Marsupilami Bd.11 – Auf den Spuren des Marsupilamis (Batem, Colman)

Verlag: Carlsen; (April 2018)
Softcover: 64 Seiten; 9,99 €
ISBN-13: 978-3-551-79911-1

Genre: Humor


Klappentext

Huba Huba!

Der Urwald Palumbiens ist einer der gefährlichsten Orte dieses Planeten und außerdem soll hier eine seltene Orchideenart zu finden sein. Ist das nicht spannend? Na ja, geht so... Viel interessanter finden ein Reporter, ein Botaniker und ein ganzer Stamm Eingeborener das Marsupilami und begeben sich auf seine Spuren.


Rezension

Der Journalist Dan Geraldo wird nach Palumbien geschickt, um dort einen wahren Knüller aufzutun und so seinen Job zu retten. Dort angekommen, wird er zunächst zum ortsansässigen Diktator gebracht, bevor er sich im Dschungel Auge in Auge mit den Payas wiederfindet, die in ihm und seinem Begleiter, dem Scharlatan und Tierazt Pablito Camaron, einen Auserwählten sehen. Und in all das Chaos, das sich nun anbahnt, mischt sich noch ein machtgieriger Professor und das Marsupilami ein. Es wird also turbulent im palumbianischen Urwald.

Auf den Spuren des Marsupilamis ist ein besonderer Band in der Reihe über das Marsupilami, denn er steht vollkommen außerhalb der anderen Bände. Einzige Überschneidungspunkte sind Palumbien und das Marsupilami. Alles andere unterscheidet sich dann doch beträchtlich. Dies liegt daran, dass Auf den Spuren des Marsupilamis eigentlich kein regulärer Band der Reihe ist, sondern im Zuge eines Kinofilmes über das Wundertier veröffentlicht wurde. Dementsprechend ist dieses Abenteuer auch extralang. Ist es aber auch extra gut?
Bedingt, der Geschichte ist anzumerken, dass sie nicht für einen Comic konzipiert wurde, sondern für einen Kinofilm. Das Tempo und die Struktur entsprechen diesem eher, als dem eines klassischen Funnycomics. Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die für Abwechslung in einem Film sorgen, aber einen Comic etwas überfrachtet wirken lassen. Zudem kommt hier der Slapstickhumor, der häufig französischen Komödien zu eigen ist, manchmal etwas albern daher. Glücklicherweise wurde die unpassendste Szene des Filmes dann auch nicht so in den Comic übernommen.
Dazu kommt, dass dieses Abenteuer, wie gesagt, praktisch nichts mit dem Rest der Reihe gemeinsam hat. Alain Chabat und Jeremy Doner haben für den Film sozusagen eine Alternativweltversion des Marsupilami geschaffen. Es behält zwar seine Eigenschaften bei, aber weder tauchen ansonsten bekannte Charaktere auf, noch werden bereits lange etablierte Tatsachen berücksichtigt. Das Marsupilami hat in diesem Comic keinen Nachwuchs und die Chahutas sind nicht existent. Stattdessen gibt es die Payas, die in ihrem ganzen Auftreten völlig konträr zu diesen sind. Sie erscheinen deutlich bedrohlicher und mystischer.
Auf seine Art richtet sich Auf den Spuren des Marsupilamis eher an ein etwas älteres Publikum, da es mehrere Szenen gibt, die Kinder vermutlich nicht verstehen. Auch wenn der Comic sich so deutlich unterscheidet, ist er für sich genommen und einzeln betrachtet dennoch lesenswert. Der Humor stimmt meistens und die Geschichte wirkt zwar vielleicht etwas überfrachtet, ist aber in sich stimmig. Für den ersten Auftritt des Marsupilamis in einem Film hätte man sich zwar vielleicht eine wirklich geniale Geschichte gewünscht, von denen es in der Reihe ein paar gibt, aber Auf den Spuren des Marsupilamis geht in Ordnung, ist halt nur nicht der große erhoffte Wurf.

Die Zeichnungen stammen dieses Mal von Batem und Colman. Trotzdem sind sie von gewohnter Qualität und passen sehr gut zum Rest der Reihe. Vermutlich half Colman etwas aus, da 2012 gleich zwei Marsupilamiabenteuer erschienen, neben diesem nämlich noch Santa Calamidad, dass vermutlich als Film sogar noch besser funktionieren würde. Wer sich übrigens fragt, warum einer der Hauptcharaktere die ganze Zeit mit der rechten Hand in der Hosentasche herumläuft, was hin und wieder recht auffällig ist, der sollte wissen, dass der rechte Arm von Jamel Debbouze, der diese Figur im Film verkörpert, gelähmt ist. Ein schönes Detail, das übernommen wurde und welches eindeutig positiv ist, denn notwendig wäre es nicht gewesen.


Fazit

Für sich alleine genommen ist Auf den Spuren des Marsupilamis ein unterhaltsames Abenteuer. Leider hat es aber keine Verbindung zum Rest der Reihe und ist manchmal tatsächlich etwas zu albern.


Pro & Contra

+ extralanges Abenteuer
+ gute Zeichnungen mit Blick auf Details

- etwas überfrachtet
- ignoriert sämtlichen anderen Comics

Bewertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Humor: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 5/5


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