Samstag, 07. Dezember 2019

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Die Blutlinie (Cody McFadyen)
Geschrieben von Patricia
Sonntag, der 22. November 2009

Verlag: Lübbe, April 2008
Original: Shadow Man, übersetzt von Axel Merz
TB, 480 Seiten, € 8,99
ISBN: 978- 3404158539

Genre: Thriller


Klappentext

Nach dem Mord an einer Freundin folgt FBI-Agentin Smoky Barrett der Fährte des Mörders. Doch die Spuren, die der eiskalte Serienmörder hinterlässt, sind so blutig, dass ihr ganzes Können gefragt ist. Die Zeit arbeitet gegen sie, und mit jedem neuen Verbrechen gelangt Smoky zu einer erschreckenden Erkenntnis: Der Mörder möchte sich einen Traum erfüllen - ein Traum, der für viele zum Albtraum werden könnte ...


Rezension

Grausam, brutal, schockierend und sehr übertrieben - so kann man den ersten Teil mit der Ermittlerin Smoky Barrett und ihrem Team gut beschreiben. Sofort ist man im Geschehen involviert - und schnell muss man das Buch auch wieder hinlegen, denn soviel Grausamkeit ist wirklich nur häppchenweise zu ertragen.

Vor ihren Augen wird ihr Ehemann Matt gefoltert und ihre kleine Tochter getötet, anschließend vergeht der Serienkiller sich an ihr, foltert und vergewaltigt Smoky. Kann ein Mensch dieses Schicksal wirklich ertragen, wie kann sie weiterleben? In eindringlichen Sitzungen mit ihrem Psychiater findet Smoky langsam wieder in die Welt zurück, in der sie eigentlich gar nicht mehr leben möchte. Aber dann wird ihre Freundin ermordet und ihre Tochter, so alt wie Smokys Tochter war, hat alles mit angesehen und ist schwer traumatisiert. Ihretwegen ist Smoky fest entschlossen, den Täter zu finden. Und der Täter selber möchte auch gefunden werden, er spielt ein perfides Spiel mit allen Mitgliedern des Teams - die Grausamkeiten sind kaum zu übertreffen. Immer wieder schickt er Botschaften an Smoky, in denen er sich mit seinen Schandtaten brüstet oder versteckte Hinweise auf die nächsten gibt.

Absolut nichts für schwache Gemüter, die Beschreibungen der Gräueltaten sind sehr ausführlich und sadistisch, immer, wenn man glaubt, schlimmer geht es nicht mehr, so beweist uns der Autor umgehend, dass schlimmer immer geht. Man wird nicht nur physisch, sondern vor allem auch psychisch heftig durch die Mangel gedreht. Kein Mitglied des Teams bleibt verschont, punktgenau weiß der Täter, wo bei jedem die Achillesferse sitzt. Die schockierendste Stelle war wohl, was der Täter mit Leos Hund angestellt hat, danach muss man erst einmal innehalten und sich wieder sammeln. Aber nicht nur die physische, die psychologische Brutalität trifft den Leser viel härter, besonders wenn er sich deutlich macht, dass es der Beruf des Ermittlerteams ist, sich mit soviel Leid, Frust und sadistischen Grausamkeiten auseinanderzusetzen.

Eindringlich beschreibt der Autor immer wieder die Gefühle, die Smoky beherrschen, ihre Selbstzweifel und Trauer. Trauer um den geliebten Mann und die Tochter, Trauer um ihr bis dato perfektes Leben und auch Trauer um den Beruf, nicht zu wissen, ob man ihn jemals wieder mit der gebotenen Souveränität ausführen kann. Die Ereignisse zwingen sie allerdings, wieder ins eiskalte Wasser zu springen und mit ihrem absolut hochgenialen Team in die Ermittlungen zu stürzen.

Genau da ist allerdings auch der Schwachpunkt des Thrillers. Alle sind supertoll, hochintelligent, und absolute Spezialisten in ihren Jobs. Natürlich haben alle ihr Päckchen mit Problemen zu tragen, es gibt keinen aus dem Team, der nicht schon mal mit physischer oder psychischer Gewalt in Berührung kam, meistens sogar beides zusammen. Wieder und wieder betont McFadyen die Genialität der einzelnen Leute, sie sind die besten Schützen, die besten Computergenies, die besten Ermittler, die besten irgendwas. Und dann kommt auch noch Elaina ins Spiel, die Urmutter, die Supermutter, wenn jemand eine perfekte Mutter verkörpert, dann Elaina. Diese Übertreibungen ziehen sich durch das ganze Buch und werden ständig wiederholt, als ob McFadyen es seinen Lesern nicht zutraut, sich auch noch nach ein paar Seiten daran zu erinnern. Dadurch wird das Buch sehr langatmig, es ist zwar spannend, aber es hält zu oft an einer Stelle an, nur um wieder mal irgendwelche Gedanken, Gefühle oder Genialitäten zu wiederholen. Und Zuckerschnäuzchen mag zwar ein ganz niedliches Kosewort sein, aber in jedem zweiten Satz äußerst unangebracht.

Trotzdem hebt sich der Thriller noch aus der Masse heraus, es ist seine Eindringlichkeit, mit der man mit auf den schwarzen Zug springt und auf den Schienen der Gehirnwindungen in ein grausames, sadistisches und verkorkstes Gemüt fährt. Ein Gemüt, dem von Kindheit an eingetrichtert wurde, er ist ein Nachfahre von Jack the Ripper. Um dem Namen dann auch alle Ehre zu machen, muss man schon zu besonders perfiden Ereignissen greifen, sie werden alle hier im Buch geschildert, vom Autor genial umgesetzt.

Am Ende bleiben keine Fragen offen, in ausführlichen Gesprächen mit Smoky erklärt und erzählt der Täter in allen Einzelheiten seine Schandtaten. Wie das Team mit dieser Erfahrung umgeht, wie es sie verarbeitet und weitermacht, das kann man im nächsten Buch „Der Todeskünstler“ lesen.


Fazit

Ein packendes Erstlingswerk, an Brutalität und perfiden, sadistischen Gräueltaten kaum zu übertreffen. Ein Buch, was so eindringlich geschrieben ist, dass man es fast am eigenen Leib spüren kann. Ein Buch, das einen nicht loslässt, über das man noch lange nachdenkt, und das man immer wieder unterbrechen muss, um das Gelesene zu verdauen und zu verarbeiten.


Pro und Contra

+ packende und eindringliche Erzählweise
+ interessante Charaktere
+ perfide Ereignisse
+ überraschender Täter

- Charaktere und ihre Eigenschaften zu übertrieben
- ständige Wiederholungen von Gedanken und Genialitäten
- sehr brutal und sadistisch

Wertung:

Handlung:3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 22. November 2009
 

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