengel töten kann. Kurz vor der Zusammenkunft, bei der sich ein Gesandter des Himmels und der Hölle treffen, um im ewigen Krieg während einer Waffenruhe zu verhandeln, verheißt dies nichts Gutes.

Was erhält man, wenn man God´s Army, Spawn und ein paar von Marvels Antihelden miteinander vermischt? Richtig. Die Spirits of Vengeance! Denn in diesen treten Blade, Satana, Ghost Rider und Daimon Hellstorm gegen den Magier Necrodamus an, um den Untergang der Welt zu verhindern. Dies tun sie auf eine ungewohnte Art und Weise für das Marveluniversum. Zwischen Himmel und Hölle ist keine typische Superheldengeschichte, sondern etwas grundlegend anderes. Die vier Antihelden bewegen sich auf den Spuren andere Horrorhelden und müssen sich mit übernatürlichen Kräften anlegen, die auf diese Art und Weise sonst nicht bei Marvel vorkommen. Selbst ein Venomverse kann da nicht mithalten. Die Mächte von Himmel und Hölle spielen eine wichtige Rolle in der Handlung und die ist mit sichtlich Spaß und einer Miniprise Horror von Victor Gischler konzipiert worden. Er erfindet das Rad sicher nicht neu, aber er bringt Abwechslung in Marvels Superheldencomics. Diese vier Antihelden dürfen einfach mehr. Sie sind brutaler, zynischer und düsterer. Ihren Weg dürfen durchaus Leichen pflastern. Die vier Antihelden harmonieren darüber hinaus sehr gut und spielen sich die Bälle zu, selbst wenn Blade nicht so wie die anderen glänzen kann, wobei sein erster Auftritt einfach mit der richtigen Portion Wucht daherkommt. Hier passen die einzelnen Puzzleteile einfach zusammen und es tut der Geschichte sichtlich gut, dass sie als Miniserie konzipiert ist und nicht endlos fortlaufen soll. So kommt Gischler schnell auf den Punkt und kann eine kleine Achterbahnfahrt inszenieren, bei der es trotz all der Horror- und Actionmomente sogar zu einem kleinen biblischen Ausflug kommt. Zum Luftholen bleibt nicht viel Zeit, denn die Spirits of Vengeance müssen schnell handeln und dies spiegelt sich im Tempo des Comics. Victor Gischler hat hier ein Team geschaffen, von dem gerne mehr kommen darf, solange das Konzept von abgeschlossenen Miniserien weiterhin verfolgt wird, denn hier scheinen seine Stärken zu liegen.

David Baldeón liefert eine der besten Arbeiten im Marveluniversum ab. Er passt seinen grundlegenden Stil dem jeweiligen Charakter an und erreicht so, dass der Leser auf den ersten Blick fiel über ihn erfährt. Die Actionszenen könnten zwar hin und wieder etwas übersichtlicher sein, andererseits passt es, wenn es bei Ghost Rider und Razan etwas wilder und chaotischer zugeht. Insgesamt erinnern seine Bilder ein wenig an eine sehr gut gemachte Zeichentrickserie, was hier als Kompliment aufgefasst werden darf, da die Zeichnungen eine gute Dynamik in den Bewegungen transportieren.

Das Bonusmaterial hat hier mal seinen Namen verdient, denn David Baldeón gibt einen tiefen Einblick in seine Arbeitsweise. Er erklärt, was er sich bei der Gestaltung des Comics gedacht hat und warum dieser so aussieht, wie er es tut. Wer danach den Comic ein weiteres liest, wird erkennen, wie gut er sein Konzept umgesetzt hat.


Fazit

Ist Spirits of Vengeance waschechter Horror? Wohl kaum, aber es macht verdammt viel Laune, es zu lesen und erinnert teilweise im Design der Dämonen und der Stimmung sehr an Spawn, dessen Fans auf jeden Fall diesem Team eine Chance geben sollten.


Pro & Contra

+ ein Team, welches harmoniert und sich ergänzt
+ mehrere gute Ideen
+ gute Zeichnungen

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 24. Februar 2020
 

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