Joker: Killer Smile (Jeff Lemire, Andrea Sorrentino, Jodie Bellaire)

Verlag: Panini; (Februar 2021)
Gebundene Ausgabe: 156 Seiten; 29 €
ISBN-13: 9783741622359

Genre: Superhelden/ Thriller


Klappentext

Der Therapeut des Jokers

Der Joker ist der gefährlichste Verbrecher von Gotham City und sitzt im Arkham Asylum, dem Gefängnis für geisteskranke Kriminelle, ein. Bisher ist es niemandem gelungen, seinen Wahnsinn und dessen Ursache zu analysieren, geschweige denn den Killerclown zu heilen.
Genau das aber hat Dr. Ben Arnell vor. In seinen Gesprächstherapien will er in den Geist des Jokers eindringen – nur geschieht genau das Gegenteil, der Joker infiziert Arnell mit seinem Irrsinn! Und nicht nur Ben selbst ist in Gefahr, auch seine Familie. Denn während der Joker noch im Arkham Asylum gefangen ist, schleicht sich ein grinsender Unhold und mit ihm mörderischer Wahnsinn ins Haus der Arnells …

Unter dem Black Label präsentieren Top-Künstler grandiose Werke in der Tradition von BATMAN: KILLING JOKE und BATMAN: DAMNED – eigenständige Comics für Kenner, Neueinsteiger und Gelegenheitsleser. Jeff Lemire (SWEET TOOTH) und Andrea Sorrentino (GREEN ARROW MEGABAND), die Macher von Gideon Falls, erzählen eine intensive Joker-Geschichte.


Rezension

Immer wieder haben Psychiater und Psychologen versucht den Joker zu therapieren, unter anderem Harleen Quinzel, die nun als Harley Quinn bekannt ist. Und obwohl er so gefährlich ist, beschließt Dr. Ben Arnell, es selbst ebenfalls zu versuchen. Immer wieder trifft er sich mit dem Joker und beginnt mit ihm über seinen Wahnsinn und sein Leben zu sprechen. Aber irgendetwas passiert mit ihm, bis er schließlich Realität und Wahnsinn nicht mehr auseinanderhalten kann und bereit ist dem Joker auf einem dunklen Pfad zu folgen.

Jeff Lemire und Andrea Sorrentino sind ein eingespieltes Autoren-Zeichnerduo. Unter anderem haben sie bereits bei Old Man Logan zusammengearbeitet. Nun also erzählen sie ein Geschichte über den Joker unter dem DC Black Label. Und das bedeutet, dass sie losgelöst von allem ihre Geschichte erzählen können. Eine in der der Dunkle Ritter keine große Rolle spielt.
Jeff Lemire erzählt in Joker: Killer Smile einen wahren Psychothriller in dem ein Mann immer mehr dem Wahnsinn verfällt und damit praktisch eine Variante von Harley Quinns Geschichte. Allerdings ist diese nicht romantisch. Vielmehr scheint Jokers Wahnsinn ansteckend zu sein und den verbreitet er mit großem Genuss.
Jeff Lemire lässt den Leser und Ben sich in Sicherheit wiegen und zeigt Ben erst als Arzt und ziemlich gefestigten Ehemann und Vater. Dann bröckelt diese Sichtweise immer mehr und der Wahnsinn nimmt zu. Dabei erzählt Jeff Lemire nicht unbedingt tiefgehend aber sehr effektiv und er legt zunächst falsche Fährten. Mit dem Fortschreiten der Handlung entfaltet sich die ganze verheerende Lage für Dr. Ben Arnell. Lemire nutzt dafür nicht nur den einfachen Blick auf Ben, seine Familie und den Joker, sondern er bringt die Kinderbuchfigur Mr. Grins ins Spiel, was eine großartige Idee ist. Dieser Clown verführt Ben und offenbart den wahren Wahnsinn. Diese Figur ist ein geradezu genialer Einfall von Jeff Lemire und lässt Joker: Killer Smile noch viel besser werden. Jeff Lemire  verknüpft hier Wahnsinn und Thriller zu einer spannenden Geschichte.

Die zweit Geschichte in Joker: Killer Smile beschäftigt sich mit der Frage, wie Bruce Wayne vom Joker und Mr. Grins beeinflusst sein könnte und hierbei arbeitet Jeff Lemire auch etwas von Batmans Psyche heraus. Sie ist von ihm mit deutlich mehr Tiefe versehen, ist zugleich aber auch etwas verwirrender. Dennoch ist Smile Killer genauso lesenswert wie Killer Smile.

Andrea Sorrentinos Stil passt häufig nicht zur Geschichte, hier sind seine leicht unscharf wirkenden Bilder, die an den Linien auch mal etwas ausfransen, jedoch ideal. Der Wahnsinn zieht Ben hinab und dies spiegelt sich in den Zeichnungen und ihrem Stil. Gerade wenn es von Realität zu Wahn geht, findet Sorrentino zu einer fließenden Darstellung der Handlungen, die unheimlich gut passt. Die bunten Bilder von Mr. Grins und seinen Freunden sind im Stil eines bunten Kinderbuches gehalten und passen ebenso perfekt. Jordie Bellaire taucht alles in genau die richtigen Farben und sorgt so zu einem gewissen Teil dafür, dass Sorrentinos Zeichnungen zur Geschichte passen.


Fazit

Jeff Lemires Psychothriller führt den Leser an dunkle Orte des Wahnsinns. Verführerischer war der Joker selten zuvor. Andrea Sorrentinos Stil passt einfach hierzu und Mr. Grins kann gerne erneut auftauchen.


Pro & Contra

+ Mr. Grins
+ düsterer Trip in den Wahnsinn
+ passende Zeichnungen

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln des DC Black Label:

Rezension zu Batman – Der weiße Ritter
Rezension zu Batman – Der Fluch des weißen Ritters
Rezension zu Batman: Damned Bd.1
Rezension zu Batman: Damned Bd.2
Rezension zu Batman: Damned Bd.3
Rezension zu Harleen Bd.1
Rezension zu Joker/ Harley Bd.1
Rezension zu Joker: Killer Smile

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