Spirou präsentiert: Zyklotrop – Lady Z (José-Luis Munuera)

Verlag: Carlsen; (März 2020)
Softcover: 64 Seiten; 12,99 €
ISBN-13: 978-3551777065

Genre: Humor


Klappentext

„Endlich ein Comic, der meinem Genie gerecht wird!“

SE EBEL PORTOLKYZ!

Zyklotrop, seines Zeichens überaus boshafter, überaus größenwahnsinniger und überaus ungeschickter Erzfeind von Spirou und Fantasio macht wieder einmal der großen Liebe seines Lebens den Hof, der Wissenschaft. Und erweist sich als überaus... überforderter Erfinder.

Zyklotrop ist ein etwas in die Jahre gekommener Mann wie jeder andere: misogyn, egozentrisch, arbeitssüchtig, ein Genie des Bösen. Bis zu jenem Tag, an dem Lady Z in sein Leben tritt und ihn eine neue Seite seiner Persönlichkeit entdecken lässt!

Es rappelt im Reiche des Z!


Rezension

Zyklotrop hat eine neue Erfindung zu seiner Verfügung: den Klonokopierer. Damit lassen sich Lebewesen klonen, sofern die DNA zur Verfügung steht. Sein neuester Kunde Chrustschow will auf diesem Wege seinen eigenen persönlichen Elvis Presley. Das gelingt auch und Zyklotrop wird bezahlt, muss dann aber sehr schnell verschwinden, denn die Klone haben eine Lebensdauer von zehn Minuten. Somit hat er sich einen Erzfeind geschaffen, der ihn am Liebsten tot sehen will. Das ist jedoch Zyklotrops geringstes Problem, denn er hat auch von sich selbst Klone erschaffen, die ihm bei seiner Arbeit helfen sollen und haltbarer sind. Und diese zeigen zwar jeder eine Facette seiner Persönlichkeit, sind aber nicht gerade mit Intelligenz geschlagen. Nur ein Klon sticht heraus, der neueste: Lady Z. Der einzige weibliche Klon Zyklotrops stürzt in ihn tiefe Verwirrung und bald findet er sich in ihren Armen wieder. Aber spielt sie wirklich fair?

„Wir haben den desaströsen, unerwarteten, gleichwohl vorhersehbaren Schlusspunkt Ihres Crescendos an dummen Ideen beigewohnt, Meister.“
„Und warum hast Du mich nicht davon abgehalten?“

José Luis Munuera hat Zyklotrop in seiner eigenen Reihe auf mehr als eine kuriose und doch alltägliche Herausforderung treffen lassen. Zuerst musste er sich mit seiner Tochter auseinandersetzen, die seitdem immer dabei ist und dann hatte er einen Lehrling. Beide Alben boten großartigen Humor. Nun muss sich Zyklotrop der größten Herausforderung stellen – einer Frau. Und noch dazu eine, die ein Klon von ihm ist.
Wie gewohnt geht Munuera von einer vollkommen verrückten Grundsituation aus, die er dann zu ungeahnten Höhen führt. Zyklotrop sich selbst an die Seite zu stellen und das dazu noch in weiblicher Form ist einfach und genial, denn wer sonst sollte mit ihm mithalten können? Mehr als nur ein satirischer Ansatz des Geschlechterkampfes ergibt sich dadurch und Zyklotrops gewohntes Leben wird ein weiteres Mal kräftig erschüttert. Munuera achtet aber darauf, keine der beiden Seiten wirklich gewinnen zu lassen, sondern lässt die ganze Geschichte versöhnlich enden.
Erneut gelingt es ihm Humor mit einer starken Geschichte zu verbinden, die nicht nur Mann und Frau und Größenwahn aufs Korn nimmt, sondern ebenso am Rande das Musikgeschäft und seine großen Stars.
Die Momente, in denen er seinen Humor voll ausspielen kann, sind zahlreich. Seien es die vielen unterschiedlichen Klone Zyklotrops oder mehr oder minder versteckte Anspielungen auf Ereignisse und Persönlichkeiten, Munuera zieht alle Register des Humors von Slapstick bis Satire und bleibt dabei für alle Altersgruppen lesbar.
Lady Z macht einfach Spaß und die Reihe über Spirous Erzfeind zeigt noch lange keine Abnutzungserscheinungen und wenn José Luis Munuera nicht die Ideen ausgehen, wird das vermutlich noch sehr lange so bleiben.

„Dann sind sie ja ein Betrüger, Meister!
„Danke Fredorg! Meine Persönlichkeit ist ebenso komplex wie faszinierend.“

Munuera ist auch bei den Zeichnungen wieder hervorragend. Mit viel Witz und Liebe zum Detail hat er Zyklotrops Abenteuer gestaltet und es ist erneut kaum zu entscheiden, was witziger ist, Bild oder Dialoge, denn beides ist für sich unheimlich gut, doch zusammen noch besser. Auf die zur Reihe gehörende ausklappbare Doppelseite muss der Leser ebenso nicht verzichten und sie erfüllt die Erwartungen voll und ganz.


Fazit

Klone, eine starke Frau, Chaos und Zyklotrop mittendrin. José Luis Munuera hat ganz offensichtlich unheimlich viel Spaß beim Schreiben von Zyklotrops Abenteuern und den hat auch der Leser. Zyklotrop ist eine der besten humoristischen Serien und ein absoluter Pflichtkauf, für Leser die gerne lachen und dabei das Gehirn nicht ganz ausschalten wollen.


Pro & Contra

Fredorg und seine Kommentare
frische Ideen
Zyklotrop ist so genial wie tollpatschig
clever geschrieben und witzig

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Humor: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/ Leistung: 5/5


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