Batman: Die drei Joker (Geoff Johns, Jason Fabok, Brad Anderson)

Verlag: Panini; (März 2021)
Gebundene Ausgabe: 60 Seiten; 13 €
ISBN-13: 9783741622434

Genre: Superhelden


Klappentext

Wer ist der wahre Joker?

Der Joker ist der schlimmste Feind von Batman, ein irrer Verbrecher, für den selbst Massenmord ein Riesenspaß ist. Er hat nicht nur eine Spur aus Leichen in Gotham City hinterlassen, sondern auch das Leben von Batgirl und Jason Todd zerstört, als dieser noch Batmans Gefährte Robin war. Nun schlägt der Joker wieder zu – doch diesmal zeitgleich an drei Orten! Und Batman, Batgirl und Jason, die sich gemeinsam auf die Jagd nach dem wahnsinnigen Mörder machen, müssen sich fragen: Gibt es womöglich mehr als einen Joker?

Unter dem Black Label erscheinen grandiose Werke in der Tradition von BATMAN: KILLING JOKE – eigenständige Comics für Kenner, Neueinsteiger und Gelegenheitsleser. Bestsellerautor Geoff Johns (DOOMSDAY CLOCK) und Ausnahmezeichner Jason Fabok (BATMAN – DETECTIVE COMICS) inszenieren eine revolutionäre Joker-Saga.


Rezension

Der Joker schlägt wieder einmal in Gotham City zu, allerdings nicht nur an einem Ort, sondern an dreien gleichzeitig. Und überall konnten ihn Zeugen oder Kameras eindeutig identifizieren. Wie kann das sein? Arbeitet er mit Schauspielern zusammen, die ihn verkörpern oder steckt etwas anderes dahinter? Batman macht sich an die Ermittlungen und erhält dabei Unterstützung von Batgirl und Red Hood. Jeder von ihnen hat sein ganz eigenes Trauma mit dem Clownprinzen des Verbrechens verbunden und jeder von ihnen muss sich ihm, wie es aussieht, stellen. Die Situation eskaliert, als Red Hood und Batgirl den Joker im Gotham Aquarium stellen und Batman bereits auf dem Weg zum nächsten Joker ist.

