Samstag, 11. Juli 2020

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martinez alice

Conan – Der Cimmerier Bd.5: Die scharlachrote Zitadelle (Luc Brunschwig, Étienne Le Roux)
Geschrieben von Markus
Dienstag, der 25. Februar 2020

Verlag: Splitter-Verlag; (August 2019)
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten; 16 €
ISBN-13: 978-3962192068

Genre: Abenteuer/ Fantasy


Klappentext

„Für mich geht nichts über ein gutes Schwert...
und ein paar Feinde aus Fleisch und Blut,
in deren Körper ich meine Klinge bohren kann!“


Rezension

Conan ist alt geworden und jetzt König seines eigenen Königreiches, Aquilonien. Die Stadt Tamar ist das Zentrum seines Herrschaftsgebiets. Aber selbst im Alter ist Conan immer noch sehr gefährlich – und tödlich. Als ihn die Adeligen seiner Stadt verraten und er in die Falle eines benachbarten Königs und dessen Verbündeten mit 5000 seiner Soldaten läuft, sieht es so aus, als sei Conans Herrschaft beendet und seine Untertanen wieder der Willkür des Adels ausgeliefert.
Der Zauberer Tsotha-Lantis hält ihn in der scharlachroten Zitadelle gefangen und dort, in den Katakomben, findet Conan unerwartet Hilfe

Mit jedem Abenteuer wechselt das Autoren-/Zeichnerteam bei der Conan-Serie von Glénat. Für Die scharlachrote Zitadelle haben sich Luc Brunschwig und Étienne Le Roux zusammengefunden. Sie haben eine Geschichte ausgewählt, die einen gealterten Conan zeigt. Einen Conan der zwar nicht mehr unüberlegt handelt und nicht mehr nur an sich selbst denkt, aber der immer noch eine ungeheure Kraft und Wildheit besitzt. Dieser Umstand macht ihn nach wie vor zu einem der gefährlichsten Männer. Seine Feinde müssen sich also weiterhin vor ihm fürchten. Robert E. Howard hat diesen gealterten Conan dazu genutzt, seine eigene Sicht der Dinge in Hinblick auf die Gesellschaft und einer Feudalherrschaft Ausdruck zu verleihen. Conans Feinde repräsentieren einen Adel, den er verachtet, da er sich rein auf seine Herkunft beruft und damit weit von den Menschen entfernt ist. Die Fürsten und Herrscher, die die Menschen schützen sollen, interessieren sich für sie nur als eine Art Vieh, dass für sie arbeitet. Conan ist da anders, er steht für seine Untertanen ein und versucht ihnen Freiheit zu gewähren, so weit es möglich ist. Er hebt sich also stark von seiner Umgebung ab. Dass Howard diese Geschichte erzählen konnte, die nun mehr vor einem mittelalterlichen Hintergrund spielt, zeigt wie vielseitig und wandelbar Conan ist. Er ist nicht nur auf den alles tötenden Barbaren beschränkt, sondern je nach Alter der Hauptfigur oder ihrer Umgebung, kann er neu erfunden werden und damit sind die Geschichten äußerst variabel in ihren Themen, wie Die Scharlachrote Zitadelle beweist.
Diese hat aber nicht nur handlungstechnisch etwas zu bieten, sondern ebenso auf der Charakterseite. Denn Conans Gegenspieler sind nicht nur die eroberungssüchtigen Herrscher, die in sein Land einfallen, sondern ebenso die Verräter in den eigenen Reihen, die ihre ganz eigenen Gründe haben und bei denen offenbar wird, dass Macht korrumpiert. Diesen Fakt stellt Robert E. Howard und damit auch Luc Brunschwig klar heraus.
Neben diesen menschlichen Feinden tritt ein Magier auf, der wahrhaft diabolisch ist und Conan in ein ganz spezielles Verlies einsperrt. Dort findet Conan einen ebenso mächtigen, wie gefährlichen Verbündeten, Pelias. Pelias ist eher eine zwielichtige Figur, weder ganz gut noch ganz böse. Er hilft Conan, sich zu rächen. Aber, ob er ein anderes Interesse als dieses verfolgt, bleibt offen. Er könnte sich in einer anderen Situation ebenso gegen Conan stellen, was ihn zu einem sehr interessanten Charakter macht.
All diese Facetten bleiben in Luc Brunschwigs Umsetzung erhalten. Sein Skript zu Die scharlachrote Zitadelle ist so angelegt, das alles wesentliche vorhanden bleibt und Howards Figuren nicht verfälscht werden. Die Übertragung in einen Comic gelingt ihm sehr gut.

Étienne Le Roux ist die zweite Hälfte des Teams und für die Zeichnungen zuständig und diese sind wirklich gut und passend. Alles ist in einem realistischen Stil gehalten und Conan und seine Umgebung wirken so, als würde ein Blick auf das europäische Mittelalter geworfen. Richtig beeindruckend werden seine Bilder, wenn der Fantasyaspekt deutlicher hervortritt. Monster und Verliese liegen ihm und die graphische Umsetzung von Pelias´ Gefängnis ist hervorragend. Allein bei den Hintergründen hätte er etwas detailfreudiger sein dürfen.


Fazit

Conan hat als König und im Alter nichts von seiner Wut und seinem Siegeswillen verloren. Die scharlachrote Zitadelle zeigt wie gefährlich und gleichzeitig menschlich er sein kann.


Pro & Contra

+ spannende Handlung
+ neue Facetten Conans
+ gute Zeichnungen

Bewertung:

Charaktere: 4/5
Handlung: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


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Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 28. Mai 2020
 

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