Sonntag, 12. Juli 2020

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martinez alice

Alan C. Wilder Bd.1 - Die Brücke der toten Hunde (P. Wirbeleit, Ulf K.)
Geschrieben von Markus
Sonntag, der 19. April 2020

Verlag: Carlsen; (März 2020)
Gebundene Ausgabe: 96 Seiten; 14 €
ISBN-13: 978-3551730244

Genre: Grusel/ Kindercomic


Klappentext

Wer möchte, dass seine Seele erdgebunden bleibt und nicht in die Hölle fährt, muss dafür zahlen!

Die Gabe, Gespenster, Poltergeister und Dämonen wahrzunehmen, ist nichts für schwache Nerven! Und seit ich nach dem Tod meines Vaters die Firma Alan C. Wilder Ltd. übernommen habe, werden meine Nerven weit mehr strapaziert, als mir lieb ist – schließlich bieten wir „Hilfe bei übersinnlichen Phänomenen aller Art“. Gleich mein erster Fall führt mich auf die unheilvolle Brücke der Lady Dunsford, von der sich seit Jahrzehnten Hunde scheinbar grundlos in den Tod stürzen...

Hast du starke Nerven? Dann begleite Geisterjäger Alan C. Wilder auf die „Brücke der toten Hunde“!


Rezension

Alan C. Wilders Vater ist tot und so muss er das Familienunternehmen weiterführen und dies ist nicht gerade gewöhnlich. Denn seit sechs Generationen helfen die Wilders ihren Mitmenschen bei übersinnlichen Problemen. Und genau so eins hat Mrs. Devlin. Ihr Hund hat versucht von einer Brücke zu springen und das ohne ersichtlichen Grund. Ein Hund allein wäre kein Grund für Alan mal genauer hinzusehen, aber in den letzten Jahrzehnten haben insgesamt 60 Hunde hier sozusagen Selbstmord begangen. Beinahe wird Alan auch ein Opfer und anschließend ist klar, was hier gespielt wird. Der Geist der Lady Dunsford beeinflusst mit ihrer großen Trauer die Hunde, so dass sie von der Brücke springen. Allerdings dürfte sie eigentlich gar nicht bei der Brücke sein, denn Geister bleiben nur an dem Ort, an dem sie gestorben sind oder an dem sie begraben wurden. Beides ist hier aber nicht der Fall und der auch der zweite Fall, den Alan angeht, ist mehr als merkwürdig und bringt ihn gleich wieder in Lebensgefahr.

Erwachsene und ältere Jugendliche haben den Geisterjäger John Sinclair und jüngere Kinder die Abenteuer seines Neffen Johnny Sinclair. Die Lücke dazwischen schließt nun Alan C. Wilder, wobei er durchaus mehr für jüngere Leser etwas ist.
Patrick Wirbeleit, Autor von Kiste und anderen Kinderbüchern und -comics, und Ulf K., unter anderem Zeichner von Die neuen Abenteuer von Vater und Sohn haben sich zusammengetan und ihren Geisterjäger aus der Taufe gehoben. Das große Vorbild ist klar: John Sinclair, dessen Autoren Helmut Rellergerd Patrick Wirbeleit zu Beginn dafür dankt, ihm das Lesen und Fürchten beigebracht zu haben.
Dann geht es auch gleich los und Alan C. Wilder stürzt sich in sein erster Abenteuer, das äußerst mysteriös und gruselig daherkommt. Dafür ist Patrick Wilbereit in die Archive der London Times hinabgestiegen und hat sich mit allerhand Zeitungsartikeln beschäftigt, die mysteriöse und unheimliche Vorfälle als Inhalt haben. Die titelgebende Brücke steht beispielsweise in Schottland.
Auf dieser Grundlage erzählt er eine spannende Geschichte mit so manchem Schreckmoment. Er nimmt dabei seine Leser ernst und erzählt kindgerecht, aber nicht kindisch. Das tut der Geschichte sehr gut und lässt sie auch für Erwachsene spannend werden.
Die Charaktere führt er hier alle sehr gut ein und Alan C. Wilder ist auf dem ersten Blick sympathisch. Die Nebenfiguren sind dies auch, so weit sie es sollen. Vor allem vom Geist seines Vaters und seinem tierischen Begleiter, dem Affen Lord Peter dürfte in einer Fortsetzung noch so manches zu erwarten sein. Ebenso bleibt so manches Rätsel offen und lässt den Leser gespannt zurück - ganz so wie es beim großen Vorbilder John Sinclair, auch immer wieder der Fall ist. Wer also Lust hat mit seinen Kindern oder selbst eine spannende Gruselgeschichte zu erleben, sollte mit Alan C. Wilder Ermittlungen anstellen.

Ulf K.s Zeichnungen sind recht kantig und wirken manchmal etwas steif, in den richtigen Momenten sind sie es aber glücklicherweise nicht, sondern transportieren die Dynamik einer Szene. Dennoch hätte es hin und wieder etwas mehr sein dürfen. Trotzdem entwickelt der Comic ein gewisses Tempo und zieht einen hinein in die Geschichte. Der etwas einfache Stil passt ganz gut zum Inhalt und mildert ihn etwas ab, wenn es sonst zu gruselig wäre. Bedenkt man, wer die Zielgruppe ist, eben etwas jüngere Leser, dann dürften die Figuren jedoch bestimmt für Begeisterung sorgen. Die Hintergründe sind nicht gerade sehr detailliert, für diese Art der Geschichte und der Präsentation ist das aber auch absolut nicht notwendig. Ulf K. liefert hier insgesamt eine sehr gute Arbeit am Zeichenstift ab.


Fazit

Gruselig, aber nicht zu gruselig, erlebt Alan C. Wilder sein erstes Abenteuer und das macht gleich Lust auf mehr. Patrick Wirbeleit und Ulf K. haben alles richtig gemacht und haben mit Die Brücke der toten Hunde eine spannende Gruselgeschichte für Kinder geschaffen, die auch die Großen unterhalten dürfte.


Pro & Contra

+ kindgerechter Grusel, der auch für Ältere ist
+ passende Zeichnungen
+ Charaktere
+ macht neugierig auf mehr

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 19. April 2020
 

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