Chaplin – Ein Leben für den Film (Bernard Swysen, Bruno Bazile)

Verlag: Panini (Juli 2020)
Gebundene Ausgabe: 88 Seiten; 20 €
ISBN-13: 978-3741619519

Genre: Biographie


Klappentext

Jeder kennt Charlie Chaplin als den vielleicht größten Komiker aller Zeiten. In seiner Paraderolle als Tramp, in zu großer Hose, riesigen Schuhe, zu enger Jacke, kleinem Hut, mit Spazierstock und dem charakteristischen Bart, prägte er das Filmgenre und ist einem Millionenpublikum bis heute bekannt.

Doch wer weiß, dass er Engländer war, dass er in ärmliche Verhältnisse hineingeboren wurde und erst in Amerika durch seine eigene Arbeit erfolgreich und reich geworden ist? Wer kann sich daran erinnern, dass er in der McCarthy-Ära aus den USA fliehen musste und dass er die erste Film-Produktionsfirma gegründet hat, die von Künstlern selbst geleitet wurde?

Dieser Band, in Form eines gezeichneten Biopics, bietet einen neuen, humor- und liebevollen Blick auf eine der größten Leinwandlegenden und zeigt in beeindruckenden Bildern den Künstler, das Genie, vor allem aber den Menschen Charlie Chaplin.


Rezension

Am 16. April 1889 wird Charles Chaplin in ärmliche Verhältnisse geboren. Er verlebt eine harte Kindheit. Der Vater verlässt die Familie früh und die Mutter erkrankt an Syphilis und leidet an Depressionen. So sind Charles und sein Bruder Sydney häufig auf sich selbst gestellt. Trotzdem können sie sich durchschlagen und schaffen es schließlich, am Theater Engagements zu bekommen. Nach Jahren der Theaterauftritte bietet sich Charles die Gelegenheit ins Filmgeschäft einzusteigen. Ab da ist sein Aufstieg unaufhaltsam und er wird zum größten Komiker der Stummfilmära. Sein Leben ist jedoch nicht nur von glücklichen Momenten erfüllt. Immer wieder scheitern seine Beziehungen zu Frauen, bevor er die Richtige findet und während der McCarthy-Ära wird ihm das Leben schwer gemacht. Erst spät erhält er in den USA erneut die Anerkennung, die er verdient.

Charles Chaplin war unumstritten einer der wichtigsten Komiker des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Filme sind unvergessen. Insbesondere Der große Diktator, mit dem er Hitler bloßstellte, war ein absolutes Meisterwerk und hat leider von seiner Aktualität nichts verloren. Die von ihm erschaffene Kunstfigur des Tramps kennt so gut wie jeder, den Menschen dahinter allerdings kaum jemand.
Dabei ist seine Lebensgeschichte hochinteressant mit vielen Höhen und Tiefen. Dieser abwechslungsreichen Biographie widmen sich Bernard Swysen und Bruno Bazile in Chaplin – Ein Leben für den Film und sie müssen sehr viel Stoff unterbringen. Denn sie haben sich die Aufgabe gestellt, sein gesamtes Leben abzubilden. Eine Aufgabe die Bernard Swysen als Autor zwar gut löst, der Leser bekommt tatsächlich einen Überblick über Charlie Chaplins Leben, leider hat Swysen aber nur 69 Comicseiten Platz. Was sich viel anhört, ist bei diesem bewegten Leben zu wenig. Bernard Swysen kann mehr oder weniger die einzelnen Stationen abklappern, richtig in die Tiefe gehen und einen Charlie Chaplin in der Gänze abbilden, kann er dabei nicht. Es gibt zwar Momente in der der Mensch Chaplin durchkommt, nur sind diese nicht so zahlreich, wie es sich der Leser eigentlich wünscht. Deswegen bleibt Swysen hauptsächlich an der Oberfläche. Trotzdem ist Chaplin – Ein Leben für den Film als gelungen zu bezeichnen, denn wer sich einen ersten Überblick über Charlie Chaplin und sein Leben verschaffen will, bekommt dies hier in einer nahezu perfekten Form. Bernard Swysen macht neugierig und weckt das Interesse des Lesers an der Biographie Chaplins und damit dürfte er sein Hauptziel erreicht haben.

Bruno Bazile zeichnet routiniert und legt viel wert darauf, Chaplin gerecht zu werden. Beeindruckend sind seine Bilder nicht unbedingt, aber sie sind wirklich gut und spielen sich nicht in den Vordergrund, was bei einer Biographie wie dieser wichtig ist.

Im Anhang gibt es ein kurzes Porträt und eine komplette Filmographie Chaplins, die mit vielen Fotos versehen sind.


Fazit

Chaplin – Ein Leben für den Film weckt beim Leser das Interesse an der Lebensgeschichte des Komikers. Autor und Zeichner haben damit ihre Aufgabe voll und ganz erfüllt.


Pro & Contra

+ weckt Interesse
+ gute Zeichnungen
+ gibt einen Überblick

0 hätte mehr Seiten gebraucht
0 kann nicht richtig in die Tiefe gehen

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

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