Superman – Friede auf Erden (Paul Dini, Alex Ross)

Verlag: Panini; (September 2021)
Gebundene Ausgabe: 76 Seiten; 27 €
ISBN-13: 9783741623226

Genre: Drama/ Philosophie


Klappentext

Der preisgekrönte Superman-Klassiker in Neuauflage!

Trotz aller großen Schlachten, die er schlagen muss, wird Superman auch immer wieder mit den Nöten konfrontiert, die insbesondere die Armen und Schwachen auf unserer Welt plagen. Entschlossen, eines der größten Probleme auf der Erde zu beseitigen, beschließt der Mann von Morgen, nicht mehr zuzulassen, dass Menschen auf unserem Planeten verhungern, während andere im Überfluss leben. Doch nach ersten Erfolgen drohen der Argwohn, die Habgier und der Zynismus der Menschen sein großes Projekt zu Scheitern zu bringen. Ist dies eine Aufgabe, vor der selbst der stählerne Held kapitulieren muss?

Eine der essenziellsten Superman-Storys überhaupt und ein zeitloser Klassiker der Comic-Literatur – erstmals auf Deutsch im übergroßen Originalformat! Von dem Comic-Dreamteam Paul Dini (BATMAN) und Alex Ross (KINGDOM COME)!


Rezension

An Weihnachten stellt Superman wie jedes Jahr den Weihnachtsbaum für die Bewohner von Metropolis auf. Ihm fällt eine junge Frau auf, die sehr schwach auf den Beinen ist. Wie sich herausstellt, steht sie kurz vor dem Verhungern. Als er ihr geholfen hat, beschließt Superman einen ganzen Tag lang gegen den Hunger in der Welt zu kämpfen. Er sammelt Lebensmittel und bringt sie zu den Bedürftigen rundum den Globus. Aber nichts ist so leicht, wie man es sich vorstellt und immer wieder trifft Superman auf Widerstände und Probleme sein Werk zu vollenden.

Ende der 90er Jahre beschlossen Paul Dini und Alex Ross eine Reihe zu den aus ihrer Sicht, wichtigsten Superhelden DCs zu machen. Batman, Wonder Woman, Shazam und eben Superman sollten jeweils im Zentrum eines Comics stehen, der die Essenz ihres Wesens einfängt. Erster Comic der Reihe ist der vorliegende Friede auf Erden, in dem Superman einen ambitionierten Plan verfolgt, in dem er versucht für einen Tag den Hunger auf der Welt zu bekämpfen. Man könnte erwarten, dass ihm das Unterfangen gelingt und er es auch weiterhin durchführen würde. Zumindest wäre dies eine für einen Superheldencomic typische Auflösung. Als Alternative könnte er auch in einen Kampf mit einem Superschurken geraten.
Aber genau diesen Weg gehen Paul Dini und Alex Ross nicht. Stattdessen lassen sie Superman auf einen anderen Weg scheinbar scheitern und nutzen die Gelegenheit, um ein starkes Plädoyer für Mitgefühl und Menschlichkeit aufs Papier zu bringen. Supermans Scheitern ist bitter und leider realistisch. Ungeschönt zeigen Autor und Zeichner, dass die guten Taten oft an Dingen scheitern, auf die man keinen Einfluss hat, wie z.B. Misstrauen, Wut und Habgier. Und doch findet sich viel Hoffnung auf den Seiten des Comics. Die Hoffnung darauf, dass sich etwas ändern lässt, darauf, dass die Menschen sich darauf besinnen, was es heißt, füreinander dazusein. Friede auf Erden ist ein durchaus wichtiger und wirkmächtiger Comic, denn er regt durch seine Handlung und durch seine philosophischen Anklänge zum Nachdenken an.

Einen Teil seiner Kraft zieht Friede auf Erden aus seinen ungemein realistisch gehaltenen Comicgemälden eines Alex Ross. Was er hier auf die Seiten zaubert ist phänomenal und sieht einfach perfekt aus. Jede Seite ist wohlüberlegt entworfen und dient einzig und allein dazu, die Geschichte zu erzählen, auch indem die Farben darauf abgestimmt sind, die notwendige Atmosphäre zu erzeugen, um den Leser zu erreichen. Die Zeichnungen sprechen eine Sprache, die jeden erreicht und die die Botschaft des Comics transportiert.

Für die Neuauflage hat Panini dem Comic ein Überformat spendiert, durch das die Zeichnungen und damit das Anliegen des Comics nur umso mehr zur Geltung kommen. Abgerundet wird Friede auf Erden durch einen kurzen aber sehr interessanten Einblick in die Entstehung des Comics.


Fazit

Friede auf Erden ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit. In wunderschönen, bildgewaltigen Zeichnungen bringen Paul Dini und Alex Ross ihr Anliegen und das von Superman aufs Papier. Ein Superheldencomic, der sehr nachdenklich macht und allein deswegen wichtig ist.


Pro & Contra

+ Verzicht auf Superheldenaction
+ wichtiges Thema
+ Plädoyer für Mitgefühl
+ Überformat

Bewertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/ Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Alex Ross:

Rezension zu Fantastic Four – Tödlicher Kreislauf
Rezension zu Marvels

Tags: Superhelden, Superman