2015 setzte sich Batman in Justice League auf den Moebiusstuhl und stellte die Frage des DC-Universums schlechthin: Wer ist der Joker? Er bekam eine Antwort, die ihn erschütterte. Geoff Johns schrieb damals die Geschichte und er ist es auch, der zu diesem Ereigniss nun zurückkehrt und darauf aufbaut. Er scheint entschlossen zu sein, die Identität des Jokers zu enthüllen.
Dabei lag die große Stärke des Jokers immer darin, dass er alles und jeder sein konnte. Er war immer der Joker, den die Geschichte benötigte. So kamen im Laufe der Zeit die verschiedensten Persönlichkeiten zum Vorschein, die alle gleichberechtigt waren und sind. Dies rührt auch daher, dass er mehr die Personifizierung eines Prinzips, der Anarchie und des Chaos, ist, als eine wirkliche Person. Nun also gibt Geoff Johns ihm aber in Die drei Joker eine klar definierte Persönlichkeit, oder besser gesagt drei. Aber ist es wirklich nötig, den Joker auf diese Art realer zu machen und ihn damit gleichzeitig zu entmystifizieren? Mit Sicherheit nicht. Der Joker lebt eben eigentlich davon, dass niemand weiß, wer er wirklich ist und was von ihm gespielt wird und was wirklich eine Geisteskrankheit ist. Geoff Johns nimmt ihm unter dem Black Label nun aber also sein Geheimnis der Identität.
Von diesem Standpunkt aus gesehen, kann Geoff Johns eigentlich nur scheitern. Lässt man sich jedoch auf die Geschichte und die Idee dahinter ein und besteht nicht nur auf einen einzelnen Joker ohne Identität, dann bekommt man eine mehr als gelungene Umsetzung der Idee der drei Joker und wie sie entstanden. Denn so viel zeichnet sich bereits ab: Die drei Joker wird am Ende ein spannender Thriller sein, der sich um das Wesen des Jokers dreht.
Und dieses kommt am Besten zum Vorschein, wenn seine Gegner und damit die, die am meisten unter ihm zu leiden hatten, unter die Lupe genommen werden. Und das sind eben Batman, Batgirl und Red Hood. Jeder von ihnen musste eine bittere Erfahrung durch den Joker machen, die tiefe Spuren hinterließ. Deswegen sind die drei Joker in der Geschichte eben auch die, die durch eine frühere Geschichte herausstechen. Neben dem Urjoker sind das der aus Killing Joke und Ein Tod in der Familie. Geoff Johns zeigt in diesem ersten Band Jokers Gegner und ihre Wunden und Narben, die sie im Kampf mit ihm davongetragen haben. Hier sind sehr spannende und intensive Momente, die die ganze Geschichte und die folgenden Entscheidungen in Gang bringen. Geoff Johns verlässt sich auf seine Charaktere und ihre Motive und dies ist eine sehr gute Wahl, dadurch wird Die drei Joker umso spannender und die Schlüsselszene zu einem perfekten Moment innerhalb der Geschichte, der sehr vieles zusammenfasst und zu einem Ende bringt. Wie es ab da weiter geht, ist eine spannende Frage und Geoff Johns hat sich durch Red Hood eine Vielzahl von Möglichkeiten eröffnet. Jetzt kann die Geschichte in viele Richtungen gehen, die alle gleich interessant sind, nur eins sollte bitte nicht geschehen, dass Die drei Joker, egal wie gut sie auch sein mögen, in die offizielle Kontinuität aufgenommen werden, das würde dem Joker und all seinen Facetten nicht gerecht. Als eigenständige Miniserie unter dem Black Label kann hier aber etwas ganz großes auf den Leser warten, wenn Geoff Johns das Niveau halten kann.

Jason Fabok nutzt die Freiheiten die ihm das Black Label und das etwas größere Format geben zunächst eher zurückhaltend, auch wenn die Eingangssequenz ohne Worte, gleich den richtigen Akzent setzt und von da aus sich alles andere entwickelt. Er zeichnet sehr gut und erschafft eine düstere Atmosphäre, aber trotzdem fehlt lange der ganz große Moment. Erst gegen Ende bricht Jason Fabok aus dem starren Panelschema mehr aus und stellt den Kampf im Gotham Aquarium grandios dar. Der inhaltliche Höhepunkt des Bandes wird ebenso zum visuellen und er bringt den Schlüsselmoment des Bandes intensiv und perfekt aufs Papier. Die teilweise visuelle Zurückhaltung ist also der Geschichte geschuldet und damit erweist sich Jason Fabok als Zeichner mit perfekten Gespür für Timing und Inszenierung für diese Geschichte.


Fazit

Die drei Joker ist eine hervorragende Geschichte unter dem Black Label, die den Joker durch seine Feinde unter die Lupe nimmt. Geoff Johns verfolgt hier einen interessanten Ansatz und hat für die Fortsetzung nun alle Möglichkeiten, hieraus einen zukünftigen Klassiker zu machen.


Pro & Contra

+ konsequentes Ende
+ drei Persönlichkeiten des Joker sind gut gewählt
+ spannend

Bewertung:

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 4/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln des DC Black Label:

Rezension zu Batman – Der weiße Ritter
Rezension zu Batman – Der Fluch des weißen Ritters
Rezension zu Batman: Damned Bd.1
Rezension zu Batman: Damned Bd.2
Rezension zu Batman: Damned Bd.3
Rezension zu Harleen Bd.1
Rezension zu Joker/ Harley Bd.1
Rezension zu Joker: Killer Smile

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren