Das Dunkle Multiversum: Die Chronik der Finsternis (Scott Snyder, Tim Seeley u.a.)

Verlag: Panini (August 2020)
Softcover: 268 Seiten; 27 €
ISBN-13 : 978-3741620522

Genre: Superhelden


Klappentext

Finstere Legenden

In der verzerrten Realität des Dunklen Multiversums verlaufen auch die größten Ereignisse der DC-Historie anders: der Sturz des Dunklen Ritters, der Tod von Superman, die Blackest Night, die Infinite Crisis und die Saga um den Judas-Auftrag. Hier dauert Azraels Gewaltherrschaft über Gotham weiterhin an, Lois Lane hasst die Welt ohne ihren Stählernen, Blue Beetle verändert den Lauf der Dinge, die Titans werden vom Schicksal eingeholt und die Dunkelste Nacht endet niemals.

Fünf finstere Neuinterpretationen großer DC-Meilensteine, inszeniert von Scott Snyder (BATMAN), Kyle Higgins (NIGHTWING), Brad Walker (AQUAMAN), Aaron Lopresti (WONDER WOMAN) und anderen.


Rezension

Das Dunkle Multiversum wurde erst vor Kurzem bei DC eingeführt. Von hier stammt der Batman, der lacht, ein Batman, der vom Jokergift in den Wahnsinn getrieben wurde. In diesem Dunklen Multiversum haben sich all die Meilensteine des DC-Universums ebenfalls ereignet, nur eben auf einer sehr verzerrten und verdrehten Art und Weise. Die Albträume der Helden werden hier Wirklichkeit. Scott Snyder, Tim Seeley und andere Autoren haben ein paar der wichtigsten Ereignisse DCs genommen und erzählen sie für das Dunkle Universum neu. Damit jeder Leser die Unterschiede erkennt, fasst am Anfang jeder Geschichte Tempus Fuginaut die Ereignisse, wie sie eigentlich abgelaufen sind, zusammen.

Knightfall – Der Sturz des Dunklen Ritters

Vor dreißig Jahren brach Bane Batman das Rückgrat. Azrael übernahm damals das Kostüm und trägt es seitdem. Bane hat er getötet und eine religiöse Schreckensherrschaft aufgebaut. Bruce Wayne hat er aber noch ein schrecklicheres Schicksal zugedacht. Eines Tages kommt Banes Sohn zu Bruce und bietet ihm an, ihn zu befreien und die Möglichkeit zu geben, Azrael zu stoppen. Bruce Wayne nimmt das Angebot an. Aber wird dadurch alles besser?
Knightfall ist ein rasanter und vor allem sehr düsterer Einstieg in den Band, der den Ton für das Folgende vorgibt. So hoffnungslos wie in dieser Variante von Knightfall war Gotham City wohl noch nie. Scott Snyder und Kyle Higgins interpretieren die Handlung auf spannende Art neu.

Der Tod von Superman

Superman ist in den Armen von Lois Lane gestorben. In ihrer Trauer alleine, ist sie angeekelt von all den Reden und Lobhudeleien und wie sehr die Menschen das Vermächtnis Supermans mit Füßen treten. Zorn und Schmerz nehmen schließlich überhand und sie willigt ein zum Eradicator zu werden. Als solcher beschließt sie, Supermans Kampf zu beenden und geht mit ungeahnter Brutalität gegen jeden vor, der Leid zu verantworten hat.
Wie geht man mit dem Schmerz des Verlustes einer geliebten Person um? Während Lois Lane im Original trauert, packt sie hier unbändige Wut und der lässt sie freien Lauf. Jeff Loveness hat Lois Lanes Amoklauf geschrieben und erzählt eine Geschichte von Trauer und Zorn.

Blackest Night

Das Black Lantern Corps beherrscht das Universum, da Sinestro die Macht der White Lantern nicht teilen wollte. Aber eine Hoffnung gibt es noch. Dove ist auf der Erde und wird von Lobo beschützt. Sie scheint der Schlüssel zum Sieg für das Leben zu sein. Aber kann Sinestro dieses Mal die richtige Entscheidung treffen.
Tim Seeleys Variation von Blackest Night hat mit dem Präsi einen Charakter zu bieten, den man nicht mehr allzu häufig sieht. Bei Tim Seeley spielt er sogar eine wichtige Rolle bei einem unerwarteten Ende.

Infinite Crisis

Die Infinite Crisis begann, als Blue Beetle von Maxwell Lord getötet wurde. Im Dunklen Mutliversum kann Blue Beetle Lord töten und übernimmt seine Organisation, um das Schlimmste zu verhindern. Aus dem Helden aus der zweiten Reihe wird der mächtigste Mann der Erde und der ist bald der Überzeugung, nur sein Weg könne Leid und Ungerechtigkeit beseitigen.
Blue Beetle ist nie ein wirklich wichtiger Superheld gewesen, weshalb er vermutlich zur Auslösung der Infinite Crisis benutzt wurde. Hier darf er überleben und James Tynion IV erzählt eine spannende Geschichte, bedient dabei aber altbekanntes.

Der Judas-Auftrag

Terra spioniert im Auftrag Slade Wilsons die Teen Titans aus. Als der sie zu sehr unter Druck setzt, verliert sie die Kontrolle über sich und geht auf ihren ganz eigenen Feldzug.
Kyle Higgins und Matt Groom erzählen ihre Variante des Judas-Auftrages schnell und rasant. Die Figuren bleiben dabei nicht auf der Strecke. Der Judas-Auftrag kann aber leider nicht mit den ersten drei Geschichten mithalten, da hier nichts überraschendes passiert. Die Geschichte verläuft so, wie eine dunkle Variante der Handlung eben zu erwarten ist.

Die Zeichnungen sind durchweg richtig gut. Sie passen zur jeweiligen Geschichte und können durch ihre Farbgebung die richtigen Stimmungen setzen. Sie passen alle zum Dunklen Multiversum. Nur Der Judas-Auftrag ist etwas zu hell geraten.


Fazit

Das Dunkle Multiversum ist ein Ort nahezu ohne Hoffnung und dies zeigt Die Chronik der Finsternis in fünf düsteren Varianten von Geschichten, die im DC-Universum Klassiker sind. Dunkler dürfte es im DC-Universum selten gewesen sein.


Pro & Contra

+ Knightfall ist konsequent und überraschend
+ überaus passende Zeichnungen

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5

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