Conan Bd.8 – Der schwarze Kreis (Sylvain Runberg, Park Jae Kwang, Hiroyuki Ooshima)

Verlag: Splitter (Juli 2020)
Gebundene Ausgabe: 72 Seiten; 16 €
ISBN-13 : 978-3962192099

Genre: Abenteuer/ Fantasy


Klappentext

„Verhalte dich ruhig!
Tot nützt du mir nichts..
Aber ich rate dir, mich nicht zu erzürnen, indem du zu fliehen versuchst!“


Rezension

Conan ist der Anführer eines afghulischen Heeres. Er steht den Soldaten aus Kshatriya gegenüber. Und deren Statthalter, Chunder Shan, ordnet an, sieben von Conans Männern zu entführen. Dieser will sich das nicht gefallen lassen und geht nach Peshkhauri, um seine Männer zu befreien. Das gelingt nicht, aber er entführt Devi Yasmina, die die neue Königin des Landes ist, da ihr Bruder ermordet wurde. Die Schuldigen sind die Schwarzen Seher vom Berg Yimsha. Mächtige Magier, die tun was, was sie wollen. Und genau die soll Conan für sie töten. Nur will der das eigentlich nicht und der Weg dorthin ist voller Gefahren, nicht zuletzt deswegen, weil sich Conan und Yasmina viele Feinde machen und viele Überraschungen auf sie warten.

Das neueste Comicabenteuer Conans von Sylvain Runberg, Park Jae Kwang und Hiroyuki Ooshima kommt äußerst textlastig daher, denn Runberg stand vor der schweren Aufgabe, aus einer ziemlich komplexen Geschichte, einen Comic zu machen, der alles wichtige von Robert E. Howards Vorlage wiedergibt und beinhaltet. Und bei all den Intrigen und Wendungen von Der schwarze Kreis geht dies nicht, ohne in den Texten vieles zu erklären. Das dennoch ein spannender Comic, der teilweise rasant in Szene gesetzt wurde, dabei herausgekommen ist, zeigt wie gut Sylvain Runberg als Szenarist gearbeitet hat. Er hat das Kunststück geschafft, aus dieser von Howard sehr gut durchdachten und konstruierten Geschichte alle wesentlichen Elemente zu nehmen und sie so zu arrangieren, dass jeder Charaktere seine eigenen Züge bekommt und individuell dargestellt wird und gleichzeitig die Geschichte voranzutreiben. Yasmina ist eine gewohnt starke Frau in der Welt Conans, umso mehr, da sie in dieser Geschichte die einzige Frau ist, die bis zum Schluss eine tragende Rolle spielt. Dafür aber gleich eine wichtige und vor allem wird sie auf ihre Weise als unbeugsam und machtbewusst beschrieben. Nicht zuletzt droht sie Conan sogar und sorgt durch ihr Auftreten für ein Ende der Kampfhandlungen.
Ebenso ist ihre Dienerin Gitara eine wichtige Nebenfigur und gleichfalls ehrgeizig und manipulativ, aber auch liebevoll. Howard hat sich nicht darauf beschränkt Stereotypen zu benutzen, sondern erschafft lebendige Figuren und zwar sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Deren Charaktereigenschaften hat Sylvain Runberg in seine Adaption übertragen und sorgt für ein großes und wendungsreiches Abenteuer.

Der Zeichenstil ist eine Mischung aus Manga und westlichen Comics und dies tut Conan wirklich gut. Alles wirkt frisch und sehr dynamisch. Die Kampfszenen und anderen Actionsequenzen sind gut inszeniert, nur manchmal nicht vollkommen übersichtlich. Zudem haben Park Jae Kwang und Hiroyuki Ooshima einen Hang zu übergroßen Posen und Waffen, was nicht immer gelungen ist und hin und wieder wird der Mangaanteil bei den Gesichtern zu groß, wodurch die Charaktere nicht mehr ihre volle Wirkung entfalten können. Richtig atmosphärisch sind die Szenen mit dem Meister von Yimsha und sie stechen deutlich heraus. Ooshima liefert an diesen Stellen wirklich hervorragende Arbeit ab. Schade nur, dass er nicht auf dem Cover erwähnt wird, sondern stattdessen Park Jae Kwang, der für das Design zuständig war und damit allerdings auch einen wichtigen Baustein lieferte, aber eben nicht selbst zeichnete.

Patrice Louinet hat erneut ein sehr informatives Nachwort geschrieben, mit dem er Der schwarze Kreis in das Werk von Robert E. Howard einordnet und seine Bedeutung hervorhebt. Abgerundet wird der Band auf den letzten Seiten mit Skizzen und Entwürfen.


Fazit

Eine komplexe Geschichte, die gleich mehrere Haken schlägt, wird in Der schwarze Kreis erzählt und dies auf eine Weise, dass der Leser nie den Überblick verliert. Und wer will kann sich ganz auf die Actionszenen konzentrieren und wird dennoch nicht verloren sein, da Sylvain Runberg alles im Griff hat und den Leser durch die Geschichte führt.


Pro & Contra

+ komplexe Geschichte
+ viele Wendungen
+ sehr starke Frauenfiguren

Bewertung:

Charaktere: 4/5
Handlung: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


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