Batman: Der letzte Kreuzzug (Brian Azzarello, Frank Miller, John Romita Jr.)

Verlag: Panini (August 2020)
Gebundene Ausgabe: 68 Seiten; 15 €
ISBN-13: 978-3741620423

Genre: Superhelden


Klappentext

Die Vorgeschichte des Klassikers Die Rückkehr des Dunklen Ritters

Batman und Robin wachen als Dynamisches Duo über Gotham City. Doch der geisteskranke Joker, der in der Irrenanstalt Arkham Asylum einsitzt, wird die Welt des Dunklen Ritters und des Wunderknaben schon bald erschüttern. Dies ist die brutale Geschichte von Batmans letztem Abenteuer vor seinem Ruhestand, den er erst viele Jahre später in einer düsteren Zukunft beenden sollte …

Der Prolog zum Meisterwerk BATMAN: DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN RITTERS, inszeniert von den Comic-Könnern Frank Miller (BATMAN: DAS ERSTE JAHR, Sin City), Brian Azzarello (BATMAN: DAMNED, 100 BULLLETS) und John Romita Jr. (SUPERMAN: DAS ERSTE JAHR, Kick-Ass).


Rezension

Batman und Robin wachen über Gotham. In der letzten Zeit fällt dies Batman in so mancher Hinsicht immer schwerer. Sein Körper will nicht mehr so wie früher. Er spürt immer mehr Schmerzen und ist erschöpft und er ist ebenso seelisch ausgebrannt und denkt über das Aufhören nach, um mit Selina Kyle ein gemeinsames Leben anzufangen. Zwischen ihm und einer anderen Zukunft steht aber, dass Jason Todd als Robin es viel zu sehr genießt, sich zu prügeln und Verbrecher mit größtmöglicher Gewalt zur Strecke zu bringen. Er überschätzt sich, riskiert zu viel und ist zu rücksichtslos. Bruce Wayne zweifelt daran, ob er bereit ist, Batman zu werden.
Als der Joker im Arkham Asylum für Chaos sorgt und Poison Ivy gemeinsam mit Killer Croc außerhalb Verbrechen begeht, ist klar, dass diese Reise kein gutes Ende nehmen kann.

Als 1986 Frank Millers Dark Knight Returns erschien, war er etwas ganz neues und hatte großen Einfluss darauf, wie Superhelden fortan gesehen und geschrieben wurden. Plötzlich wurden die Superhelden erwachsen und düster. Die Rückkehr des Dunklen Ritters war innovativ, schlug um sich, war Satire und Kritik und hatte etwas zu sagen. Darauf folgt die eher schwache Fortsetzung, die Frank Miller allein verantwortete, bevor dann von 2015 bis 2017 eine dritte Miniserie folgte, die Frank Miller gemeinsam mit Brian Azzarello schrieb. Im Zuge dieser Miniserie erschien Der letzte Kreuzzug als Begleitband. Brian Azzarello und Frank Miller erzählen hier das letzte Abenteuer bevor Batman in den Ruhestand ging. Aber kann es auch mit dem Ursprungswerk mithalten?

Die Antwort ist leider nein, denn Der letzte Kreuzzug hat nichts innovatives oder ungewöhnliches zu bieten. Batmans körperlicher Verschleiß war bereits zuvor Thema von Geschichten und Jason Todds Hang zur Gewalt ebenso. Und wer den Klassiker Ein Tod in der Familie kennt, wird sowieso wissen, wie diese Geschichte ausgehen muss. Brian Azzarello und Frank Miller bedienen sich vieler bekannter Versatzstücke und variieren nur eine altbekannte Geschichte. Ebenso schaffen sie es nicht Der letzte Kreuzzug zwingend mit Die Rückkehr des Dunklen Ritters zu verbinden oder seinen Vorgängern etwas hinzuzufügen und einen neuen Aspekt der düsteren Welt des Dunklen Ritters zu zeigen. Der Band könnte für sich alleine stehen und ebenso für andere Erzählungen den Prolog bilden. Es bleibt also viel Potenzial liegen, denn Möglichkeiten die Geschichte neu und anders zu erzählen, hätte es ohne Probleme gegeben. So ist Der letzte Kreuzzug in Hinsicht auf Frank Millers Klassiker eine vergebene Chance.

Es ist aber nicht alles schlecht, nur dem Vergleich mit dem Werk aus den achtzigern Jahren kann der Comic nicht standhalten. Es gibt sogar einige positive Aspekte. Brian Azzarello und Frank Miller verzichten darauf, ein ganz großes grelles Spektakel abzuliefern, sondern konzentrieren sich auf die dunklen und düsteren Aspekte Batmans. Dadurch wirkt alles etwas realer und bedrohlicher. Bruce Wayne wirkt wahrhaft erschöpft und der Joker ist schlussendlich mal wieder richtig angsteinflößend und nicht einfach ein greller Wahnsinniger. Ebenso ist die Idee die Handlung durch Trash-TV-Moderatoren kommentieren zu lassen, sehr gut und einer der wenigen Verweise auf Die Rückkehr des Dunklen Ritters.

John Romita Jr. hat Brian Azzarellos und Frank Millers Geschichte in klare Bilder umgesetzt, bei denen sich er an Frank Millers Stil etwas orientiert. Die Brutalität und Wucht in seinen Bildern hätte man sich auch für die Handlung gewünscht Seine Zeichnungen sind bedeutend fieser als der Inhalt und sein Joker ist nicht einfach wahnsinnig - die Ruhe die er ausstrahlt, zeigt das pure Chaos in ihm perfekt.

Einziges Bonusmaterial sind die Variantcover des Comics.


Fazit

Batman: Der letzte Kreuzzug enttäuscht als Prolog für Die Rückkehr des Dunklen Ritters. Für sich betrachtet ist er aber eine gut erzählte Batmangeschichte, die vor allem von ein paar guten Einfällen und den Zeichnungen von John Romita Jr. lebt.


Pro & Contra

+ gute Zeichnungen von John Romita Jr.
+ Fernsehmoderatoren

- erweitert die Ursprungsgeschichte nicht
- variiert alte Geschichten
- Satire und Kritik fehlen größtenteils

Bewertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5


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