Mittwoch, 08. Juli 2020

Die neuesten Rezensionen

martinez alice

Black Widow Anthologie – Agentin und Avenger (Warren Ellis, Alex Maleev u.a.)
Geschrieben von Markus
Samstag, der 13. Juni 2020

Verlag: Panini (April 2020)
Gebundene Ausgabe: 324 Seiten; 29 €
ISBN-13: 978-3741616082

Genre: Superhelden


Klappentext

Superspionin und Superheldin

Natasha Romanoff wurde in Russland zur Spionin ausgebildet. Bei ihrem Debüt kämpfte sie sogar gegen Iron Man. Später wechselte Black Widow die Seiten: Sie startete als Superheldin in den USA durch, tat sich mit Daredevil zusammen, wurde eine Agentin von SHIELD und Teil der Avengers. Doch das Streben nach Wiedergutmachung prägt Natashas Leben bis heute …

Dieser Band zeichnet Black Widows Weg von der Schurkin zur Marvel-Heldin nach – mit einsteigerfreundlichen Hintergrundartikeln sowie Comic-Highlights von Stan Lee, John Romita, Gerry Conway, Gene Colan, George Pérez und anderen.


Rezension

Der Black Widow-Film mit Scarlet Johansson in der Hauptrolle steht vor der Tür und so kommt neben einer Flut weiterer Titel über Black Widow auch eine Anthologie heraus, die ihren Weg von ihrem ersten Auftritt als Gegnerin von Iron Man bis zur Heldin nachvollzieht. Die Geschichten überspannen den Zeitraum von 1964 bis 2016.

Crimson Dynamo schlägt wieder zu

Professor Vanko, der ehemalig Crimson Dynamo, arbeitet nun bei Stark Industries und arbeitet an einer Laserwaffe. Die Russen können dies nicht akzeptieren und schicken Black Widow und Boris los, um die Sache zu regeln.
Der erste Auftritt Black Widows ist genau deswegen in der Anthologie. Inhaltlich ist es eine für die Zeit recht einfache Geschichte.

Hüte dich vor … Black Widow!

Black Widow will einen Neustart. Dafür entwirft sie ein neues Kostüm und greift Spider-Man an, um zu testen, was ihn besonders macht, um das dann für sich zu nutzen. Der hat aber selber Probleme, da seine Kräfte anscheinend nachlassen.
Black Widow trägt hier zum ersten Mal ihr heutiges Kostüm. Die Geschichte an sich ist ziemlich abwegig und nicht gerade als gelungen zu bezeichnen.

Der Tod ist eine Frau namens Widow

Daredevil kämpft gegen Owl und versinkt dabei in den Fluten des Flusses. Black Widow rettet ihn und hilft ihm danach im Kampf gegen Owl.
Eine geradeheraus erzählte Geschichte mit viel Action.

Das Geheimnis von Project Vier!/Die Furcht selbst!

Daredevil und Black Widow leben in San Francisco und führen eine Beziehung. Eines Tages geraten sie in große Schwierigkeiten. Auf einmal erfasst die beiden zu ungünstigen Zeitpunkten die pure Angst. Die Panikattacken erscheinen grundlos, bis Matt Murdock dahinter kommt, wer der Verursacher ist: Mr. Fear. Der sollte jedoch schon lange tot sein.
Die Handlung ist spannend und ungewöhnlich für einen Superheldencomic. Der Mann ohne Furcht ist dabei das ideale Opfer. Gerne hätten es mehr Seiten sein dürfen.

Auf offener Straße!/ Wer hoch hinaus will … /Die Frau, die niemals lebte!

Black Widow hat das Gedächtnis verloren und hält sich für die Grundschullehrerin Nancy Rushman. Eines Abends wird sie überfallen und Spider-Man rettet sie und offenbart ihr, wer sie wirklich ist. Fortan kämpfen die beiden Seiten in ihr miteinander. Um die Situation zu verkomplizieren, will Nick Fury sie unbedingt in seiner Gewalt haben, denn sie war auf einer Mission, als sie sich plötzlich nicht mehr meldete und verschwand. Nun existieren Zweifel an ihrer Loyalität. Als das ist bald nicht mehr wichtig, als Viper ihren Auftritt hat und mit Hilfe eines Helicarriers den Präsidenten töten will.
Die Geschichte von Chris Claremont ist für die Zeit gut geschrieben und durchdacht und hat ausreichend Raum sich zu entfalten, auch wenn so einiges nicht ganz rund ist. Spannend ist das Geschehen auf jeden Fall.

Ich habe das Jo-Jo … Du hast die Schnur

Black Widow bekommt einen Auftrag. Sie soll nach Kenia reisen und dort Waffenschmuggel unterbinden und Irma Klausvichnova töten. Am Ende muss sie feststellen, dass nicht nur ein doppeltes Spiel gespielt wurde.
Der Comic Code ließ nur wenig zu, Schwarz-Weiß-Magazine brauchten allerdings das Siegel nicht und die Bizarre Adventures aus dem diese Geschichte stammt, folgten genau diesem Weg und durften deswegen härter und dreckiger ausfallen. Dieser Ausflug Black Widows in die Welt der Spionage ganz ohne Superhelden ist ein düsterer Blick auf das schmutzige Geschäft, dem sie nachgeht, an dessen Ende es eigentlich immer nur Verlierer gibt. Optisch ist das großartig von Paul Gulacy umgesetzt, der den ein oder anderen Schauspieler für seine Charaktere als Vorbilder genommen hat.

