Mythen der Antike – Herakles (Clotilde Bruneau, Luc Ferry, Annabel, Carlos Rafael Duarte)

Verlag: Splitter; (November 2020)
Gebundene Ausgabe: 168 Seiten; 35 €
ISBN-13 : 978-3958392922

Genre: Sagen und Legenden


Klappentext

Herakles. Vom Sitz der Götter auf dem Olymp aus erkennt Zeus, dass er einen Vertreter seiner Macht zu den Menschen schicken muss, um den Frieden unter ihnen zu wahren. Doch wer ist dieser Aufgabe gewachsen? Auf Anraten des Götterboten Hermes beschließt er, mit einer Sterblichen ein Kind zu zeugen: einen Halbgott. Seine Wahl fällt auf Alkmene, die Königin von Theben und Nachfahrin des Perseus. Ihr gemeinsamer Sohn Herakles wird der größte aller Krieger sein, gesegnet mit der Kraft und dem Mut eines Löwen. Doch die Eifersucht von Hera, der Gattin des Zeus, wirft einen Schatten auf das Schicksal dieses Sohnes der Vorsehung...


Rezension

Zeus will einen Statthalter auf der Erde und zeugt deswegen mit Alkmene in der Gestalt ihres Mannes einen Sohn. Kurz nach seiner Geburt versucht Hera, Gattin des Zeus, Herakles aus Eifersucht zu töten. Dies gelingt ihr nicht und Herakles wächst bei seinen Eltern auf. Bald stellt sich heraus, dass er sein Temperament kaum beherrschen kann und zu einer Gefahr für sein Umfeld wird. Als er erwachsen ist, heiratet er, gründet eine Familie und ist eigentlich glücklich, aber dann schlägt ihn Hera mit Wahnsinn und er tötet seine Frau und Kinder. Zur Sühne muss er zwölf Aufgaben zur Ehre der Hera erfüllen. Jahre vergehen dabei, aber schließlich beendet er diese und findet sogar eine neue Frau. Aber auch diese Ehe steht unter keinem günstigen Stern.

In Herakles widmen sich Luc Ferry, Clotilde Bruneau und die Zeichner Annabel und Carlos Rafael Duarte dem vielleicht größten Helden der Antike, der bis heute die Menschen fasziniert und der bereits mehr als einmal Thema in Filmen war. Zuletzt verkörperte ihn Dwayne Johnson in einer großen Verfilmung auf der Kinoleinwand.
Wie Luc Ferry im Anhang ausführt, ist Herakles weniger Held als mehr tragische Figur. Sein Leben wird von Gewalt geprägt, er soll das Chaos im Auftrag von Zeus bekämpfen, aber sein Leben ist chaotisch. In dieser griechischen Saga findet sich alles wieder, was große Geschichten ausmacht. Es gibt Intrigen, große Emotionen, Action, Dramatik und Ungeheuer. Herakles muss immer wieder gegen große Widerstände kämpfen, um ein Ziel zu erreichen und doch scheint sein Kampf nicht aufzuhören.
Die zwölf Aufgaben des Herakles sind dazu ein Motiv, welches sehr häufig in der Literatur genutzt wurde und wird. Eine der besten Umsetzungen ist auf diesem Gebiet Asterix erobert Rom, in der Herakles´ Aufgaben für den kleinen Gallier angepasst wurden.
Alles in allem ist Herakles also einer der archetypischen Helden schlechthin. Clotilde Bruneau hat in Zusammenarbeit mit Luc Ferry nun die Sage Herakles´ für den Comic adaptiert und dafür hat sie darauf geachtet, alles was wichtig ist, zu bewahren, und dies nicht nur in Hinblick auf die Ereignisse, sondern ebenso auf die Charaktere. Sie macht nicht den Fehler, sich allein auf die zwölf Aufgaben zu verlassen, die so gut wie jeder kennen dürfte, sondern sie gibt den Ereignissen davor und danach ebenso viel Platz. Dies wird besonders an der inhaltlichen Einteilung der drei Einzelalben, die in diesem Band zusammengefasst sind, deutlich. Der erste Band erzählt Herakles Leben bis zu den zwölf Aufgaben, der zweite Band die Aufgaben und der dritte Band erzählt seine Geschichte bis zu seinem Tod. Diese Einteilung ist ideal, denn so kann alles gleichwertig erzählt werden. Herakles ist erzählerisch bis hierhin einer der Höhepunkte der gesamten Reihe.

Die Zeichnungen haben sich Annabel und Carlos Rafael Duarte geteilt. Annabel zeichnete den ersten Teil, während sich Carlos Rafael Duarte um den Rest kümmerte. Beide arbeiten so weit realistisch, wie es bei diesem Thema geht. Die Monster sind kreativ gestaltet und die Kämpfe packend. Annabel hat dabei den interessanteren Stil. Er ist etwas rauher und somit eindringlicher als der von Duarte, dessen Zeichnungen klar und etwas glatt daherkommen.

Luc Ferry hat wie gewohnt einen sehr interessanten Anhang geschrieben, der von Herakles und von der Bedeutung der Sage handelt.


Fazit

Der vielleicht größte Held der Antike bekommt eine würdige Umsetzung in Comicform. Clotilde Bruneau und Luc Ferry haben zusammen mit ihren Zeichnern erneut eine spannende und für heutige Leser interessante Umsetzung einer Sage geschaffen.


Pro & Contra

+ Einteilung der Sage ist gut gewählt
+ wichtigster Held der Antike

0 Zeichnungen stechen nicht hervor und sind durchschnittlich

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


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