Batman – Der Fluch des weißen Ritters (Sean Murphy, Klaus Janson, Matt Hollingsworth)

Verlag: Panini (Juli 2020)
Softcover: 268 Seiten; 27 €
ISBN-13 : 978-3741618383

Genre: Superhelden


Klappentext

Der feurige Ritter des Jokers

Tief im Arkham Asylum liegt ein uraltes Geheimnis verborgen, das für Gotham City und Batman alles verändern könnte – und der Joker, der den Dunklen Ritter mehr denn je vernichten will, kennt es! In der Folge rekrutiert er den brutalen Azrael, der mit einem Flammenschwert den Mann ausschalten soll, dessen Familie einen Fluch über Gotham brachte: Bruce Wayne. Doch der Joker verfügt über noch mehr Mittel, um die Welt von Batman, Jim Gordon, Batgirl und Harley Quinn zu erschüttern …

Unter dem Black Label präsentieren Top-Künstler grandiose Werke in der Tradition von BATMAN: THE KILLING JOKE – eigenständige Comics für Kenner, Neueinsteiger und Gelegenheitsleser. In diesem Band interpretieren Ausnahmekünstler Sean Murphy (BATMAN: DER WEIßE RITTER) und Klaus Janson (BATMAN: DARK KNIGHT III) die Mythologie des Mitternachtsdetektivs auf aufregende Weise neu.


Rezension

Der Joker sitzt wieder im Arkham Asylum und von dort plant er seine Rache an Batman und Napier. Dafür muss er nur in seine alte Zelle, um dort etwas mitzunehmen, das Batman vernichten könnte. Nach seiner Flucht geht er zu dem ehemaligen Soldaten Jean Paul Valley, erzählt ihm die Wahrheit über die Vergangenheit Gothams und übergibt ihm ein ganz besonderes Schwert. Als Azrael geht dieser nun auf die Jagd nach Batman. Aber Joker verlässt sich nicht nur auf Azrael, sondern geht auch auf anderen Wegen gegen Bruce Wayne vor. Und da sind noch die sogenannten Eliten, die seit langer Zeit Gotham beherrschen und wollen, dass dies weiter so bleibt.

Mit Der weiße Ritter schuf Sean Murphy einen der besten Batmancomics, in dem er tief in die Historie des Dunklen Ritters abtauchte und viele verschiedene Elemente aus Filmen und Comics miteinander kombinierte und auf frische Art und Weise neu interpretierte.
Nun ist er in die Welt des Weißen Ritters zurückgekehrt und macht genau da weiter, wo er Batman und Joker/ Jack Napier verlassen hat. Und das heißt, der Joker darf einen seiner großen Pläne in die Tat umsetzen. Im Gegensatz zu manch anderem Zeitpunkt, ist in Der Fluch des Weißen Ritters Jokers Plan durchdacht und absolut nachvollziehbar. Sean Murphy entwickelt nach dem Auftakt eine spannende und wie ein Sog wirkende Geschichte, die den Leser dazu zwingt, Der Fluch des Weißen Ritters keinen Moment vor dem Schluss aus der Hand zu legen.
Murphy nutzt all die Konflikte, die er im Vorgänger anlegte, führt sie weiter und bringt sie zu einem vorläufigen Abschluss.
Dazu nimmt er einige wichtige Ereignisse aus der Historie Batmans und interpretiert sie neu und äußerst überraschend. Unter anderem nimmt er Bezug auf Knightfall und die anschließenden Ereignisse. Als Bane auftaucht, erwartet der Leser automatisch, dass er bestimmend sein wird, aber Sean Murphy folgt einem anderen Pfad und schlägt so manchen Haken. Am Ende gibt es einen Knalleffekt, der garantiert nicht in die reguläre Kontinuität übernommen wird, aber auf einen Schlag neue Möglichkeiten für eine Fortsetzung ermöglicht und vor allem eins ist: mutig und klever.
Klever geht Sean Murphy auch mit den Charakteren um und lässt sie wirkliche Entwicklungen durchmachen, insbesondere Batman und Harley Quinn sind hier das beste Beispiel und haben aufeinander großen Einfluss. Der Fluch des Weißen Ritters verbindet all seine Elemente zu einer ganz besonderen Batmangeschichte und erneut hat Sean Murphy ein kleines Meisterwerk geschaffen.

Mit enthalten ist eine Geschichte zu Victor von Fries, der hier nicht Mr. Freeze ist, sondern Batman hilft, mit seinen Emotionen zurecht zu kommen. Klaus Janson wirft gemeinsam mit Sean Murphy einen Blick in die Vergangenheit als Victor noch ein Kind war und sein Vater für die Nazis arbeitete. Auch diese Geschichte ist hervorragend geschrieben und führt den Leser zunächst in die Irre. Aber sie lebt wie Der Fluch des Weißen Ritters von ihrem emotionalen Kern.

Wie bereits bei Der Weiße Ritter hat Sean Murphy auch bei Der Fluch des Weißen Ritters selbst gezeichnet und seine Zeichnungen passen perfekt zur Geschichte. Sie sind etwas eckig und kantig, genau wie die Geschichte und dennoch detailliert und ausgearbeitet. Actionszenen beherrscht er unheimlich gut und legt die richtigen Emotionen in die Gesichter. Unterstützt wird er durch Matt Hollingsworth, der wieder für die Farben zuständig ist und erneut die perfekte Stimmung zu setzen vermag.

Als Bonus sind Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Sean Murphy enthalten und die Cover der Serie.


Fazit

Der Fluch des Weißen Ritters ist erneut großartig geschrieben von Sean Murphy, der mit dem Elementen des Batman-Mythos spielt und sie kreativ neu zusammensetzt. Für Batmanfans ist dieser Comic Pflicht.


Pro & Contra

+ spannend und überraschend
+ Bane und Azrael mal aus einer anderen Sicht
+ der Joker so diabolisch wie selten
+ viele Ereignisse der Batman-Historie neu interpretiert

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln des DC Black Label:

Rezension zu Batman – Der weiße Ritter
Rezension zu Batman: Damned Bd.1
Rezension zu Batman: Damned Bd.2
Rezension zu Batman: Damned Bd.3
Rezension zu Harleen Bd.1
Rezension zu Joker/ Harley Bd.1

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