Widow

General Sam Sawyer will Black Widow unbedingt für eine Mission und unterzieht sie einem Test. Nick Fury ist dagegen und erzählt die Lebensgeschichte von Natasha, um zu verhindern, dass sie einen Auftrag annimmt, der ihr zu viel abverlangen könnte.
Widow dient dazu einen Überblick über Black Widows bisherige Geschichte zu geben. Dies geschieht kurz, knapp und dennoch ausführlich, ansonsten hat dieser Auftakt zu der eigentlichen Geschichte nichts zu bieten. Trotzdem ist sie interessant und lesenswert.

Tödlicher Wahnsinn Teil 1: Unerwünscht

Black Widow wird beauftragt eine Biowaffe in Rhapastan sicher zu stellen. Dort trifft sie auf Elena Belova.
Der starke Auftakt der Geschichte, die aber besser im Ganzen gelesen wird. Die Möglichkeit gibt es in dem Black Widow-Band Tödliche Schwestern.

Heimkehr Teil 1

Mehrere ehemalige russische Agentinnen werden umgebracht. Auf Black Widow, die eigentlich im Ruhestand ist, wird ein Anschlag verübt, bei dem sie ihren Angreifer tötet. Anschließend wendet sie sich an Phil Dexter, mit dem sie quer durch das Land reist, unterwegs rettet sie eine junge Frau, vor zwei Truckern, die diese vergewaltigen wollen.
Wie bei solchen Anthologien leider immer der Fall, ist leider nur der erste Teil dieser Reihe enthalten. Der macht allerdings neugierig auf den Rest. Bill Sienkiewicz liefert ausgezeichnete künstlerische Arbeit ab, auch wenn sein Stil vermutlich nicht jedem gefallen dürfte.

Einkreisen

Die Secret Avengers werden im Einsatz alle bis auf Natasha Romanoff getötet. Sie kann durch die Zeit entkommen. Ihr erster Plan kurz vor der Katastrophe wieder aufzutauchen und sie zu verhindern, indem sie alle Gegner tötet, ist nicht möglich. Also braucht sie einen neuen Plan. Den hat sie schnell gefasst, aber dafür muss sie weiter durch die Zeit reisen und mit verschiedenen Menschen sprechen und zusammenarbeiten.
Warren Ellis spielt mit dem Zeitreisemotiv und verwickelt sich nicht komplett darin, wie es sonst oft geschieht. Der Ausgang der Geschichte ist klar, aber sie ist trotzdem sehr gut. Das liegt auch an der optischen Gestaltung von Alex Maleev, der sich unter anderem für eine kurze Sequenz an den alten Schwarz-Weiß-Comicstrips wie Modesty Blaise orientiert. Einkreisen ist rundum gelungen und glücklicherweise abgeschlossen.

Jäger

Black Widow bringt in Russland einen Agenten zur Strecke und muss dafür so tun, als wäre sie die Beute.
2014 gab es eine neue Serie über Black Widow. Davor erschien dieser Prolog, der Black Widows Motivation gut zum Ausdruck brachte.

Raison d´etre

Black Widow will für ihre Taten Buße tun und nimmt dafür jede Menge bezahlte Jobs an. Ihr neuester führt sie nach Dubai. Den führt sie auf ihre ungewöhnliche Art durch.
Nathan Edmondson weiß bei der Handlung zu überraschen und holt das Beste aus einer eigentlich bekannten Handlung heraus.

Ohne Titel

Im Auftrag von Weeping Lion soll Black Widow etwas aus den Ruinen des Red Rooms holen. Die Reise zu ihren Ursprüngen ruft Erinnerungen hervor.
Mark Waid und Chris Samnee geben einen weiteren Einblick in Natashas Ausbildung.

Neben den Comics sind wieder viele Artikel zu Black Widow, ihren Feinden und Freunden enthalten. Zu den Comics gibt es immer eine Einführung.


Fazit

Die exklusive für den deutschen Markt zusammengestellte Anthologie zeigt viele Facetten von Black Widow und hat vor allem den Vorteil gegenüber anderen Anthologien, dass die meisten Geschichten für sich stehen können. Für Black Widow-Fans mit Sicherheit ein Pflichtkauf.


Pro & Contra

+ viele abgeschlossene Geschichten
+ Black Widows verschiedene Facetten kommen zum Vorschein
+ überwiegend gute Zeichnungen

- ältere Geschichten sind eher schwächer

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Black Widow:

Rezension zu Black Widow Bd.2
Rezension zu Black Widow Bd.3
Rezension zu Black Widow Bd.2 (2016)
Rezension zu Black Widow – Dunkle Rache
Rezension zu Black Widow – Tödliche Schwestern

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 13. Juni 2020
 

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