Marsupilami Bd.19 – Mister Xing Yun (Batem/ Colman)

Verlag: Carlsen; (April 2020)
Softcover: 56 Seiten; 10 €
ISBN-13: 978-3551784049

Genre: Humor


Klappentext

Huba Huba!

Mister Xing Yun leidet unter einem schrecklichen Fluch: Er wird vom Pech verfolgt! Nachdem er alles ausprobiert hat und dem Verzweifeln nahe ist, verrät ihm ein ehrwürdiger Mönch ein Geheimnis: Auf der anderen Seite der Welt gibt es ein fleckiges gelbes Wesen, dessen Haare die effektivsten Glücksbringer sind. Und so bricht Mister Xing Yun nach Palumbien auf, um das mysteriöse Wundertier namens Marsupilami zu finden und ihm einige dieser kostbaren Haare zu entreißen...


Rezension

Xing Yun hat Pech, schon immer. Das Pech haftet an ihm wie Teer und er kann ihm einfach nicht entkommen. Ständig ist er auf der Suche, um seinen Fluch aufzuheben. Bis er endlich einem Mönch begegnet, der ihm eine Lösung aufzeigt. Die Haare eines Marsupilamis sollen Glück bringen. Deswegen reist Xing Yun nach Palumbien. Aber um ein Marsupilami zu finden, braucht man viel Glück.
Gleichzeitig geht der Streit der Chahutas mit den Supadeppen um ihr Land weiter und das Marsupilami ist immer noch bei seinem Treffen mit anderen seiner Art.

Colman ist als Autor des Marsupilamis ein bisschen eine Wundertüte. Neben wirklich hervorragenden Alben wie Sternenherz oder Santa Calamidad, hat er auch das gerade so durchschnittliche Operation Attila geschrieben. Teilweise fehlt es ihm an einer wirklichen Handlung, was er meistens mit seinem Humor wett machen kann. Wie sieht es nun bei Mister Xing Yun aus?
Die Grundidee ist wirklich gut und auch die Motivation des armen geplagten Mannes, ist mehr als nachvollziehbar und doch will der Funke nicht so richtig überspringen. Der Humor stimmt zwar nach wie vor und Kinder werden ihre helle Freude haben, ebenso wie Erwachsene genug zu lachen finden, z.B. wenn ein Kloster Bruce Lee auftaucht und die Supadeppen nur deswegen kein Land besitzen, weil sie es gegen nutzlose Smartphones eingetauscht haben, aber es gibt einen großen Schwachpunkt und das ist die Handlung. Und bei der gibt es gleich aus verschiedenen Gründen Probleme. Colman erzählt nämlich genau genommen nicht eine, sondern gleich drei Geschichten und setzt seine Geschichte aus Geheimnisvolles Palumbien fort.
Wer also Band 17 von Carlsen oder den direkten französischen Vorgänger nicht kennt, wird sich zumindest wundern, woher plötzlich die ganzen Marsupilamiarten kommen und warum die Supadeppen im Dorf der Chahutas sind. Dies wird zwar mit augenzwinkernden Humor im Text zusammengefasst, ist aber das erste, was etwas stört. Viel schwerwiegender ist aber, dass dadurch, das drei Geschichten erzählt werden, keine von ihnen ausreichend im Fokus steht. Zudem schafft es Colman nicht, alle drei Handlungsstränge gut miteinander zu verknüpfen, was aber dringend notwendig wäre und so läuft im Prinzip alles aneinander vorbei. Hier wäre Colman als Autor besser beraten gewesen, jeder der Handlungen einen eigenständigen Comic zu spendieren, in dem er sich der jeweiligen Geschichte richtig und mit ausreichend Raum hätte widmen können. So bleibt das alles leider etwas Stückwerk. Immerhin bringt er alle Geschichten zu einem Abschluss, so dass im Nachfolger, der in Frankreich bereits unter dem Namen Bienvenido a Bingo erschienen ist, keine Altlasten bestehen werden. Colman könnte damit neu durchstarten und dann wieder auch einen Comic der den Vergleich mit Sternenherz und Santa Calamidad standhält abliefern. Wenn er seinen Humor und die Gagdichte beibehält und dies mit einer guten und gut erzählten Geschichte verknüpft, dürfte das für Colman kein Problem darstellen.
Auf Mister Xing Yun wird jedoch zunächst mit Die Arche Noah ein früherer Band bei Carlsen erscheinen. Dieser stammt vom Team von Baby Prinz, was die Vorfreude auf ihn durchaus steigert.

Batem ist natürlich eine Bank. Er hat das Marsupilami buchstäblich seit Jahrzehnten gezeichnet und kennt es in- und auswendig. Bei seiner Gestaltung und der des Urwalds und seiner Bewohner unterläuft ihm nicht der geringste Fehler. Mister Xing Yun hat einen großen Anteil Slapstick beim Humor und Batem nutzt die Gelegenheit sich bei den Zeichnungen auszutoben und immer wieder Details im Hintergrund oder beiläufig zu verstecken, die den Spaß an ihnen nur größer macht.

Als kleinen Bonus gibt es die Bleistiftzeichnung des entsprechenden Spirou-Covers.


Fazit

Mister Xing Yun leidet darunter, dass der Band nicht auf ihn und damit auf die witzige Idee seines Leidens fokussiert ist, sonder er sich den Platz mit den Chahutas, den Supadeppen und den anderen Marsupilamis teilen muss. Alles wirkt etwas zusammenhanglos. Lustig ist es trotzdem.


Pro & Contra

+ lustig
+ gute Zeichnungen

- drei Geschichten, statt Konzentration auf eine
- wirkt etwas zusammenhanglos

Bewertung:

Handlung: 2,5
Charaktere: 3,5/5
Zeichnungen: 4/5
Humor: 4/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5


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