Wicked Saints (Emily Duncan)

Wednesday Books (Mai 2019)
Gebundenes Buch
385 Seiten, 16,09 EUR
ISBN: 978-1250195661

Genre: High Fantasy, YA


Klappentext

A girl who can speak to gods must save her people without destroying herself.
A prince in danger must decide who to trust.
A boy with a monstrous secret waits in the wings.
Together, they must assassinate the king and stop the war.

In a centuries-long war where beauty and brutality meet, their three paths entwine in a shadowy world of spilled blood and mysterious saints, where a forbidden romance threatens to tip the scales between dark and light.


Rezension

Seit Jahren liegen Tranavia und Kalyazin im Krieg. Das verschneite, von dichten Wäldern bedeckte Kalyazin ist die Heimat von Göttern, die „clerics“ ihre Macht leihen. In Tranavia hingegen haben sie kaum Einfluss. Dort nutzen Menschen Blutmagie und flüstern die maskierten „Vultures“ – eine Gruppe besonders mächtiger Blutmagier*innen – ins Ohr des Königs, während dessen Sohn, Serefin, die tranavischen Truppen in Kalyazin anführt.

Dort kreuzt sich sein Weg mit dem Nadja Laptevas – einer Klerikerin, welche die Kräfte sämtlicher Götter des kalyazischen Pantheons nutzen kann. Die in einem abgeschotteten Kloster aufgewachsene Teenagerin soll eines Tages den Krieg entscheiden. Gerade jedoch entkommt sie Serefin nur knapp und läuft einem ungewöhnlichem Trio in die Arme: Zwei Geschwistern aus einem weiter entfernten Land und dem abtrünnigen Blutmagier Malachiasz. Nach anfänglichem Misstrauen überzeugen die drei Nadja, mit ihnen nach Tranavia zurückzukehren, um ein Attentat auf den König zu verüben.

Am Königshof werden sie Serefin wiederbegegnen und ihnen allen stehen einige überraschende Enthüllungen bevor. In der Zwischenzeit kommt Najda Malachiasz näher, obwohl ihre Gottheiten ihr einflüstern, dass sie ihn als einen Häretiker töten sollte.

„Wicked Saints“ zieht seine Ästhetik aus verschiedenen slawischen Kulturen und auch ein wenig aus kosmischem Horror. Die Art, wie Magie – sowohl die Blutmagie als auch die Magie der Götter, die nicht ganz ist, was sie zu sein scheint – geschildert wird, ist sehr cool und atmosphärisch, und das ist einer der großen Pluspunkte des Buches und einer der Gründe, wieso es trotz seiner Schwächen ein fesselndes Leseerlebnis bietet.

Ein Kritikpunkt wäre z.B., dass der Roman mit älteren Figuren besser funktioniert hätte – oder wenigstens, wenn die Figuren nicht ständig betonen würden, wie jung sie sind. Es ist ein wenig irritierend, wenn Menschen, die Armeen kommandieren, trotzdem von anderen in Gedanken als „boys“ und „girls“ bezeichnet werden, insbesondere, da sie nach den Standards ihrer Welt wahrscheinlich als Erwachsene gelten dürften. Und bei einer Figur macht ihr junges Alter ihre Vorgeschichte tatsächlich etwas unglaubwürdig. Ein wenig fühlt es sich an, als sei der Roman über Figuren in ihren Zwanzigern geschrieben und dann krampfhaft an ein jüngeres Publikum angepasst worden. Ebenso finde ich, dass Nadja einer anderen Figur unglaubwürdig schnell verzeiht und insgesamt sehr viel anderen Figuren hinterherläuft.

Darüber hinaus sind einige der Figuren sehr flach und folgt der Roman dem ausgetretenen Pfad, dass sich eine mächtige, aber unschuldige und etwas weltfremde junge Frau in einen weitaus erfahreneren, gefährlichen Mann verliebt. Nadja ist zum Ende hin nur noch dem Namen nach die Protagonistin des Buches, während andere Figuren die wichtigen Entscheidungen treffen, und so einige Situationen wollen nicht ganz logisch aufeinander folgen. Ein wenig lästig sind auch die Wiederholungen bei Beschreibungen, gerade in Bezug auf Malachiasz.

Trotzdem: Vielleicht, weil mich einfach die Ästhetik der Welt angesprochen hat und weil einige sehr originelle Ideen in dem Buch stecken, bin ich eigentlich ganz zufrieden, das Buch gelesen zu haben, und ich hoffe, dass der Roman das Potenzial seiner Grundideen in den Folgebänden erfüllt.


Fazit

„Wicked Saints“ spielt in einer slawisch inspirierten Fantasywelt voller düsterer Magie und liefert eine Geschichte mit viel – leider nicht ausgeschöpftem - Potenzial. Obwohl das Buch gerade im Bezug auf die Hauptfiguren einige Schwachstellen hat, hatte ich durchaus eine Menge Spaß an der Lektüre und bin gespannt auf den Folgeband.


Pro und Contra

+ atmosphärische Welt und Magie
+ spannend
+ interessante Enthüllungen über die Götter
+ viel Potenzial

o einige Jugendbuch-Klischees

-Figuren handeln nicht immer konsequent
-einige eher flache Figuren
-Nadja wird mehr und mehr Beobachterin
-Buch bleibt hinter Potenzial zurück

Wertung

Handlung: 3,5/5
Figuren: 3/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis-Leistung: 3/5

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