Conan – Der Schlangenkrieg (Jim Zub, Scot Eaton u.a.)

Verlag: Panini (August 2020)
Softcover: 140 Seiten; 17 €
ISBN-13 : 978-3741619236

Genre: Abenteuer/ Superhelden/ Action


Klappentext

Helden aus Zeit und Raum

In verschiedenen Welten und Zeiten vereinen der barbarische Abenteurer Conan, die Kriegerin Dark Agnes, der Schwertkämpfer Solomon Kane und der Superheld Moon Knight ihre Kräfte. Ihr gemeinsamer Gegner? Der böse Schlangengott Set und seine fanatischen Anhänger: ein uraltes Übel, das sich durch Zeit und Raum windet …
Die komplette Crossover-Saga in einem Band, inszeniert von Jim Zub (SAVAGE SWORD OF CONAN, AVENGERS), Scot Eaton (X-MEN), Stephen Segovia (WONDER WOMAN) und anderen. Inklusive der klassischen Vorgeschichte von den Marvel-Legenden Roy Thomas, Gerry Conway und Gil Kane!


Rezension

Conan ist seit einiger Zeit wieder zurück in der Comiclandschaft und mehr als je zuvor präsent. Kein Wunder also, wenn Marvel ihn für ein groß angelegtes Crossover mit anderen Figuren Robert E. Howards und dem eigenen Superhelden Moon Knight nutzt. In Der Schlangenkrieg liegt dies gemeinsam mit einer Geschichte aus den 70ern, die praktisch der direkte Vorläufer ist, gebündelt vor.

Das Tal des Höllenwurms

Der Held Niord lebt in einer längst vergangenen Zeit. Nach einem Kampf mit den Pikten schließt sein Stamm mit ihnen Frieden und Niord findet einen Freund in Gorm. Durch ihn erfährt er von dem Tal des Höllenwurms. Die Geschichten um dieses Tal tut Niord als Legenden ab, als aber ein Teil seines Stammes dort ausgelöscht wird, zieht er in den Kampf.
R.E. Howards Geschichte wird von Roy Thomas, Gerry Conway und Gil Kane gekonnt umgesetzt. Sie erzählen spannend und mit gut ausgearbeiteten Charakteren. Gil Kanes Zeichnungen sind zwar sichtbar älter, aber dafür unheimlich gut und detailliert.

Der Schlangenkrieg

James Allison hat viele Leben als Held gelebt, unter anderem erschlug er als Niord den Höllenwurm Satha, auch Set genannt. Nun kurz vor seinem Tode muss er sich erneut Set stellen und hat einen übernatürlichen Berater an seiner Seite, der ihn dazu antreibt, Set zu vernichten. Zu schwach um selbst zu kämpfen, versammelt James Krieger aus allen Zeiten und Welten, die für ihn in den Kampf ziehen sollen. Niemand geringeres als Conan, Dark Agnes, Solomon Kane und Moon Knight stellen sich dieser gefährlichen Aufgabe. In zwei Teams, Conan und Dark Agnes und Solomon Kane und Moon Knight, versuchen sie auf zwei Zeitebenen Set aufzuhalten und ziehen dabei eine blutige Schneise durch seine Anhänger. Immer wieder fällt auf ihrer Jagd der Name Wyrm, von dem sie nicht die Bedeutung kennen.

Jim Zub hat bei Dungeons & Dragons hervorragende Arbeit geleistet und mit der Heldengruppe um Minsk und Boo eine Truppe geschaffen, der man gerne und mit einem breiten Grinsen folgt. Nun widmet er sich einer anderen bekannten Welt, die zudem ein literarisches Schwergewicht ist. Er begibt sich in die Welt von Robert E. Howard und seiner Helden Conan, Solomon Kane und Dark Agnes. Auch wenn Dark Agnes eher unbekannt ist, kennen die meisten Menschen Solomon Kane und erst recht Conan, der zweimal von Arnold Schwarzenegger und ein Mal von Jason Momoa auf der großen Leinwand verkörpert wurde. Zu ihnen stößt aus dem Maveluniversum Moon Knight. Auch er dürfte für viele eher unbekannt sein, ist jedoch vermutlich der einzige Superheld Marvels, der zu der Gruppe passt, hat er doch mythologische Wurzeln und ist ein düsterer Antiheld, der vor nichts zurückschreckt und dabei auf Nahkampfwaffen setzt.
Die Voraussetzungen sind also eigentlich gut. Jim Zub kann auf eine Originalgeschichte Howards zurückgreifen, zu der er Bezüge herstellt und hat drei geradezu legendäre Figuren zu seiner Verfügung.
Wie bereits zuvor bei Dungeons & Dragons erzählt Jim Zub gekonnt eine relativ einfache Geschichte, die sich, ohne sich großartig mit etwas anderem aufzuhalten, schnell entwickelt und voranschreitet. Der Twist am Ende ist leider relativ früh vorhersehbar und das nimmt leider etwas die Spannung. Es reicht aber, um den Leser bei der Stange zu halten.
Die große Stärke von Zub waren bei den Geschichten über Minsk und seine Freunde die Beziehungen untereinander und der daraus resultierende Humor, der dafür sorgte, dass der Leser sehr gut unterhalten wurde. Und gerade dieser Wortwitz fehlt hier größtenteils. Zub stellt die Teams zwar passend zusammen und hat damit alle Möglichkeiten für schlagfertige Dialoge, aber er lässt die meisten Gelegenheiten aus. Deswegen ist das Abenteuer recht trocken und wenig unterhaltend. Für Jim Zub ist es ungewohnt schwach, vielleicht waren die Erwartungen auch einfach zu hoch, nach den tollen D&D-Geschichten.

Die Zeichnungen verbreiten genau die richtige Atmosphäre für ein solches Crossover. Düster und kompromisslos werden die einzelnen Actionszenen inszeniert und die Emotionen finden sich in Gesichtern und Posen wieder. Generell sind die Zeichnungen durchaus detailreich und immer wieder auf ein paar wenigen einzelnen Seiten sogar beeindruckend.


Fazit

Der Schlangenkrieg von Jim Zub erzählt ein seltsam unaufgeregtes Abenteuer gekonnt und routiniert. Die Chemie zwischen den Charakteren stimmt leider nie richtig, so dass die Geschichte nach dem Lesen praktisch fast schon wieder vergessen ist.


Pro & Contra

+ Howards Helden gemeinsam auf der Jagd
+ Conans Welt wird gut umgesetzt

0 routiniert aber nicht übermäßig interessant erzählt

- wenig Spannung
- Jim Zub schafft es nicht das Potenzial der Teams zu nutzen

Bewertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 2,5/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5


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